Recht

Bambergische Halßgerichts und Rechtlich Ordnung, inn peinlichen sachen zu volnfarn allen Stetten.... Mainz, Ivo Schöffer, 20.VI.1543. Folio. 6 nn.; XLIII num., 1 nn. Bl., mit zweiteiligem Titelholzschnitt und 25 (3 fast ganzseitigen, 7 zweiteiligen) Textholzschnitten und einer Holzschnitt-Druckermarke. Halbpergament im Stil des 18. Jahrhunderts mit zeitgenössischem Bezugspapier, (minimal fleckig). € 4.200,00

Letzte und seltenste Mainzer Ausgabe der Bambergensis. - VD 16 B 264; German Books 64; vgl. Kaspers 132; Conrad II, 408. - Die Bambergensis, als deren Verfasser Johann von Schwarzenberg gilt, stellt eine wegweisende Abkehr von der Privatklage zugunsten der amtlichen Strafverfolgung dar. Bestimmt für den Gebrauch durch Laienrichter im Hochstift Bamberg regelte sie neben dem materiellen Strafrecht auch das Prozessrecht. Sie gilt als ein Werk, "das sich durch Verarbeitung und Verbindung von einheimischen und fremden, der italienischen Strafrechtsdoktrin entlehnten, Gedanken weit über die Strafgesetzgebung der Zeit erhob und zum Bahnbrecher der Gerechtigkeit in einer Welt der verwilderten Strafrechtspflege werden sollte." (Conrad). - Sie bildet die Grundlage für Strafgesetze in anderen Territorien und gilt als Vorbild für die "Carolina", des ersten allgemeinen deutschen Strafgesetzbuches. - Die Holzschnitte wurde fast alle von den Holzstöcken der ersten Mainzer Ausgabe von 1508 gedruckt und stellen den Ablauf eines Strafprozesses im 16. Jahrhundert, von der Verhaftung über die Folter bis zur Vollstreckung des Urteils, dar. - Etwas gebräunt und stockfleckig, am Schluss einige sorgfältige Papierrestaurierungen im Rand. Zeitgenössischer Eintrag auf Titel.

Bambergische Peinliche Halßgerichts-Ordnung. Bamberg, J. Wagner, 1580 (d.i. J.Immel, 1694). Folio. 3 nn. Bl., 1 w. Bl., 72 Bl., 1 nn., 1 w., 18 nn. Bl. (Register), mit ganzseitigem Titelholzschnitt von Jost Amman sowie 21 (11 ganzseitigen) Holzschnitten im Text, meist nach W. Traut. Rot eingefärbtes Pergament der Zeit, (am Rücken und an den Ecken mit kleineren restaurierten Fehlstellen, etwas berieben). € 4.800,00

Zweite Ausgabe der revidierten Fassung von 1580 der Bambergensis. Seltene, sogenannte Zwillingsausgabe, die ohne Verlagsangabe, in nur 400 Exemplaren, 1694 bei J.Immel in Bamberg gedruckt und deren Exemplare alle in rotes Pergament gebunden wurden. - VD 16 ZV 1017; VD 17 29:736988V; Kohler-Scheel XXI ff.; Benzing 29; vgl. BM, German Books 64; Muther 669; Becker, Amman 139; Kaspers 132; Conrad II, 408. - Mit den Merkmalen, die die Ausgabe von 1694 kennzeichnen: Holzschnitt "das Jüngste Gericht" aus der Ausgabe von 1507 und "Halßgerichts-Ordnung" statt "Halßgerichtsordnung" auf dem Titel. - Sehr schöner Druck mit dem Titelholzschnitt von Jost Ammann, der das Wappen des Bischofs Johann Georg Zobel von Giebelstadt zeigt. - Die weiteren schönen, teils ganzseitigen Holzschnitte meist nach W. Traut. Sie zeigen überwiegend Gerichts- und Folterszenen und wurden bis auf wenige von den Originalstöcken der ersten Ausgabe (1507) gedruckt. - Die Bambergensis, als deren Verfasser Johann von Schwarzenberg, gilt als ein Werk, "das sich durch Verarbeitung und Verbindung von einheimischen und fremden, der italienischen Strafrechtsdoktrin entlehnten, Gedanken weit über die Strafgesetzgebung der Zeit erhob und zum Bahnbrecher der Gerechtigkeit in einer Welt der verwilderten Strafrechtspflege werden sollte." (Conrad). - Die hier vorliegende revidierte Fassung hatte in der Strafrechtspraxis bis ins 18. Jahrhundert hinein Gültigkeit, noch 1738 wurde ein Nachdruck herausgegeben. - Gering gebräunt, teils etwas fingerfleckig, vereinzelt wasserfleckig. - Sehr schönes Exemplar mit den Holzschnitten in kräftigen Abdrucken.

