NEUZUGÄNGE

ADVENTSKALENDER - MAUDER, Jos. Münchener Weihnachts-Kalender. Bilder-Album. Wie Peter u.Liesel das Christkind suchten. 3. Ausgabe. München, Reichhold u.Lang, (ca.1920). Qu.-4°. 6 nn Bl., mit 24 montierten Farbbildern von Josef Mauder, sowie ein weiteres Bild auf dem Innendeckel. Farbig illustrierter Originalkarton, (leicht fleckig und beschabt, leicht geknickt). € 140,00

Doderer 4/404; Gajek 'Adventskalender" S. 37ff.; Dyhrenfurth 189 ff. " J.Mauders Illustrationen zu alten Kinderliedern und Fabeln erfreuen sich durch ihre fröhliche Buntheit und die gute Raumeinteilung im Satzbild.". - Hübscher Adventskalender von J.Mauder, den er um 1913 für den Verlag Reichhold und Lang in München zeichnete und der in mehreren Ausgabe erschien. - Gering stockfleckig, Eintrag von 1921 auf Innendeckel.

AFRIKA(/SÜDAFRIKA - LATROBE, C(hristian) I(gnatius). Journal of a Visit to South Africa in 1815, and 1816. With some account of the issionary settlements of the United Brethren, near the Cape of Good Hope. London, Seeley and Ackermann, 1818. 4°. VII, 406 S., mit 1 gefalteten Kupferstichkarte mit Streckenkolorit, 4 Tafeln in Umrissradierung und 12 kolorierten Aquatintatafeln 4 gest. Panoramatafeln. Halbleder der Zeit mit leichter Rückenvergoldung und Rückenschild, (Gelenke fachmännsich unterlegt, etwas beschabt und bestoßen). € 2.000,00

Erste Ausgabe. - Tooley 292; Gay 3117; Mendelssohn I, 866; Kainbacher I, 83. - Bericht über die Reise des Reverend C. I. Latrobe aus England zu den Missionen der Herrnhuter Brüder in Südafrika Gnadenthal und Groenekloof. Er gründete dort selbst die Station 'Witte Revier'. Die Reiseroute führte von Gnadenthal über Zwellendam, Zeekogat bei George, Welgelegen, Uitenhage, zum White River und dann zum Little Fish River und zurück über Plettenberg und Mossel Bays. - Mit prachtvollen Aquatinta-Ansichten mit Darstellung der Missionen und typischen südafrikanischen Landschaften. Die Umrisstafeln mit jeweils mehreren Panoramaansichten. - Etwas stockfleckig, Ex-Libris auf fliegendem Vorsatz.

ANATOMIE - KULMUS, Jo(hann) Adam. Tabulae Anatomica, in quibus corporis humani omniumque ejus partium structura... Amsterdam, Jansson-Waesbergius, 1732. 8°. Gestochenes Frontispiz, 6 nn. Bl., 179 S., 10 nn. Bl., mit 27 gefalteten Kupfertafeln. Pergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, (etwas fleckig und leicht aufgebogen). € 750,00

Angebunden:
TRONCHIN, Theodor. Dissertationes medicae quarum prior...de membrana allantoide versatur, authore Ludovico de Neufville.. seu de clitoride. Editio nova, emendiator, accuratior. Leiden, J. und H.Verbeek, 1736. 94 S.
1) Zweite lateinische Ausgabe. - Blake 249; vgl. Hirsch/H. III, 632. - Der in Danzig tätige Arzt Johann Adam Kulmus (1689-1745) setzte sich für die Hebung der medizinischen Bildung allgemein, insbesondere aber für die der Chirurgen, Bader und wandernden Jahrmarktsheiler, ein. Er gehörte zu den fortschrittlichsten Medizinern seiner Zeit und seine "Anatomischen Tabellen" zählen zu den erfolgreichsten anatomischen Schriften seiner Zeit. 1771 wurde es sogar ins Japanische übersetzt. - Die Tafeln sind römisch nummeriert 2-28 (Tafel 1 ist das Frontispiz). - Tafel 22 mit Abriss, dadurch ca. 2/3 Abbildungsverlust. – Etwas gebräunt und gering fleckig.
2) Neue erweiterte Ausgabe. - Blake 123; Hirsch/H. V., 643. - Der aus Genf stammende Théodore Tronchin (1709-1781) studierte in Cambridge Medizin und ließ sich in Amsterdam als Arzt nieder. Hier verrichtete er 1748, an seinem Sohn, erstmals eine Pockenimpfung in Holland.- Leicht gebräunt.

ASIEN - WATHEN, James. Journal of a Voyage in 1811 and 1812, to Madras and China; returning by the Cape of Good Hope and St. Helena; in the H.C.S. The Hope, Capt. James Pendergrass. London, Nichols, Son, and Bentley, 1814. 4°. XX, 246 S., mit 24 altkolorierten Aquatintatafeln. Halbleder im Stil der Zeit mit Rückenschildern und leichter Rückenvergoldung, (gering beschabt). € 2.800,00

Erste und einzige Ausgabe. - Abbey, Travel 517; Cordier BS 2107; Mendelssohn II, 591. - Beschreibung einer Reise, an der der englische Geschäftsmann James Wathen (1751-1828) an Bord eines Schiffes der East India Company teilnahm. Über Madeira und dem Kap der Guten Hoffnung reiste man nach Madras, Penang, Malacca, Singapore, Macao und China und zurück über St. Helena. - Die hübschen Tafeln nach Vorlagen des Autors zeigen Landschaften, Tempel und Ortschaften Indiens, Malaysias, Chinas, sowie St. Helenas. - Etwas stockfleckig, Namensschild auf Innendeckel.

BEHMER - VOLTAIRE. Zadig oder Das Geschick. Eine morgenländische Geschichte. Übertragen von Ernst Hardt. Berlin, Paul Cassirer, 1912. 4°. 77 S., mit 41 (5 ganzseitigen) montierten Originalradierungen von Marcus Behmer. Originalleinen mit Rücken- und Deckeltitel, (etwas angestaubt und leicht beschabt). € 980,00

Erste Ausgabe mit den Illustrationen. - Schauer II, 43; Rosenberg 453; Kritter VII, 46. - XI. Werk der Pan-Presse. Eins (Nr. 123) von 170 (insgesamt 250) nummerierten Exemplaren auf amerikanischem Japan. - Humorvolle und gelungene Umsetzung des berühmten Romans von Voltaire durch den Illustrator Markus Behmer. "Komposition und Technik dieser Radierungen... sind meisterhaft. Sie spiegeln kongenial Voltaires Freude an Parodie und Ironie wie auch am ästhetisch Schönen. (Kritter, S. 183). - Behmer war allerdings entsetzt über die Umsetzung seiner Radierungen und die Gestaltung des Buches, da seine Radierungen auf größeren Bögen gedruckt und dann auseinandergeschnitten und aufmontiert wurden. "Das ist allerdings eine Todsünde wider den Geist des Buches ! - so Marcus Behmer in seinem Brief an Gotthard Laske. (Halbey, Behmer als Illustrator). - An den Rändern gebräunt und etwas stockfleckig, bedingt durch das Aufmontieren der Illustrationen, wie meist, leicht gewellt. Gutes Exemplar.
Die zeitgenössische Kritik zeigte sich begeistert (Hans Loubier: »Dem alten Spötter Voltaire ist hier ein gleichgesinnter Illustrator erwachsen«. – Hermann Struck: »Die Radierungen selbst sind überaus entzückend in ihrer phantastischen Erfindungsfülle«), obwohl man Behmer aus falsch verstandener Sparsamkeit übel mitgespielt hatte. Die Radierungen wurden nämlich, ohne Rücksicht auf ihre unterschiedliche Technik, fortlaufend auf Bögen gedruckt, anschließend auseinandergeschnitten und in das Buch eingeklebt. […] Behmers Zorn war nur allzu gut zu verstehen: ›Das ist allerdings eine Todsünde gegen den Geist des Buches.‹« (zitiert nach Jürgen Eyssen, Seite 158).