BAYERN - Landrecht, Policey: Gerichts- Malefitz- und andere Ordnungen. Der Fürstenthumben Obern und Nidern Bayrn. München, Henricus, 1616. Folio. Gestochener Titel, 9 nn., 1 w. Bl., 62 S., 1w., 3 nn. Bl., S. 63-94, 1 w., 8 nn. Bl., S. 95-200, 1 w., 18 nn. Bl., S. 201-406, 1 w., 6 nn. Bl., S. 407-443, 22 nn. Bl., S. 444-728, 4 nn. Bl., S. 729-774, 1 w., 2 nn. Bl., S. 775-793, 4 nn. Bl., S. 794-827, 4 nn. 1 w. Bl., mit 8 wiederholten Wappenholzschnitten und 11 teils ganzseitigen Textholzschnitten. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln, mit 2 Schließen, (etwas beschabt, Rücken mit einigen kleineren Läsuren, Schließen später ergänzt). € 2.000,00

Erste Ausgabe. Eine von 3 Druckvarianten des Codex Maximilianus die 1616 erschienen. - Pfister I, 78; Stobbe II 366; Sauer/Auvermann 1852; VD 17 1:015484 M. - Zusammenstellung aller 9 Teile der bayerischen Gesetzgebung in einem Werk und damit die erste gemeinsame Ausgabe. Enthält folgende Teile: Summarischer Proceß; Gandtproceß; Gerichtsordnung; Landtrecht; Erklärung der Landtsfreyheit; Landts- und Policey Ordnung; Forstordnung; Gejaidtsordnung und Malefitzproceßordnung. - "Damit kündet sich für Bayern eine neue Epoche der Rechtsentwicklung an, die Zeit der großen Kodifikationen des Territorialrechts." (Kaspers S. 86) - Der Großteil der Holzschnitte mit lebensgroßen Fischdarstellungen als Eichmass, kleinere als abgebildet mussten wieder ins Wassergeworfen werden. - Gestrichener Besitzvermerk von alter Hand auf fliegendem Vorsatz (Jaanjnis Mayr, Schliersee). Leicht stockfleckig. Gutes Exemplar.

BRANT, Sebastian. Der richterlich Clagspiegel. Eyn nutzlicher begriff, wieman setze(n) und formieren sol nach ordnu(n)g der Rechte, eyn yede klag, antwort, un(d) außprechene urteylen gezogen auß geystliche(n) un(d) weltlichen rechte(n). Wider durchsichtiget, und von neuwem gebessert. Hagenau, Wilhelm Seitz für Paul Götz, 1529. Folio. 8 nn., 151 num., 1 nn. Bl., mit großem Titelholzschnitt, 2 (1 ganzseitigen) Textholzschnitten, 2 Holzschnitt-Bordüren, 4 Holzschnitt-Initialen und einer Holzschnitt-Druckermarke. Blindgeprägter brauner Lederband der Zeit über Holzdeckeln mit Schließen, (etwas beschabt, Gelenke und kleinere Fehlstellen restauriert, Schließenhaken ergänzt). € 7.400,00