BIBEL - BIBLIA, Das ist: Die ganze Göttliche Heilige Schrifft, Alten und Neuen Testaments, Nach der Teutschen Uebersetzung Martin Luthers.... 9. Auflage. 2 Teile in 1 Band. Büdingen, Johann Friedrich Stöhr, 1780. 8°. 10 nn. Bl., 924; 284 S., 2 nn. Bl. Dunkelgrünes Leder der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung, (Monogramm M.C.R., 1789) auf Vorderdeckel, gepunzter Goldschnitt, (etwas beschabt und bestoßen). € 400,00

Angebunden:
Neues Gesangbuch zum Gebrauch bey dem öffentlichen Gottesdienst und der häuslichen Erbauung. Herborn, Johann Ewald Brückner, 1786. 5 nn. Bl., 124 S.
(und)
Sammlung auserlesener Lieder, zum Gebrauch bey dem öffentlichen Gottesdienst und der häuslichen Erbauung. Herborn, dito., 1786. 1 nn. Bl., 416 S.
Seltene kleinformatige Bibel mit den "Psalmen Davids" und einem mittelhessischen Gesangbuch. - Gering gebräunt und gering fleckig. - Hübsches Exemplar.

BOTANIK - BERGE, Fr(iedrich) und V(iktor) A(dolf) RIECKE. Giftpflanzenbuch oder allgemeine und besondere Naturgeschichte sämmtlicher inländischer sowie der wichtigsten ausländischen phanerogamischen und kryptogamischen Giftgewächse. Neue Ausgabe. Stuttgart, Krais & Hoffmann, 1855. 4°. XI, 439 S., mit 72 altkolorierten lithographischen Tafeln. Illustrierter Originalpappband, (Rücken mit Leinen unterlegt, gering beschbat). € 480,00

Nissen, BBI 143; Pritzel 654. - Die Texte zu den Eigenschaften und Wirkungen der Pflanzen sowie deren Anwenundungen stammen von dem Stuttgarter Mediziner Viktor Adolf Riecke (1805-1858). - Schöne, detaillierte Pflanzentafeln mit teilweise leuchtendem Altkolorit der Blüten, Früchte und Pilze. - Text, wie meist, etwas stockfleckig, Vor- und Nachsatz erneuert. Gutes Exemplar.

- - WANGENHEIM, Friederich Adam Julius von. Beytrag zur teutschen holzgerechten Forstwissenschaft, die Anpflanzung Nordamericanischer Holzarten, mit Anwendung auf teutsche Forste betreffend. Göttingen, Johann Christian Dieterich, 1787. Folio. 1 nn. Bl., XLV, 124 S., 4 nn. Bl., mit 31 gefalteten Kupfertafeln. Leder der Zeitmit Rückenschild und leichter Rückenvergoldung, (etwas beschabt und leicht bestoßen). € 3.200,00

Erste Ausgabe und einzige Ausgabe, selten. - Nissen ZBI 2105; Pritzel 9991; Stafleu-C. 16633; Sabin 101.238. - Der Forstwissenschaftler F. A. J. von Wangenheim (1749-1800) ging 1777 mit den hessischen Truppen nach Amerika und studierte dort den örtlichen Baumbestand. In vorliegendem Werk beschreibt er 233 nordamerikanische Baum- und Straucharten sowie einige Unterarten, die er während seines acht-jährigen Aufenthaltes beobachtete. - »Dieses ausführliche … inbezug auf Anordnung, Zusammenstellung und Bearbeitung des Stoffes mustergültige forstbotanische Werk widmete er dem König Friedrich Wilhelm II. von Preußen. Diese Widmung war von Einfluß auf die Gestaltung seiner künftigen Laufbahn, indem er … 1788 zum Oberforstmeister … ernannt wurde... Seinen Schriften ist unbedingte Zuverlässigkeit der Angaben, Schärfe der Beobachtungen, Klarheit in der Darstellung und Richtigkeit der Abbildungen nachzurühmen.« (ADB 41, 148/149). - Er gilt heute als einer der Wegbereiter für die Einführung standortsangepasster fremdländischer Baumarten in Deutschland. – »An elaborate treatment of the subject …« (Sabin). – Die Tafeln zeigen Blätter, Blüten und Früchte. - Titel etwas fleckig und mit zwei kleineren Papierschäden, Innendeckel mit Klebespuren, sonst sehr schönes Exemplar.

BURROUGHS, William S. Naked Lunch. New York, Grove Press, (1962). 8°. XV, 255 S. Originalhalbleinen mit Rückentitel und Originalschutzumschlag, (Umschlag etwas beschabt und an den Rändern leicht eingerissen). € 300,00

Erste amerikanische Ausgabe. Die erste Ausgabe des Textes erschien 1959 bei der Olympia Press in Paris. - Die im Drogenrausch verfassten Texte gelten als eines der wichtigsten Werke der Literatur der sogenannten Beat Generation. Nach seinem Erscheinen rief es einen Skandal hervor und wurde zeitweise in den USA verboten. Im Urteil hieß es „ein widerlicher Gifthauch ununterbrochener Perversion“ und „literarischer Abschaum“. - Leicht gebräunt, Vorsatz gering fleckig.

- - Nova Express. New York, Grove Press, 1964. 8°. 187 S. Originalleinen mit Rückentitel und Originalschutzumschlag, (Umschlag etwas beschabt und leicht gebräunt). € 60,00

Erste Ausgabe. - Dritter und letzter Roman der sogenannten Nova-Trilogie, die in der für Burroughs typischen "Cut-Up oder Fold-In-Technik" verfasst wurde. Er gilt als Abschluss von Burroughs' stilistischem Experiment und gleichzeitig stärkstes Buch. - Leicht gebräunt, Vorsatz mit einem Verlagsstempel "Working copy- do not remove".

BURROUGHS, William S. und Brion GYSIN. The Third Mind. New York, Viking Press, 1978. 8°. 4 nn. Bl., 194 S., mit zahlreichen Illustrationen. Originalhalbleinen mit Rückentitel und Originalschutzumschlag, (Umschlag minimal beschabt und etwas gebräunt). € 180,00

Erste englische Ausgabe. - Zusammenstellung verschiedener Texte und Gedichte von Burroughs und Gysin, in der von beiden angewandten "Cut-up-Technik". Einige der Texte erschienen bereits in früheren Ausgaben. - Der Umschlag mit dem Foto von Mayotte Magnus. - Leicht gebräunt.

- - GYSIN, Brion. Let the Mice in. With Texts by William Burroughs & Ian Sommerville. Edited by Jan Herman. West Glover, Something Else Press, 1973. 8°. 3 nn. Bl., 64 S., 6 nn. Bl., mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, (Rücken minimal verblasst). € 120,00

Erste Ausgabe. - Eins von 1000 Exemplaren der Ausgabe in Broschur. - Gering gebräunt.

CHAS-LABORDE. Rues et Visages de Berlin. Texte inédit de Jean Giraudoux. Paris, Editions de la Roseraie, 1930. Folio. 1 w., 1 nn. Bl., 27 S., 2 nn. Bl., mit 18 kolorierten, sowie einer Extra-Suite von 18 unkolorierten Originalradierungen und 52 Textillustrationen von Chas Laborde. Lederband der Zeit aus verschiedenen Materialien. Rücken und Ränder in schwarzem Maroquin, Mittelteil der Deckel aus geglättetem Kalbleder in Krokoimitat und intarsierten Deckelvignetten, goldgeprägter Rückentitel, Kopfgoldschnitt. (minimal beschabt). € 6.400,00

Erste und einzige Ausgabe, sehr selten. - Eins von 90 Exemplaren auf Velin d'Arches, insgesamt 156 Exemplare (davon nur 141 für den Handel). - Der von George Grosz und Großmann beeinflusste französische Künstler Chas Laborde (1886-1941) wurde in Buenos Aires geboren, wuchs aber in Paris auf. - Die Radierungen jeweils koloriert und schwarz/weiss zeigen typische Strassenszenen, Cafes, Bars usw. der 20er Jahre und zählen zu den schönsten Berlindarstellungen aus der Zeit. - Unter dem selben Titelanfang sind Moskau, Paris, London und posthum New York erschienen. - In einem signierten Prachteinband des bekannten Pariser Buchbinders René Kieffer (1875-1963) mit handgefertigten Brokatvorsätzen. - Text von dem französischen Diplomaten, Schriftsteller und Deutschlandkenner Jean Giraudoux (1882-1944). - Etwas stockfleckig, jedoch kaum die Tafeln und den Text betreffend. - Exemplar in einem dekorativen Einband.

- - Rues et Visages de New-York. Texte de Paul Morand. Paris, Lacouriere, 1950. Folio. 21 nn. Bl., mit 15 kolorierten Originalradierungen auf Tafeln, 1 gestochenen Titelvignette und 24 Textillustrationen von Chas Laborde. Originalhalbpergament-Mappe mit Bindeband, (etwas berieben und leicht fleckig). € 2.000,00

Erste und einzige Ausgabe. - Eins (Nr. 44) von 200 Exemplaren auf Grand Velin d'Arches, insgesamt 230 Exemplare. - Posthum erschienener Band des stark von George Grosz und Rudolf Großmann beeinflussten Künstlers Chas Laborde (1886-1941). - Sehr schöne Beschreibung der Einwohner New Yorks durch den französischen Schriftsteller und Diplomaten Paul Morand (1888-1976), der als einer der Hauptvertreter der „diplomates-écrivains“ gilt. - Unter dem Titel "Rues et Visages" gibt es 4 weitere von Laborde illustrierte und in kleiner Auflage erschienener Bände. - Leicht gebräunt, Gelenke der Mappe etwas gelockert.

Concordia. Pia et unanimi consensu repetita Confessio fidei & doctrinae... Leipzig, Abraham Lamberg, 1602. 8°. 19 nn. Bl., 892 (recte 884) S., 14 nn. Bl., mit Holzschnitt-Druckermarke und einigen holzschnitt-Vignetten. Blindgeprägter Schweinlederband der Zeit, datiert 1603 und mit jeweils einer Mittelplatte in Schwarzprägung, (etwas beschabt, Vordergelenk gelockert). € 300,00

VD 17; 12:107774D. - Noch früher Druck der lateinischen Ausgabe der Glaubensregeln der lutherischen Kirche. - Auf Veranlassung des Kurfürsten August von Sachsen erschien 1577 eine deutsche Ausgabe der Bekenntnisschrift. Sie besagt, dass alle Evangelischen, die dieser Konkordienformel zustimmen, sich fortan "lutherisch" nennen; alle Protestanten, die der Konkordienformel nicht zustimmen, werden nun als "Reformierte" im Sinne von Huldreich Zwingli und Johannes Calvin bezeichnet. - 1580 erfolgte eine Übersetzung ins Lateinische. Der hier vorliegenden dritten Ausgabe von 1602 folgten fast alle späteren Oktavausgaben. - Durchgehend gebräunt, Titel etwas gelockert und angerändert, einige zeitgenössische Anmerkungen sowie zahlreiche, teils farbige Unterstreichungen. - Dekorativ gebundenes Exemplar.

(DIETRICH, Veit). Agend Büchlein für die Pfar-Herren auff dem Land. Nürnberg, Johann vom Berg und Ulrich Neuber, 1543. 4°. 100 nn. Bl., mit Holzschnitt-Titelbordüre, Holzschnitt-Druckermarke und zahlreichen Holzschnitt-Initialen. Neuerer Halbpergamentband mit Buntpapierüberzug. € 2.200,00

Erste Ausgabe. Einer von zwei in Umfang und Text unterschiedlichen Drucken, die 1543 erschienen. - VD 16, A 637; BMC German Books 518. - Der aus Nürnberg stammende Autor, Veit Dietrich (1506-1549), studierte in Wittenberg bei Melanchthon und Martin Luther und kehrte 1535 dorthin zurück. - Das Handbuch der evangelischen Liturgie, das Dietrich im Auftrag des Nürnberger Magistrats verfasste, blieb bis Ende des 18. Jahrhunderts bestehen und bildete die Grundlage der bayerisch-evangelischen Kirchenordnung. Allein im 16. Jahrhundert erlebte das Werk 16 Drucke. - Titel und Blatt 3 in Rot und Schwarz gedruckt. - Zwei Blatt mit Noten. - Mit einigen zeitgenössischen Anmerkungen auf dem fliegenden Vorsatz und im Text, alte Blattnummerierung, leicht finger- bzw.stockfleckig. Gutes Exemplar.

EINBAND - Neues Braunschweigisches Gesangbuch, nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienst. 2 Teile in 1 Band. Braunschweig, Hofbuchdruckerei (Johann Heinrich Meyer), 1840. 8°. 4 nn. Bl., 432 S., 8 nn. Bl., 80 S. Rotes Maroquin der Zeit mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung, Stehkantenvergoldung, Goldschnitt, (gering beschabt). € 1.200,00

Dünndruckausgabe des Braunschweiger Gesangbuches. - Reich verzierter Biedermeiereinband mit Fileten und Weinlaub- und Traubenbordüre auf den Deckeln. Mittig je eine herzförmige Lederintarsie mit Sinnsprüchen, eingefasst von einer Blütenbordüre. Einbanddeckel jeweils mit goldgeprägten Herzogskronen, darunter auf dem Vorderdeckel das Monogramm I.H.A.U. und unter der Intarsie I.D.G.P., sowie auf dem Rückendeckel eine Datierung (1846). - Fliegender Vorsatz mit einem Eintrag von 1846 für Johann Friedrich Andreas Ude aus Sickte, zu dessen Konfirmation, von Pfarrer Peinen. - Sehr schönes Exemplar in einem prachtvollen Einband.

ENTOMOLOGIE - (WILHELM, Gottlieb Tobias). Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. Die Insekten. 3 Bände. Augsburg, Engelbrecht, 1796-1798. 8°. Mit 3 gestochenen Titeln und 150 altkolorierten Kupfertafeln, sowie 1 gefalteten Kupfertafel. Halbleder der Zeit mit Rückenschildern und leichter Rückenvergoldung, (etwas berieben, Gelenke teils alt restauriert und leicht brüchig). € 980,00

Erste Ausgabe. - Nissen, ZBI 4408; Horn/Schenkling II, 24190. - Die drei Bände über die Insekten aus der Reihe der Unterhaltungen aus der Naturgeschichte, die insgesamt 27 Bände umfasst. - Der Augsburger Pfarrer Johann Gottlieb Tobias Wilhelm (1758-1811) wollte, ganz im Zeichen der Aufklärung, auf unterhaltsame und gelehrige Weise, begleitet von Illustrationen zeitgenössischer Kupferstecher, die Natur dem breiten Publikum nahebringen. Seine „Unterhaltungen aus der Naturgeschichte" waren eines der erfolgreichsten Publikationsprojekte der Naturwissenschaften im frühen 19. Jahrhundert und erlebten mehrere Auflagen bzw. Raubdrucke. - Die Tafeln in prächtigem Altkolorit und meist mit mehreren Darstellungen auf einem Blatt zeigen u.a. Schmetterlinge, Käfer, Bienen, Libellen und Krebse. - Etwas stockfleckig und gebräunt, teilweise mit Textabklatsch.

GESANGBUCH - Neu-vollständiges Nassau-Dillenburgisches Kirchen-Gesangbuch, Worinnen befindlich die Psalmen Davids in teutsche Reimern gebracht Durch Ambrosium Lobwasser... Samt dem Heidelb. Catechismo, Kirchen-Agenden... wie auch Glaubens-Bekan(n)tnüssen. 3 Teile in 1 Band. Herborn, Johann Nicolaus Andreä, 1711. 8°. Doppelblattgroßes gestochenes Frontispiz, 9 nn. Bl., 337, S., 2 nn. Bl.; 1 nn. Bl., 355 S., 5 nn. Bl., S. 357-360; 96 S. Leder der Zeit, Goldschnitt, (berieben und bestoßen, ohne die Schließen, kleine Fehlstellen an den Kapitalen). € 260,00

VD18 10171355. - Seltenes Gesangbuch aus dem Lahn-Dill Gebiet. - Das gestochene Frontispiz von Montalegre mit einer Ansicht von Herborn. - Mit zahlreichen Notenbeispielen. - Etwas fingerfleckig und leicht gebräunt, teils etwas knapp beschnitten.