Angebunden:
(TENGLER, Ulrich). Layenspiegel. Von rechtmässigen ordnungen inn Burgerlichenn und Peinlichen Regimenten. Mit Additionen ursprüngklicher rechtsprüchen. Newlich getruckt. Straßburg, H. Knobloch, 1530. Folio. 8 nn., 151 num., 1 w., 4 nn. Bll., mit großem Titelholzschnitt von H. Weiditz, 26 teils wiederholten Textholzschnitten und 7 schematischen Holzschnitten.
1) Seltene und frühe Ausgabe. - VD 16: B 7089; Ritter 244; IA 123.704; Benzing, Hagenau 112, 7; Kaspers 121ff. - Einziger Hagenauer Druck des erstmals 1516 von Brant in der Neubearbeitung herausgegebenen Klagspiegels. - Brant, bekannt geworden durch sein "Narrenschiff", kam durch die Zusammenarbeit mit Tengler an dessen "Layenspiegel" auf den Gedanken den "Klagspiegel" neu ins Deutsche zu übertragen und herauszugeben. - Dieser diente bereits seit 1425 als umfassendes Kompendium des römischen Rechts in deutscher Sprache und gilt als ältestes Rechtsbuch, das römisch rechtliche Inhalte auf Deutsch vermittelt. Zahlreiche später erschienene Rechtstexte bezogen sich darauf, darunter die "Carolina". - Das in zwei Teilen erschienene Werk umfasst im ersten Teil das Zivilrecht und im zweiten Teil, zum ersten Mal, das Strafrecht und den Strafprozess. - "Es ist der spätere 'Klagspiegel', das erste Rechtsbuch, das in deutscher Sprache römisches Recht lehrt." (Kaspers).
2) VD16, T 346; Ritter 2278; Kaspers 121 ff.; vgl. ADB 37, 568 ff.; Stinzing/Landsberg I, 94 ff. - Eines der bedeutendsten Rechtsbücher der frühen Neuzeit. Zusammen mit dem Klagspiegel prägte der in zahlreichen Druckausgaben erschienene Laienspiegel maßgeblich die "populäre Rechtsliteratur" in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. - Mit Vorrede und Widmungsgedicht von Sebastian Brant. - Tengler, der Landvogt von Höchstädt an der Donau war, verfasste dort seinen "bekannten "Layenspiegel", .... Tengler beabsichtigte mit diesem Hülfs- und Nachschlage-Buche die "Halbgelehrten", welche ohne vorgängige kostspielige Rechtsstudien auf Hochschulen damals als Schreiber, Advocaten, Procuratoren, Notare, Rathgeber, Redner oder in anderer untergeordneter Beschäftigung sehr zahlreich bei Gerichten thätig waren, in den Rechten zu belehren und ihnen ein richtiges Verhalten vorzuzeichnen. Das Werk verbindet somit praktische Belehrung mit theoretischem Unterrichte und kann als systematische Realencyklopädie der populären Rechtswissenschaft ... bezeichnet werden." (ADB). - Das in 3 Teilen verfasste Buch beinhaltet im dritten Teil ein Kapitel über "kätzerey, warsagen, schwartzer kunst, zauberey, unholden", der wohl auf den "Hexenhammer - malleus maleficorum" zurückgeht und belegt, dass der Autor mit seinem Werk nicht unerheblichen Einfluss auf die Hexenverfolgungen hatte. - Die kräftigen Holzschnitte mit Darstellungen von Gerichtsszenen, Schreibern, Folter usw.
Am Anfang und Ende leicht braunfleckig, gering gebräunt. Blatt 129 im Layenspiegel mit kleiner restaurierter Fehlstelle, minimaler Bild- und Buchstabenverlust. - Aus der Sammlung Emanuel Stickelberger. Zeitgenössischer Besitzeintrag (Johann Anton Stanislaus Wenser) auf Innendeckel. - Sehr schönes Exemplar dieser beiden wichtigen, oftmals zusammengebundenen, Werke zur deutschen Rechtsgeschichte.

BRISSON, Barnabé. De formulis et solennibus populi Romani verbis libri VIII. Ex recensione Francisci Caroli Conradi... cum vita et elogiis Barnabae Brissonii.... Frankfurt, Leipzig, Weidmann, 1754. Folio. Gestochenes Portrait, 7 nn. Bl., 64, 724 S., 28 nn. Bl. Pergament der Zeit mit Wappensupralibros auf beiden Deckeln, sowie reicher Deckel- und Rückenvergoldung, (Schliessbänder fehlen, leicht fleckig). € 450,00

Schulpreisband - Spätere Ausgabe, des erstmals 1583 erschienenen Werkes. - Ebert I, 2984; Brunet I, 1262. - Standardwerk des französischen Politikers und Juristen Brisson (1531-91) zum römischen Recht. -  Das gestochene Porträt Brissons von Wolffgang. - Mit vorn einmontiertem gedruckten Widmungsblatt des Amsterdamer Gymnasiums für Jan van Persyn, datiert 1816. Mit gestochener Vignette das Amsterdamer Wappen zeigend. - Durchgehend etwas braun- und stockfleckig.

Engraved portrait, 7 nn. ll., 64, 724 pages, 28 nn. ll. Contemporary parchment with superralibros of coat of arms on both boards, as well as rich gold-plating on the back and the cover, (clasps missing, slightly stained). School Award Band. - Later edition of the work first published in 1583. - Ebert I, 2984; Brunet I, 1262 - Standard work by the French politician and lawyer Brisson (1531-91) on Roman law. - The engraved portrait of Brisson by Wolffgang. - With printed dedication sheet of the Amsterdam Gymnasium for Jan van Persyn bound at the beginning, dated 1816, showing the Amsterdam coat of arms with engraved vignette. - Slightly brown and foxing throughout.