- - Neues Gesangbuch enthaltend die Psalmen Davids nach einer neuen Uebersetzung von W.H.Seel und einer Sammlung auserlesener Lieder zum Gebrauch bey dem öffentlichen Gottesdienst und der häuslichen Erbauung. 2 Teile in 1 Band. Dillenburg, Verlag des Waysenhauses, 1789. 8°. VIII, 280 S.; 1 nn. Bl., 908 S. Schwarzer Lederband der Zeit, Goldschnitt, (etwas berieben und bestoßen, unteres Kapital mit einigen Fehlstellen).€ 280,00

Wohl die zweite Ausgabe dieses seltenen mittelhessischen Gesangbuches. - Leicht gebräunt, Am Anfang und Ende etwas wasserfleckig.

- - Sammlung auserlesener Lieder zum Gebrauch bey dem öffentlichen Gottesdienst und der häuslichen Erbauung. Dillenburg, Verlag des Waysenhauses, 1789. 8°. 1 nn. Bl., 908 S. Etwas späterer Lederband mit reicher Blind- und Goldprägung, goldgeprägter Name und Datum auf den Deckeln (A.F.Rückert, 1836), gepunzter Goldschnitt, (etwas beschabt, Ecken bestoßen). € 320,00

Seltenes Gesangbuch aus Mittelhessen in einem dekorativen Einband. - Leicht gebräunt, die letzten Blatt mit kleinen Löchlein durch Tintenfraß.

(GOETHE, J. W. von). Das Römische Carneval. (Leipzig, Insel, 1905). 4°. 2 nn. Bl., 58 S., 1 nn. Bl., mit gestochener Titelvignette und 20 kolorierten Lithographien. Originalleder mit reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelfileten, Stehkantenvergoldung, (Originalumschläge mit eingebunden, etwas berieben, Kapitale bestoßen). € 580,00

Eins von 250 nummerierten Exemplaren (Nr. 206). - Sarkowski 605. - Meisterhafter Nachdruck der Originalausgabe, Weimar und Gotha von 1789, durch die Offizin Drugulin. - Ex-Libris (Emil Georg Stauss) auf Innendeckel.

HEDIO, Caspar. Chronica. Das ist: Warhafftige Beschreibunge aller alten Christlichen Kirchen. Zum ersten die Historia Ecclesiastica Eusebii Pamphili Cesariensis,... Zum andern, die Historia Ecclesiastica Tripartita, Sozomeni, Socratis, unnd Theodoreti... Frankfurt, P. Schmid für J. Operinus u. J. Herwagens Erben, 1565. Folio. 8 nn. Bl., 937 (recte 999) S., mit Titelholzschnitt und 1 Textholzschnitt. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln mit 8 Eckbeschlägen und 2 Schließen, Deckel jeweils mit Rollen- und Plattenstempeln, (leicht beschabt, ein Schließhaken ergänzt). € 2.000,00

Vierte Ausgabe. - VD 16, E 4290 u. H 928. - Sammlung verschiedener Werke zur Kirchengeschichte, die der Reformator K. Hedio (1494-1552) neu herausgab, ergänzte und kommentierte. Die letzten Einträge finden sich zum Jahr 1544. - Hedio gilt als "der erste protestantische Kirchenhistoriker" (Biogr./Bibliogr. KL II, 636). - Titel mit 3 alt restaurierten Fehlstellen an den Rändern und zeitgenössischem Besitzvermerk, gering fleckig. Mit zahlreichen zeitgenössischen Annotationen in Deutsch und Unterstreichungen. - Schönes Exemplar in einem dekorativen Einband der Zeit, datiert 1572. - Vorderdeckel mit einem Plattenstempel der Justitia, datiert 1561 (Haebler II, 38, 3, II), Rückendeckel mit einem Plattenstempel den Selbstmord der Lucretia darstellend, datiert 1561 (Haebler I, CMB).

HOMÖOPATHIE - WRELEN und D.H... Der homöopathische Rathgeber bei allen Krankheiten der Menschen. Alphabetisch geordnet mit Angabe der heilenden homöopathischen Mittel und erklärender Einleitung über die Namen, Wirkungsdauer und Antidote. Beigefügt sind die Bedingungen, unter welchen die Symptome der Arzneien zu erscheinen pflegen. Leipzig, Karl Franz Köhler, 1836. 8°. XX, 492 S. Etwas späteres Leder mit Rückenschild, (berieben und leicht fleckig). € 400,00

Erste und einzige Ausgabe. - Frühes Grundlagenwerk zu Homöophathie von dem von uns nicht biographisch zu ermittelnden Autor Wrelen. - Mit Auflistung hunderter Krankheiten und Formen des Unwohlseins sowie deren Heilmittel, darunter Abneigung gegen geistige und körperliche Anstrengung, Arbeitsscheu, Dreistigkeit, Gefräßigkeit, Menschenscheu, etc. - Durchgehend etwas gebräunt und stockfleckig.

ICHTHYOLOGIE - (WILHELM, Gottlieb Tobias). Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. Der Fischer erster (und) zweyter Theil. 2 Bände. Augsburg, Engelbrecht, 1799-1800. 8°. Gestochener Titel, XLVIII, 352 S.; gestochener Titel, 416 S., 6 nn. Bl., mit 96 altkolorierten Kupfertafeln. Halbleder der Zeit mit Rückenschildern und leichter Rückenvergoldung, (etwas berieben, hinteres Gelenk von Band 2 alt restauriert). € 980,00

Erste Ausgabe. - Nissen, ZBI 4408. - Die beiden Bände über die Fische aus der Reihe der Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. Der Augsburger Pfarrer Johann Gottlieb Tobias Wilhelm (1758-1811) wollte, ganz im Zeichen der Aufklärung, auf unterhaltsame und gelehrige Weise, begleitet von Illustrationen zeitgenössischer Kupferstecher, die Natur dem breiten Publikum nahebringen. Seine „Unterhaltungen aus der Naturgeschichte" waren eines der erfolgreichsten Publikationsprojekte der Naturwissenschaften im frühen 19. Jahrhundert und erlebten mehrere Auflagen bzw. Raubdrucke. - Die Kupfertafeln in schönem Altkolorit meist mit mehreren Abbildungen auf einem Blatt, darunter zahlreiche Darstellungen vom Fischfang und der Fischverarbeitung. - Etwas stock- bzw. braunfleckig.

INKUNABEL - JACOBUS DE CLUSA. Da valore et utilitate missarum pro defunctis celebratarum. (Daran) JOHANNES DE MECHLINIA. De terminatio utrum perfecta Die opera possint impediri daemonis malitia. (Heidelberg, Heinrich Knoblochtzer), 1493. Klein-4°. 20 nn. Bl. (das letzte Bl. weiß). Mit 5 großen Holzschnittinitialen. Weinrotes geglättetes Maroquin um 1890 mit goldgeprägtem Rückentitel, einfacher Innenkanten- und doppelter Stehkantenfilete, (Gelenke restauriert). € 3.400,00

Erste Ausgabe. - Hain/Copinger 9341; GW M10884; Goff, J-40 (3 Ex.); Polain 2172; BMC III, 671. - Seltene Schrift über die Totenmesse des aus der Nähe von Jüterborg stammenden Jacobus de Clusa (1381-1465). Veranlassung zu dieser Schrift gab ihm, wie er selbst erklärte, die habsüchtige Praxis der damaligen Bettelmönchen, welche die einzelnen bei Ihnen bestellten Messen nicht nach der angegebenen Intention der Besteller lasen, sondern alle Messen, wenn sie nur irgendwie zusammenpassten, auch zusammen verlasen. - An den Schluss wurde Johannes de Mechlinias Schrift beigedruckt. - Sehr schöner 30/31-zeiliger Inkunabeldruck aus der ersten Heidelberger Offizin, Heinrich Knoblochtzers zweiter Presse. - Besonders hervorzuheben sind die 4 ornamentalen und eine figürliche Holzschnittinitialen, wovon eine aus dem berühmten "Rokoko"-Alphabet Johann Zainers stammt. Knoblochtzer hatte dieses von Zainer übernommen (vgl. Amelung S. 66, Abb. 68). Die hübsche figürliche Initiale zeigt einen Landarbeiter beim Eggen. Sie gehört zu einem Kalender-Alphabet. - Signierter Handeinband von "Riviere " Sohn". - Gut erhaltenes, sehr sauberes Exemplar aus der Bibliothek Legel (Ex-Libris auf Innendeckel).