DENEKEN, Johannes. Neu-vermehrtes Dorff- Und Land-Recht, Das ist: Rechts-gegründeter Unterricht Von Denen Dörffern, derer Land-Leute Stande, Unterscheid, Ländereyen, Dorff-Fluhren, Unpflichten, insonderheit denen Herren-Diensten, von dem Weide-Recht, Koppel-Weide [et]c.  Aus denen allgemeinen Käyserlichen, Sächsischen, auch absonderlichen Landes-Rechten und Gewohnheiten, und der berühmtesten JCtorum Schrifften extrahiret. 5. vermehrte Auflage. 3 Teile in 1 Band. Frankfurt, Leipzig, N.Försters und Sohn Erben, 1737-1739. 4°. Mit gestochenem Frontispiz. Pergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, ( gering fleckig). € 650,00

Umfassende Sammlung zum Landrecht in Norddeutschland in der deutlich erweiterten Ausgabe von 1737-39. Mit Kapiteln über Kirchen und Schulen, das Weiderecht, Jagd- und Fischereirecht, sowie allgemeine Kapitel über das Landleben, die verschiedenen Stände und Besitztümer, einschliesslich des Lehnrechts. - Etwas stockfleckig, Stempel auf Titel verso. Schönes Exemplar.

4to. With engraved frontispiece. Contemporary parchment with handwritten title on spine, (slightly spotted). - 5th enlarged edition. 3 parts in 1 volume. - Comprehensive collection on land law in northern Germany in the significantly enlarged edition of 1737-39, with chapters on churches and schools, grazing law, hunting and fishing law, and general chapters on land life, the various estates and possessions, including the right to loan. - Slight foxing, stamp on title verso. Nice copy.

FRIES, Johann Heinrich Hermann. Abhandlung vom sogenannten Pfeifer-Gericht, so in der Kaiserl. Freien Reichs-Stadt Frankfurt am Main, von uralten Zeiten her mit besondern und merkwürdigen Feierlichkeiten aljärlich einmal gehalten zu werden pflegt: welcher Eine kurze Nachricht vom wahren Ursprung der beiden dasigen von Alters her berühmten Reichs-Messen einverleibet: samt einigen andern zufälligen Anmerkungen und einem Sendschreiben des höchstberühmten Freiherrn von Senckenberg an den Verfasser. Frankfurt, W.C. Multz, 1752. 8°. Gestochenes Frontispiz, 7 nn. Bl., 16, 248 S., 4 nn. Bl. Halbleder der Zeit mit Rückenschild, (etwas berieben, kleinere Schäden durch Wurmfraß). € 780,00

Erste Ausgabe, sehr selten. - Sauer 686; Demandt I, 739. - "Wichtige Quelle zum Frankfurter Messhandel. Die drei gefreiten Städte Worms, Bamberg und Nürnberg mußten alle Jahre an dem ersten Sitzungstag des Schöffengerichts vor Mariä Geburt (8. September) in einem feierlichen Aufzug mit blasenden Pfeifern und unter Überreichung gewisser Geschenke, welche in einem gedrehten Becher mit einem Pfund Pfeffer... um die Erneuerung ihrer Zollfreiheit einkommen. Diese merkwürdige, aus dem Mittelalter übernommene Feierlichkeit hieß das Pfeifergericht und bildete eine große Sehenswürdigkeit der Messen." (Sauer). - Mit dem gestochenen Frontispiz von J.M. Eben. - Minimal stockfleckig, Stempel auf Frontispiz verso, schönes Exemplar.

8vo. Engraved frontispiece, 7 unn. ll., 16, 248 pp., 4 unn. ll. Contemporary half calf with label on spine, (slightly rubbed, minor damage due to worms). - First edition, very rare. - Sauer 686; Demandt I, 739. - "Wichtige Quelle zum Frankfurter Messhandel. Die drei gefreiten Städte Worms, Bamberg und Nürnberg mußten alle Jahre an dem ersten Sitzungstag des Schöffengerichts vor Mariä Geburt (8. September) in einem feierlichen Aufzug mit blasenden Pfeifern und unter Überreichung gewisser Geschenke, welche in einem gedrehten Becher mit einem Pfund Pfeffer... um die Erneuerung ihrer Zollfreiheit einkommen. Diese merkwürdige, aus dem Mittelalter übernommene Feierlichkeit hieß das Pfeifergericht und bildete eine große Sehenswürdigkeit der Messen." (Sauer). - With an engraved frontispiece by J.M. Eben. - Minimal foxing, stamp on frontispiece verso, nice copy.

MÖLLER, Ernst von. Preußisches Stadtrecht. Breslau, Clar, 1864. 8°. X, 402 S. Halbleder der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und leichter Rückenvergoldung, (minimal fleckig, Ecken und Kapitale gering bestoßen). € 160.00

Erste Ausgabe. - ADB 23, 804. - Der aus Marienwerder stammende Ernst Gustav Friedrich von Moeller (1834-1886) wurde zunächst 1866 an das Finanzministerium nach Berlin berufen und arbeitete ab 1872 maßgeblich an der Reichsgesetzgebung unter Delbrück mit. Die vorliegende Schrift zum Verwaltungsrecht verfasste er 4 Jahre nach seiner Dissertationsschrift. - Schönes, sauberes Exemplar.

8vo. X, 402 pp. Contemporary half calf with gilt title and slight gilding on spine, (minimally spotted, corners and bottom of spine slightly bumped). - First edition. - ADB 23, 804. - Ernst Gustav Friedrich von Moeller (1834-1886), a native of Marienwerder, was first appointed to the Ministry of Finance in Berlin in 1866 and from 1872 he took a significant role in the Imperial legislation under Delbrück. The present publication on administrative law was written 4 years after his dissertation.- Nice and clean copy.

PRESSEFREIHEIT - (SNELL, Johann Philipp Ludwig). Beherzigungen bei der Einführung der Preßfreiheit in der Schweiz, und über gesetzliche Bestimmungen der Presse. Zürich, Geßner, 1829. 8°. i nn. Bl., IV, 144 S. Halbleder der Zeit mit Rückenschild, (etwas berieben, Bezugspapier lichtrandig). € 340,00

Erste Ausgabe, selten. - Holzmann/Boh. I, 4369; ADB 34, 508 ff. - Der in Idstein (Nassau) geborene Ludwig Snell (1785-1853) kam 1827, nach Berufsverbot durch die Preussen im Zuge der sogenannten Demagogenverfolgung 1820 und einem Aufenthalt in Großbritannien, im Jahre 1827 in die Schweiz. Heute gilt er als einer der einflussreichsten liberalradikalen Theoretiker der Schweiz. - "Seine oft anonym erschienenen und in kämpferischem Ton gehaltenen Veröffentlichungen, in denen juristische und politische Argumentationen eng verflochten sind, entfalteten häufig unmittelbare politische Wirkung, umso mehr, als er mit zahlreichen führenden liberal-radikalen Politikern befreundet war." (NDB 24, 516). - In vorliegender Schrift weist er nach, dass die demokratische Grundhaltung in der Schweiz eine Zensur gar nicht erlaube und dass die Pressefreiheit eine der Grundlagen des freiheitlich regierten Staates bildet. - Stempel (Kanzlei des Obergerichts Aargau) auf fliegendem Vorsatz, minimal stockfleckig.

8vo. 1 nn. l., IV, 144 pp. Contemporary half calf with label on spine, (slightly rubbed, paper on boards faded). - First edition. - Holzmann/Boh. I, 4369; ADB 34, 508 ff. - Ludwig Snell (1785-1853), who was born in Idstein (Nassau), came to Switzerland in 1827, after being banned from his profession by the Prussians in the context of the so-called demagogue persecution in 1820 and a stay in Great Britain. Today he is regarded as one of the most influential liberal radical theorists in Switzerland. - "Seine oft anonym erschienenen und in kämpferischem Ton gehaltenen Veröffentlichungen, in denen juristische und politische Argumentationen eng verflochten sind, entfalteten häufig unmittelbare politische Wirkung, umso mehr, als er mit zahlreichen führenden liberal-radikalen Politikern befreundet war." (NDB 24, 516). - In this publication, he proves that the basic democratic attitude in Switzerland does not permit censorship at all and that freedom of the press forms one of the foundations of a state governed by freedom. - Stamp (Kanzlei des Obergerichts Aargau) on flying endpaper, minimal foxing.

RICCIUS, Christian Gottlieb. Zuverläßlicher Entwurff von dem landsäßigen Adel in Teutschland, worinnen nicht allein dessen Ursprung, Alter... nebst dessen Ansehn der ältern und mittlern Zeit aus glaubwürdigen Geschichten, Urkunden und alten Gesetzen, sondern auch dessen vorietzo adelicher Stand und Würde ... aus den Teutschen Landes-Gesetzen ... vorgestellet und erwiesen. 2 Teile in 1 Band. Nürnberg, Felßeckers Erben, 1735. Klein-4°. 16 nn. Bl., 274 S., 1 nn. Bl. Zwischentitel, S. 275-530, 27 nn. Bl. Halbpergament der Zeit mit handgeschriebenem Rückentitel, (etwas beschabt, Bezugspapier teils fehlend). € 420,00

Erste Ausgabe. - Stintzing/L. III/1, 263. - Erstlingswerk des deutschen Rechtsgelehrten Riccius (1697-1784), der vor allem durch seinen Entwurf von Stadtgesetzen Berühmtheit erlangte. - "... er ist ein tüchtiger Vertreter dieser Wissenschaft in jener Zeit..." (ADB 28, 409). - Abhandlung über die Geschichte und Entwicklung des deutschen Adels und dessen Rechte und Pflichten mit einem großen Augenmerk auf die Ministerialen aus den Reihen des Adels. - Minimal stockfleckig, gutes Exemplar.