KOSTÜME - BERTINI, A. und V. MOCHETTI. Costumi della Corte Pontificia. Rom, 1846. 12°. Gestochener kolorierter Titel und 30 kolorierte Tafeln als Leporello. Schlichtes Halbleinen in Originalschuber, (Rücken erneuert, leicht beschabt, Schuber etwas stärker). € 740,00

Hiler 198; vgl. Lipperheide Jbb 22 (anderer Titel von Bertini). - Sehr schöne altkolorierte und teils goldgehöhte Tafeln mit Darstellungen verschiedener Papstgewänder, Gewänder von Kardinälen, Sekretären, Bischöfen, Kammerherren, Mönchen, usw. Besonders hervorzuheben sind die 5 Tafeln mit unterschiedlichen Uniformen der Schweizer Garde. Das Titelblatt zeigt den gerade neu gewählten Papst Pius IX. - Minimal fleckig.

LUTHER, Mart(in). Ein predig von de(m) Eelichen stand: verendert unnd corrigieret. Basel, Adam Petri, 1519. 4°. 6 nn. (letztes Bl. w.) Bl., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre, einem Holzschnitt mit Bordüre und 2 Holzschnitt-Initialen. Halbpergament mit Inkunabelpapierbezug. € 1.800,00

Siebente Ausgabe im Jahr des Erstdrucks und zugleich erste Ausgabe mit der Holzschnittillustration. - Benzing 369; VD 16 L 6306. - Bedeutende Schrift über die Institution der Ehe, die einen enormen Einfluss auf das Familienleben und die intellektuelle Entwicklung in den protestantischen Ländern gehabt hat. - Die Holzschnittbordüre des Titels stammt von Ambrosius Holbein (Slg. Stickelberger 124). Der schöne Holzschnitt auf der Titelrückseite stammt vom Meister DS und zeigt Adam und Eva mit der Schlange und die Austreibung aus dem Paradies (Stickelberger 172), umgeben von 4 verschiedenen Holzschnitt-Zierleisten. - Titel mit kleinem hinterlegtem Randausriss, minimal fleckig. Sehr gutes Exemplar.

- - Appellation odder beruffung an ein Christlich frey Conciliu von dem Bapst Leo und seine unrechte(n) frevel verneweret und repetirt. Wittenberg, (Melchior Lotter d.J., 1520). 4°. 4 nn. Bl. Marmorpapierumschlag des 20. Jahrhunderts mit einem älteren Papier, (Rücken gering beschabt). € 980,00

Zweiter Druck der deutschen Ausgabe. - Benzing 773; VD 16 L 3856. - Nachdem Luther 1518 verhört und zum Widerruf aufgefordert wurde, verfasste er, den Bestimmungen des Kirchrechts entsprechend, eine lateinische Appellation an Papst Leo X. Da er jedoch vom Papst keine Hilfe erwartete, entschied es sich für einen weiteren Schritt und forderte bzw. appellierte an die Einberufung eines Allgemeinen Konzils, die er notariell aufnehmen ließ. Die formal als Begündung seines Schrittes argumentierende Schrift weitete sich praktisch zur Gegenklage wider die päpstliche Bannbulle aus, worin deren rechtswidrigen und unchristlichen Charakter betont. Sie enthält auch die Aufforderung an Kaiser und Reichsstände, sich zum Schutz von Glauben und Kirche seiner Appellation anzuschließen. - Breitrandiges, minimal stockfleckiges, Exemplar.

- - Doctor Martinus Luther Augustiners Erbieten. (Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg, 1520). 4°. 2 nn. Bl. Moderner Pappband mit Marmorpapierüberzug. € 2.000,00

Erste Ausgabe, sehr selten. - Benzing 699; VD 16 L 4662. - Deutsche Fassung der am 30. August an Kaiser Karl V. gesandten "Oblatio sive Protestatio", in der er erneut um öffentliche Disputationen zur Prüfung seiner Lehren bittet. Luther bietet an, falls er nach dem Text der heiligen Schrift "für unrecht befunden und überwunden" werde, die Entscheidung anzunehmen. - Der als "Zweiblattdruck" erschienene Text fand auch als Maueranschlag (Plakat) Verwendung. So ist vom Reichsritter Franz von Sickingen überliefert, dass er in Köln Luthers "angeschlagenes Erbieten" gelesen habe. - Leicht gebräunt, kaum merkliche Knickfalte in der Mitte, unauffällige kleine Papierrestaurierung am oberen Rand.

- - Ein mercklich nütz predig wie man on verschuldung mit zytliche(n) gut umb gan sol. Item von dem zinßkauff oder iärlicher gülte, auch vo(n) dem wucher. Basel, Adam Petri, 1520. 4°. 18 nn. Bl., mit einem Titelholzschnitt und Holzschnitt-Bordüre, sowie 2 großen Holzschnittinitialen. Modernes Halbleder mit Blindprägung. € 2.800,00

Erster Basler Druck der erweiterten Ausgabe, insgesamt 9. Ausgabe. - Benzing 567; VD 16 L 6442; Dommer 124; Slg. Stickelberger 398. - Sogenannte "große" Ausgabe des berühmten "Sermon von dem Wucher". Nur diese in Basel gedruckte Ausgabe wurde unter dem weniger konfrontativen Titel herausgegeben. Zuerst 1519 erschienen, vertritt Luther hierin bekanntermaßen die Auffassung, das gute Christen gemäß Matthäus 5, 42 stets zinslos leihen sollten. Echte Christen sollen "willig und gerne leihen und borgen... ohne allen Aufsatz und Zins" (Matthäus). - Nur diese Ausgabe hat den von Petri verwendeten schönen Holzschnitt aus der Plenarfolge von Hans Schäufelein, die einen Reichen darstellt, der mit seinem Verwalter am Tisch in einer offenen Halle abrechnet. - Sehr schönes, sauberes Exemplar.

- - Eyn Sermon von dem newen Testame(n)t. das ist von d' heyligen Messe. Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg, 1520. 4°. 16 nn. Bl., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre. Neuer Halbpergamentband. € 1.800,00

Zweiter Druck der ersten Ausgabe, selten. - Benzing 670; VD 16 L 6410. - Wichtige Schrift Martin Luthers, mit der er das rechte Verständnis für die wahre Bedeutung der Messe erreichen wollte. Die mit insgesamt 13 Drucken weit verbreitete Schrift bildet das Bindeglied zwischen den beiden Hauptschriften "An den christlichen Adel" und "Von der babylonischen Gefangenschaft". - Die sehr schöne Titelbordüre aus der Werkstatt von Lucas Cranach liegt hier im ersten Zustand vor. Sie zeigt, inmitten von Weinlaub und Fabeltieren, links einen den Rosenkranz betenden Pilger, auf dessen Rücken ein Eichhörnchen sitzt, rechts einen nackten, von Bienen umschwirrten Trinker. Oben befindet sich mittig das sächsische, unten mittig das Wittenberger Wappen. - Titel mit kaum erkennbarer Papierergänzung eines Ausschnitts am unteren Rand, die ersten 4 Blatt im Bug verstärkt, gering stockfleckig, die letzten Blatt oben etwas braunfleckig. Breitrandiges Exemplar.