2 parts in 1 volume. Small-4to. 16 unn. ll., 274 pp., 1 unn. l. Half-title, p. 275-530, 27 unn. ll. Contemporary half parchment with handwritten title on spine, (slightly rubbed, boards with lacks of paper). - First edition. - Stintzing/L. III/1, 263. - First work of the German jurist Riccius (1697-1784), who achieved fame especially through his proposal of city laws.- "... er ist ein tüchtiger Vertreter dieser Wissenschaft in jener Zeit..." (ADB 28, 409). - Treatise on the history and development of the German aristocracy and its rights and duties with great attention to the ministries of the aristocracy. - Minimally foxed, good copy.

Sachsenspiegel. Auffs newe ubersehen, mit Summariis und newen Additionen, so aus den gemeinen Keyserrechten und vieler vornemer dieser Lande Doctorn, bericht und Radtschlegen, Auch der Hoffgericht und Schöppenstuel ublichen Rechtsprüchen zusammen bracht, und an den Glossen und Allegaten vielfeltig gebessert... durch Christoff Zobel. Leipzig, E. Vögelin, 1561. Folio. 6 nn., 571, 42 (von 43) nn. Bl., mit 1 ganzseitigen Wappenholzschnitt, 1 Textholzschnitt sowie 1 (von 2) Holzschnittdruckermarken. Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln auf 4 Bünden mit 2 Schließen, (etwas berieben, kleinere Fehlstellen des Bezuges, Schließen ergänzt). € 3.200,00

Zweite der berühmten Zobelschen Ausgaben des Sachsenspiegels in der Überarbeitung von Georg Menius, dem Schüler und Schwiegersohns Zobels, die nur ein Jahr nach dem Tode Zobels erschien. - VD16, D 751; Graesse VI, 206; Dreyer 30; Sauer/Auvermann 2164. - "Das 16. Jahrhundert bringt vor allem die berühmten "Zobelschen Ausgaben" des Professors Christian Zobel und seiner Schüler, die seit 1535 in Leipzig veröffentlicht werden und deren letzte dort 1614 erscheint. Für die Druckausgaben ist charakteristisch, daß sie vielfach sowohl die Glossen, als auch die sonstigen Ergänzungswerke wie die Richtsteige, Cautela und Premis sowie die Remissorien, Vokabularien oder andere Erschließungsmittel enthalten." (Kaspers 37). - Titel in Rot und Schwarz. - Lateinisch-deutscher Paralleltext. - Auf der Titelrückseite das Wappen der sächsischen Kurfürsten. Der andere Wappenholzschnitt mit einem Epigramm des Leipziger Rechtsgelehrten Lorenz Finckelthaus. - Es fehlt das letzte Blatt mit der Druckermarke. - Handschriftlicher Besitzeintrag (Biblioth. acad. Ingolstad) und Stempel (Dupl. Bibliothk. Landish) auf Titel. - Teilweise leichter Wasserrand, Vorsatz erneuert.

STRUVE, Burcard Gotthelf. Bibliotheca iuris selecta secundum ordinem litterarium disposita atque ad singulas iuris partes directa. Accessit selectissima bibliotheca iuris. Jena, E.C.Bailliar, 1703. 8°. Gestochenes Frontispiz, 5 nn. Bl., 447 S., 36 nn. Bl. Halbpergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, (etwas beschabt und bestossen). € 420,00

Erste Ausgabe. - Ebert 21857 (Anm.); ADB XXXVI, 675; Stintzing-L. III/1, 131 - Wichtiges Verzeichnis juristischer und philosphischer Literatur, das im Gegensatz zur sonst üblichen alphabetischen Auflistung in systematischen Abteilungen und innerhalb dieser chronologisch sortiert wurde. "... besteht die Stärke des Buches in seiner Zuverlässigkeit, wie sie gleichfalls dadurch erreicht wurde, das Struv sich auf eine Auswahl beschränkte." (Stintzing/L., III, S. 132). - Das gestochene Frontispiz mit einer schönen Bibliotheksdarstellung. - Exemplar mit 127 zusätzlich eingebundenen Blatt, davon 10 Blatt mit Anmerkungen und 10 Blatt mit einem Sachregister beschrieben. Innendeckel, Titel und Text mit weiteren Anmerkungen von alter Hand. Titelblatt 2-fach unleserlich gestempelt.

Engraved frontispiece, 5 unn. ll., 447 pp., 36 unn. ll. Contemporary half parchment with handwritten title on spine, (somewhat rubbed and bumped).
- First edition. - Ebert 21857 (Anm.); ADB XXXVI, 675; Stintzing-L. III/1, 131 - Important index of juridical and philosophical literature, which is ordered chronically in its systematically sections. "... besteht die Stärke des Buches in seiner Zuverlässigkeit, wie sie gleichfalls dadurch erreicht wurde, das Struv sich auf eine Auswahl beschränkte." (Stintzing/L., III, S. 132). - The frontispiece with a very nice engraving of a library. - Copy with 127 added leaves, thereof 10 leaves with annotations and 10 leaves with an index. Inner cover, title page and text with further handwritten old notes. Title page with not readable double stamp.

STRYK, Samuel. Von Vorsichtiger Schliessung der Contracten, Oder Von denen Cautelen, welche ein iedweder Handel und Wandel nothwendig in acht zu nehmen hat, wann er einen Contract sicher schliessen, ... will. Allen und jeden Kauffleuten, wie auch vornehmen Herrn und Edelleuten... in Teutscher Sprache heraus gegeben von L.v.J.K.J. Hamburg, Redlich, 1692. 4°. 4 nn. Bl., 706 S., 48 nn. Bl. Pergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, (leicht fleckig). € 1.600,00

Erste deutsche Ausgabe, sehr selten. - Nicht bei Kress und Goldsmith, bei Stintzing-L. III, 1 Noten S. 43 nicht diese deutsche Ausgabe. - Vermutlich nicht autorisierte erste Übersetzung der 1684 in lateinisch erschienenen Schrift. Stryk (1640-1710) kam 1692 nach Stationen in Frankfurt /Oder und Wittenberg an die erst neu gegründete Universität in Halle, wo er der Leiter der juristischen Fakultät wurde und mit Thomasius die Universität aufbaute. - Frühes Werk, das sich ausschliesslich mit Themen des Wirtschaftsrechts befasst. Unter den Kapiteln Abhandlungen über Darlehen, Pfandrecht, Bürgschaften, das "Kauffen und Verkauffen", Mieten und Vermieten, Erbrecht, Wechselrecht, Eheverträge, Erbrecht, Schenkungen usw. - Papierbedingt etwas gebräunt, Namensstempel auf Titel und Vorsatz, Besitzeintrag von alter Hand auf Titel und Vorsatz, Siegel auf Innendeckel.

4 unn. ll., 706 pp., 48 unn. ll. Contemporary parchment with handwritten title on back, (a bit spotted). - First German edition, rare. Not in Kress or Goldsmith; Stintzing-L. III, 1 Noten S. 43 (other edition). Presumably not authorised first translation of the Latin text, published in 1684. Early work on almost economic law. Including chapters on loans, liens, guaranties, bying and selling, hiring and letting, law of succession, prenuptial agreements, donations and so on. Somewhat browned due to condition of paper, stamp and owners entry on title and prepaper, seal on inner cover.

Vollständige Teutsche Stadt-Recht im Erb-Königreich Böheim und Marggrafthum Mähren. Von einem, dem Publico geneigten Rechtsgelehrten in Druck befördert. Wien, Lehman, 1721. 4°. 9 nn. Bl., 678 S., 35 nn. Bl., mit gestochen Titelvignette und Wappenkupfer verso, sowie 1 ganzseitigen Kupferstich. Pappband der Zeit mit Rückenschild, (beschabt, Ecken und Kanten bestossen). € 450,00

Wohl zweite Ausgabe des erstmals 1720 bei Runger erschienenen Titels. - Stobbe, Rechtsquellen II, 407f..  - "Obgleich zunächst für Prag bestimmt, sollte es doch in den böhmischen Städten überhaupt zur Geltung kommen. Es ist wie ein Lehrbuch abgefaßt welches das gemeine Recht mit eingestreuten deutschrechtlichen Sätzen darstellt.... Es ist wie ein Lehrbuch abgefasst, welches das gemeine Recht mit eingestreuten deutschrechtlichen Sätzen darstellt, nicht blos vom positiven Recht handelt, sondern auch eine Theorie des Rechts liefert und allgemeine Betrachtungen einschiebt." (Stobbe 408) - Mit Kapiteln zum Rechtswesen,  Vertragsrecht, Erbrecht, Eherecht, Baurecht, Zoll und Strafrecht. - Die Kupfertafel mit Darstellung eines Stammbaumes. - Etwas gebräunt und stockfleckig.