- - Uon der Babilonischen gefengknuß der Kirchen. O.O. und Drucker, (Augsburg, Jörg Nadler, 1520). 4°. 72 nn. Bl. mit einem fast blattgroßen Titelholzschnitt und einer Initiale. Neuerer Pergamentband aus einer alten Handschrift, (etwas beschabt). € 2.400,00

Seltener 4. Druck der ersten Ausgabe. - Benzing 715; VD 16 L 4192. - Die zweite der drei großen Reformationsschriften Martin Luthers. - Die von Martin Luther ursprünglich nur in Latein für einen begrenzten gelehrten Interessentenkreis veröffentlichte Schrift "De captivitate babylonica ecclesiae" fand reißenden Absatz und wurde schnell, um Luther zu schaden, von Thomas Murner ins Deutsche übersetzt. "Luther streitet hier erstmalig die Existenz der sieben Sakramente ab, von denen er nur die Buße, die Taufe und das Abendmahl anerkennt. Firmung, Ehe, Weihe und letzte Ölung lehnt er dagegen ab, da sie nur von Priestern gespendet werden können. Sakramente seien hingegen ausschließlich von Gott selbst gestiftete Zeichen. In dieser Argumentation kommt Luthers Fundamentalkritik an der katholischen Amtskirche zum Ausdruck. Er greift damit die Kompetenzen der Priester und die Autorität des Papstes als deren Oberhaupt in ihrem Kern an." (bavarikon.de/object/bav:BSB-HSS-00000BSB00103357) - Der schöne fast blattgroße Titelholzschnitt mit dem schönen Luther-Porträt von Hans Baldung Grien nach einem Kupfer von Lucas Cranach. - Titelblatt restauriert und aufgezogen, Jahreszahl 1520 mit Kugelschreiber auf Titel verso, durchgehend etwas finger- bzw. braunfleckig, die unteren Blattränder nicht beschnitten, wenige zeitgenössische Anmerkungen am Rand.

- - Evangelium Von den tzehen auszsetzigen vordeutscht und auszgelegt. Wittenberg, (Melchior Lotter, 1521). 4°. 44 nn. Bl., (d.letzte Bl. w.)., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre. Modernes Maroquin mit goldgeprägtem Autorennamen auf Rücken und Deckel. € 1.800,00

Zweiter Druck der ersten Ausgabe. - Von den beiden Urfassungen ist die hier vorliegende, bei Benzing an zweiter Stelle genannte, die wesentlich seltenere. - Benzing 986; VD 16 L 4715; Slg. Stickelberger 440; nicht bei Dommer. - Ausführliche Predigt über die Geschichte von den zehn Aussätzigen. Sie bildet die Grundlage für Luthers Ablehnung der Ohrenbeichte und leitet damit eine Reformation der bisherigen Beichtpraxis ein. - Insgesamt erschienen 12 zeitgenössische Drucke des Textes, darunter jeweils eine Übersetzung ins Französische und Holländische, was die große Bedeutung der Schrift verdeutlicht. - Die ansprechende und mit Fantasie gestaltete Titelbordüre mit Einsiedler und lesender Nonne sowie großer Blattmaske wird der Werkstatt von Lucas Cranach d.Ä. zugeordnet. - Vereinzelt am Rand etwas stockfleckig, minimal wasserrandig, ein Blatt mit alt restauriertem kleinen Papierfehler am oberen Rand. Ex-Libris (Kurt Goidke) auf Innendeckel.

- - Das siebe(n)d Capitel S. Pauli zu den Corinthern Ausgelegt. Wittenberg, (Cranach & Döring), 1523. 4°. 40 nn. Bl. (das letzte weiß), mit einer Holzschnitt-Titelbordüre. Halblederband um 1900, (leicht beschabt). € 2.500,00

Zweiter Druck der ersten Ausgabe. - Benzing 1676; VD 16 L 6683; Dommer 374. - Bedeutende Schrift im Streit um den Zölibat. - Luther, der bereits 1520 in seiner Schrift "An den Teutschen Adel..." die Abschaffung des Zölibats gefordert hatte, legt hier das siebente Kapitel des ersten Korintherbriefes für seine Auslegungen zugrunde. Gerade dieses Kapitel wurde als Hauptargument von den Verfechtern des Zölibats und Feinden der Priesterehe angeführt. - Die architektonische Titelbordüre mit Säulen und drei Wappenengeln im Kopf ist abgebildet bei Joh. Luther, Tafel 58, sie stammt nach Zimmermann von Lucas Cranach, nach Dodgson II, 329, 12 und Flechsig II, 217 von Hans Cranach. - Einige zeitgenössische Marginalien und Unterstreichungen, kleines Wurmloch im unteren Rand, etwas gebräunt und gering fleckig, oben rechts alte Foliierung (69-108). - Schönes, breitrandiges Exemplar.

- - Das tauff buchlin verdeutscht. Wittenberg, (Nickel Schirlentz), 1523. 4°. 11 nn. Bl. (ohne das letzte w.Bl.), mit Holzschnitt-Titelbordüre aus der Cranachschule, einer kleineren Bordüre und einer Initiale im Text. Blindgeprägter Lederband im Stil der Zeit. € 1.800,00

Erste Ausgabe, selten. - Benzing 1626; VD 16 A 785; Dommer 391. - Druckvariante ohne den Punkt nach der Jahreszahl. - "Nachdem Luther seine ersten Schritte über die Neuordnung des Gottesdienstes veröffentlicht hatte, wandte er sich dem kirchlichen Akt der Taufe zu. Hier hielt er keine wesentliche Änderung für nötig außer dem Gebrauch der deutschen Sprache, weshalb er die überlieferten Gebete und Formeln übersetzte und nur ein klärendes Nachwort anfügte." (Kocher-Benzing 133). - Die Übersetzungen der Gebete in größerer Schrift, die Erklärungen Luthers in kleinerer Schrifttype. - Die schöne Bordüre des Titels zeigt den bekannten "Satyr-Holzschnitt" nach Cranach, der sich durch eine große Lebendigkeit auszeichnet. - Das Taufbüchlein ist in mindestens 16 verschiedenen zeitgenössischen Drucken verbreitet wurden. - Minimal fingerfleckig, sehr gutes Exemplar.

- - Das elltern dye kinder zcur Ehe nicht zwyngen noch hyndern Unnd dye kinder onn der elltern willen sich nicht verloben sollenn. (Erfurt, Matthes Maler, 1524). 4°. 4 nn. Bl., mit einer Metallschnitt-Titelbordüre. Halbpergament mit Inkunabelpapierbezug. € 1.800,00

Einer von 11 Drucken des Jahres 1524. Sehr seltene Druckvariante. - Benzing 1914; VD 16 L 4296. - Wichtige und immer noch aktuelle Schrift Martin Luthers, dem Ritter Hans Schott gewidmet. Luther nimmt ausführlich Stellung zum Missbrauch elterlicher Gewalt und legt das Recht junger Mensch dar, ihre Partner frei zu wählen. Er legt fest, dass Eltern sich nicht in die Heiratswünsche ihrer Kinder einmischen sollen, fordert aber trotz allem, dass Kinder nicht gegen den Willen ihrer Eltern heiraten sollen. - Die schöne Titeleinfassung wird im Katalog der Sammlung Stickelberger Nr. 210 Michael Ostendorfer zugeschrieben. Das Monogramm FB am unteren Bordürenrand wird mit Froben Basel aufgelöst. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um einen Metallschnitt, da diese zu dieser Zeit häufiger bei der Druckerei Froben verwandt wurden. - Einige zeitgenössische Marginalien am Rand, minimal fleckig. Sehr gutes Exemplar.