9 nn. ll. 678, 35 nn. ll., with engraved title vignette and coat-of-arms engraving verso, as well as 1 full-page engraving. Contemporary boards with label on spine, (rubbed, corners and edges bumped). Probably the second edition of the title first published by Runger in 1720. - Stobbe, Rechtsquellen II, 407f.. - "Obgleich zunächst für Prag bestimmt, sollte es doch in den böhmischen Städten überhaupt zur Geltung kommen. Es ist wie ein Lehrbuch abgefaßt welches das gemeine Recht mit eingestreuten deutschrechtlichen Sätzen darstellt.... Es ist wie ein Lehrbuch abgefasst, welches das gemeine Recht mit eingestreuten deutschrechtlichen Sätzen darstellt, nicht blos vom positiven Recht handelt, sondern auch eine Theorie des Rechts liefert und allgemeine Betrachtungen einschiebt." (Stobbe 408) - With chapters on contract law, inheritance law, matrimonial law, construction law, customs and criminal law. - The engraved plate with representation of a family tree. - Slightly browned and foxed.

WETTERAU - THUDICHUM, Friedrich. Rechtsgeschichte der Wetterau. 2 Teile in 1 Band. Tübingen, H. Laupp, 1867-85. 8°. VIII, 352 S.; 47 S.; 1 Bl., S. 49-104. Etwas späteres Halbleinen mit Rückenschild., (Rückenschild erneuert, gering fleckig). € 160,00

Erste und einzige Ausgabe, komplett selten. - Dahlmann-Waitz 2058. - Inhalt: Die Gerichte Büdingen und Wolferborn, die Marken am östlichen Abhang des Taunus-Gebirges, Ueber die alte Gerichts- und Markeintheilung des Gaues Wettereiba; Die Gerichte Lauterbach, Engelrod, Schlechtenwegen, Moos, Ober-Ohmen, die Gerichte Selbold, Grinda, Altenhasla und Somborn. - Es fehlt das Titelbl. von Tl. II/ Heft 1; Titel von Teil I mit kleinen Einrissen, S. 103/104 im Teill II mit kleinen Fehlstellen (mit Buchstabenverlust); stellenweise etwas stockfleckig.

2 parts in 1 volume. 8vo. VIII, 352 pp.; 47 pp.; 1 l., p. 49-104. Slight later half cloth with label on spine, (label renewed, slightly spotted). - First and only edition, rare in this complete condition. - - Dahlmann-Waitz 2058. - Contents: Die Gerichte Büdingen und Wolferborn, die Marken am östlichen Abhang des Taunus-Gebirges, Ueber die alte Gerichts- und Markeintheilung des Gaues Wettereiba; Die Gerichte Lauterbach, Engelrod, Schlechtenwegen, Moos, Ober-Ohmen, die Gerichte Selbold, Grinda, Altenhasla und Somborn. ­- The title-page of part II/ booklet 1 is lacking; title of part I with small tears, p. 103/104 of part II with small lacks of paper (with lack of text); partly slightly foxed.

- - WILHELM V., Herzog von Bayern. REFORMATION Der Bayrischen Landrecht nach Christi unsers Haylmachers Geburd Jm Fuenffzehenhundert und Achtzehenden Jar auffgericht. Und Jetzt aus befelch des Durchleuchtigen Fuersten, unsers gnedigisten Herrn, Hertzog Wilhelmen in Bayrn etc. Widerumben nachgedruckt. (München, Adam Berg), 1588. Folio. 35 nn., 1 w., 169, 1 w. Bl., mit Wappenholzschnitt auf dem und doppelblattgroßem Holzschnitt (Stammtafel) im Text. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit mit Schließbandresten, datiert 1596 und monogrammiert "PKA" (leicht fleckig und etwas berieben). € 1.400,00

Angebunden:
Gerichtsordnung. Im Fürstenthumb Obern und Nidern Bayrn. (München, Berg), 1588. 15 nn., 1 w., 87, 1 w. Bl., mit Wappenholzschnitt auf dem Titel.
1) VD16 B 1011. – Fünfte von insgesamt sechs Ausgaben des Bayerischen Landrechts, die als die am schönsten gedruckte gilt. Erstmals 1518 veröffentlichte Neufassung des Bayrischen Landrechts, hier in der Bearbeitung von Wilhelm V. - 2) VD 16, B 993. - Spätere Ausgabe, der erstmals 1520 gedruckten bayerischen Gerichtsordnung. - Die beiden Titelholzschnitte zeigen jeweils das bayerische Wappen. - Der Holzschnitt mit der Stammtafel am unteren und oberen Rand etwas beschnitten. - Zwei sehr schöne Drucke in frischer und sauberer Erhaltung und in einem dekorativen, jedoch für die Zeit recht ungewöhnlich verzierten Prägeband.