- - Ein weyse Christlich Mess zuhalten un(d) zum tisch Gottis zu gehen. Wittenberg, (Lucas Cranach & Christian Döring), 1524. 4°. 20 nn. Bl. (letztes w.), mit einer Holzschnitt-Titelbordüre und 4 Initialen. Halbpergament mit Kleisterpapierbezug, (minimal beschabt). € 2.200,00

Zweiter Druck der ersten deutschen Ausgabe. - Benzing 1701; VD 16 L 4739. - Bedeutende Übersetzung von Luthers "Formula missae et communionis pro ecclesia Wittenbergensi", durch den Kirchenlieddichter und Reformator Paulus Speratus (1484-1551). Luther legt hier die Form des sonntäglichen Hauptgottesdienst und die Austeilung des Abendmahls fest. - "Gegen Ende des Jahres 1523 erscheint Luthers lateinische Schrift zur Liturgiereform - Formula missae et communionis -. Schon in den ersten Januartagen des folgenden Jahres ließ der damals in Wittenberg weilende Paulus Speratur die deutsche Übersetzung dieser wichtigen Schrift erscheinen, in deren zweiter Auflage hinten zwei deutsche Lieder angefügt sind: Luthers Bereimung des 67. Psalms und eine breite Paraphrase zum 117. Psalm von Joh. Agricola. Luther hatte in dieser Schrift sein Bestreben kundgetan, deutsche Gemeindegesänge in den Gottesdienst einzuführen, und gab wenig später an eine Reihe von Freunden die Anregung weiter, sie möchten doch bestimmte Psalmen in die Liedform übertragen. (Germ. Nationalmuseum Nürnberg, 1983. Kat. zur Ausstellung zum 500. Geburtstag Luthers, S. 301). - Die hübsche Holzschnittbordüre des Titels bei Luther 43, stammt aus der Werkstatt von Lucas Cranach und liegt hier in der Originalversion vor. - Zeitgenössisch rubriziert, mit zeitgenössischen deutschsprachigen Anmerkungen und Unterstreichungen in Rot, minimal gebräunt. Innendeckel mit einem montierten Porträt von Martin Luther. Sehr schönes Exemplar.

- - Eine Heer predigt wider den Turcken. Wittenberg, J.Stuchs, 1530. 4°. 22 nn. Bl., mit Holzschnitt-Titelbordüre und einer Holzschnitt-Initiale. Halbpergamentband aus einer alten Handschrift mit Inkunabelpapierbezug. € 2.400,00

Zweiter Druck der dritten Ausgabe. - Benzing 2714; VD 16 L 4918. - Martin Luther, der in der Bedrohung durch das Osmanische Reich eine Strafe Gottes für das gegen das Evangelium agierende Papsttum sieht, plädierte dafür, die Religion der Türken nicht nur nach ihren Bräuchen zu beurteilen, sondern ihre heilige Schrift, den Koran, fleißig zu studieren, was er selbst tat. - In seiner zweiten großen Schrift, in der er sich mit den Türken auseinandersetzt, ruft er zur Mobilisierung aller Kräfte gegen die Türken auf, verbindet die Türkenbedrohung jedoch mit einer Gefahr die vom Papst ausginge. - Gering gebräunt, Ränder leicht fleckig. Schönes, breitrandiges Exemplar.

- - Warnunge An seine lieben Deudschen. Wittenberg, Hans Lufft, 1531. 4°. 32 nn. Bl., mit Holzschnitt-Titelbordüre und einer Holzschnitt-Initiale. Pergamentband des 19. Jahrhunderts, (gering fleckig). € 1.650,00

Erste Ausgabe. - Vgl. Benzing 2912, VD 17 7337. - Eine der bekanntesten und am meisten verbreiteten Schriften Martin Luthers, von großer politischer Tragweite! Nachdem der Augsburger Reichstag von 1530 keine Einigung gebracht hatte, erklärt Luther hier, dass Widerstand gegen die kaiserliche Gewalt zwar nicht allgemein erlaubt, aber zulässig sei wenn sie in Religionssachen die Untertanen mit Waffengewalt versucht anzugreifen, gefangen zu nehmen oder gar zu töten. Die Schrift gehört zum Schärfsten, was Luther gegen die vorherrschende Kirche zu Papier brachte. Es erschienen 26 Ausgaben, davon zahlreiche in der Zeit des Schmalkaldischen aber auch noch während des Dreissigjährigen Krieges. - "Weil ich der Deudschen Prophet bin (Denn solchen hoffertigen namen mus ich mir hinfurt selbs zu messen, meinen Papisten und Eseln zur lust und gefallen) So will mir gleich wol, als einem trewen lerer, gebüren, meine lieben Deudschen zu warnen, fur irem schaden und fahr..." (D2r) - Wie fast alle Ausgaben der ersten Drucke ist auch die hier vorliegende ein sogenanntes "Mischexemplar". Schon während des ersten Druckes wurde die Auflage erhöht und die Bögen musste neu gesetzt werden. So kommt es zu immer wieder anderen Zusammenstellungen der Varianten. - Unser Exemplar weist das dem ersten Druck zugeschriebene "nichtgeschwänztes g" im Titel bei dem Wort "Warnunge" auf´, im Kolophon heißt es "Gedruckt zu Wittemberg", am Schluss findet sich ein aufgehängtes Herz. Die Kustoden haben die Varianten: B2V - Zum dritten; D4r - offent und E2v -böse. Bis auf die Lage D ist unser Exemplar dem von VD 16 L 7337 gleich. - Die Titelbordüre stammt von Georg Lemberger und zeigt ein Portal mit Engeln (Luther, 34). - Etwas gebräunt und fleckig.

- - Ein brieff an die zu Franckfort am Meyn. Wittenberg, Hans Lufft, 1533. 4°. 18 nn. Bl., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre und 2 Initialen. Pappband des 20. Jahrhunderts, (gering beschabt). € 2.000,00

Erste Ausgabe, selten. - Benzing 3033; VD 16 L 4165; Knaake I, 684 (dieses Exemplar). - Wichtiger Brief Martin Luthers, von dem lediglich 2 Ausgaben erschienen. - In diesem Schreiben distanziert sich Luther von den durch Dionysius Melander beeinflussten und mit einem Bildersturm des Doms verbundenen Volksaufständen im Jahre 1533 in Frankfurt. Die Ansichten des evangelischen Pfarrers Melander näherten sich in verdächtigem Maße denen Zwinglis an. Als Warnung, was frecher Münzerscher Geist bewirken könne, fügte Luther noch sein Sendschreiben an die gemeinde Mühlhausen vom 14.8.1524 an. - Die schöne Holzschnitt-Bordüre vom "Meister der Jakobsleiter" (Luther, 36). - Am oberen rechten Rand alt foliiert, leicht gebräunt, etwas wasserrandig.

- - Eine Schöne Osterpredigt, für dem Churfürsten zu Sachssen gethan. Wittenberg, Nickel Schirlentz, 1538. 4°. 16 nn. Bl., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre und 3 Holzschnitt-Initialen. Lederband des 20. Jahrhunderts, (gering beschabt). € 1.100,00

Erste von nur zwei Ausgaben. - Benzing 3282; VD 16 L 5831. - Berühmte Predigt zum Ostermontag, die Luther vor dem Kurfürsten von Sachsen in der Wittenberger Schlosskirche 1538 hielt. - Die staffagenreiche Titeleinfassung aus der Cranach-Schule zeigt in vier Bildern die Geschichte der Salome mit der Hinrichtung von Johannes dem Täufer. "In dieser neuen Durchdachtheit, auch in künstlerischen Details, zeigt sich die Selbstständigkeit des Entwurfes und ein Abstand von Cranach d. Ä. wie er vorher nicht auftrat. (Cranach-Katalog, Basel, 1974, I, 261ff.) - Titel verso und letztes Blatt mit kleinem Wappenstempel. Durchgehend etwas wasserfleckig, kleine älter hinterlegte Fehlstelle am Rand des Titels. Ein Blatt mit zeitgenössischen Anmerkungen am Rand. - Exemplar aus dem Besitz der fränkischen Adelsfamilie von und zu Aufseß (Stempel). Hans Freiherr von und zu Aufseß (1801-1872) war der Begründer des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg.

- - Der Erste Teil der Bücher uber etliche Epistel der Aposteln. Wittenberg, Peter Seitz Erben, 1578. Folio. 22 nn., 562 num. Bl., mit großenm Titelholzschnitt und zahlreichen Holzschnitt-Initialen. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln, mit 8 Messingeckbeschlägen und 2 intakten Schließen, Vorder- und Rückendeckel jeweils mit unterschiedlichem schwarzgeprägtem Wappensupralibros und den Namen Mathias Veregge und Adelheit Levetzow, (etwas beschabt und fleckig, Rückendeckel mit Spuren einer Kettenbefestigung). € 1.500,00

Sechste Auflage. - VD 16 L 3388. - Der vorliegende Band erschien erstmals 1539. Er ist der erste Band der umfassenden, in Wittenberg erschienenen, Werkausgabe Martin Luthers. - Der Titelholzschnitt, Luther und der Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen neben dem Kruzifix kniend darstellend, ist eine Kopie nach Lucas Cranach d. J. - Einige Anstreichungen von alter Hand, leicht fingerfleckig, unterer Rand teils leicht wasserfleckig, Blatt 400 mit alt restauriertem Randeinriss. - Dekorativer Renaissanceband aus dem Besitz der bekannten norddeutschen bzw. mecklenburgischen Adelsfamilien Vieregge und Levetzow. Matthias von Vieregge, Herr von Rossewitz heiratete um 1565 Adelheid von Levetzow. Beide Familien haben ihre Stammsitze in Mecklenburg und gelangten bis nach Dänemark.

MEDIZIN - BISCHOFF, Ignaz Rudolph. Grundzüge der Naturlehre des Menschen von seinem Werden bis zum Tode. Mit vorzüglicher Hinsicht auf die praktische Medicin bearbeitet. 4 Teile in 1 Band. Wien, Strauss, 1838-1839. 8°. 4 nn. Bl., XVI, 352 S.; 2 nn. Bl., 492 S. Halbleinen der Zeit mit Rückentitel und Rückenvergoldung, (Kanten etwas beschabt, Rücken leicht verblichen). € 500,00

Erste Ausgabe. - Dieser Titel von Bischoff nicht bei Hirsch/H. oder Wellcome. - Ignaz Rudolph Bischoff (1784-1850) war ein österreichischer Mediziner, der sich große Verdienste um die Verbreitung der Pockenimpfung machte. - Mit Kapiteln zur Physiologie und Anthropologie des Menschen. - Ohne das Stahlstichporträt. - Minimal stockfleckig.

- - ETTMÜLLER, Michael. Opera Omnia: nempe, institutiones medicinae, cum notis, collegium practicum generale & speciale de morbis virorum, mulierum ac infantium; collegium chirurgicum; notae in Morelli methodum de formulis medicamentorum praescribendis; in Ludovici dissertationes pharmaceuticas; & in Schroederi Pharmacopoeam ... ; opus posthumum ...cum praefatione Georgii Franci. 3 Teile in 2 Bänden. Frankfurt, Zunner, 1688. Folio. 6 nn. Bl., 718 (recte 710) S.; 1 nn. Bl., 628 (recte 616); 270 (recte 272) S., 26 nn. Bl., mit gestochener Verlegermarke auf dem Titel. Blindgeprägtes Pergament der Zeit, (stärker fleckig, Einbände wellig und aufgebogen). € 240,00

Zweite Gesamtausgabe, die als die beste der Werkausgaben Ettmüllers gilt. - Haeser II, 380; Wellcome II, 534; vgl. Engelmann 155, Hirsch/H. II, 443f., Lesky 193. -Ettmüller (1644-83) "vereinigte mit einer umfassenden Gelehrsamkeit eine grosse praktische Befähigung und wurde ein eifriger Vertreter der durch Sylvius de la Boë begründeten Chemiatrie, deren Grundsätze er mit grosser Gewandtheit auf Physiologie und Pathologie anzuwenden verstand, so dass sein Ruf als Lehrer eine grosse Zahl von Studirenden nach Leipzig zog... (H./H.). - Etwas fleckig, stärker angestaubt, teils mit Anmerkungen von alter Hand.

- - PURMANN, Matthäus Gottfried. Grosser und gantz neugewunderen Lorbeer-Krantz Oder Wund-Artzney. In III. Theil und 127. Capitel abgetheilet. Darinne Ein jedweder Chirurgus aufs beste und Grund-richtigste sehen kan, was bey allen Wunden und Verletzungen des gantzen menschlichen Leibes ... vor Cur-Vortheile und Artzney-Mittel müssen angewendet werden... Zum andern mahl vermehrt heraus gegeben. Frankfurt, Leipzig, Rohrlach, 1705. 4°. Gestochenes Porträt, gestochenes Frontispiz, 14 nn. Bl., 784; 296 S., 28 nn. Bl., mit 12 Kupfertafeln. Pergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, (etwas fleckig, leicht beschabt). € 900,00

Vierte Auflage. - Blake 366; vgl. Hirsch/H. IV, 690. - Mehrfach aufgelegtes und bekanntes Kompendium der Chirurgie. Es werden unter anderem Verletzungen, äußere Erkrankungen, Geschwüre und Krebs beschreiben. Die Tafeln zeigen Instrumente, Krankheitssymptome und Operationen (Trepanation, Staroperation, Mundoperation, Steinschneiden, Transfusion, u.a. - Der aus Schlesien stammende bekannte Wundarzt Matthäus Gottfried Purmann (1648-1721) "führte 1668 die erste Transfusion in Deutschland... mit Lammblut an einem Aussätzigen durch." (Hirsch/H.) - "Purmann was a skilful army surgeon - one of the most famous of the period" (Garrison/M. 2146). - Etwas gebräunt und fleckig. Namensstempel (Dr.Rudolf Deschmann auf Innendeckel, Porträt und Frontispiz verso, sowie auf dem Titel, leicht gelockert.

- - SCHMIDT, Johann Adam. Handschriftlich hinterlassenes Lehrbuch der Materia medica. Revidirt und zum Druck befördert von seinem Freunde und Amtscollegen Wilhelm Joseph Schmitt. Wien, Kupffer und Wimmer, 1811. 8°. XVIII S., 1 nn. Bl., 515, XI S. Halbleder der Zeit mit Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung, (leicht beschabt). € 280,00

Angebunden:
Ders. Vorlesungen über die syphilitische Krankheit und ihre Gestalten. Abgedruckt nach dem Manuscripti des Verfassers. Wien, Kupffer und Wimmer, 1812. XIV S., 2 nn. Bl., 184 S.
Erste Ausgaben. - Hirsch/H. V, 93.; NDB 23, 194. - Johann Adam Schmidt (1759-1809) wurde vor allem durch seine Tätigkeit als Augenarzt in Wien bekannt. - "Auch auf den Gebieten der medizinisch-pharmazeutischen Terminologie – er prägte den Begriff „Pharmakognosie“ – und der Behandlung von Geschlechtskrankheiten wirkte S. innovativ, so bei der Erforschung verschiedener Quecksilbertherapien bei der Syphilis." (NDB). - "Seine mit seltenen Talenten und Gelehrsamkeit verbundene Kunstfertigkeit, namentlich als Augenarzt, waren im In- und Ausland bekannt." (Hirsch/H.). - Etwas stockfleckig.

NORDAMERIKA - LOSKIEL, Georg Heinrich. Geschichte der Mission der evangelischen Brüder unter den Indianern in Nordamerika. 3 Teile in 1 Band. Barby, Gesellenberg und Leipzig, Kummer, 1789. 8°. 8 nn. Bl., 783 S. Leder der Zeit mit leichter Rückenvergoldung und Rückenschild, (gering beschabt). € 600,00

Erste Ausgabe. - Sabin 42109; Howes L-474. - Ausführliche Geschichte der Herrenhuter Mission und der nordamerikanischen Indianer mit Kapiteln über: Religion, Kleidung und Wohnung, Ehe, Speisen, Ackerbau und Viehzucht, Handel etc. - "The labors of this mission lay chiefly among the Delawares, the Nautikokes, The Shawanese, and other tribes in Pennsylvania and New York, upon which it is the be authority, both as to tradition and facts, having been drawn up from the accounts furnished by Gottlieb Spangenberg and David Zeisberger, missionaries among the Indian tribes during forty years. Among the subjects narrated is that of the massacre of Gnadenhuthen and Salem." (Sabin). - Gering gebräunt, zeitgenössischer Namenseintrag auf Innendeckel. - Schönes Exemplar.

ORNITHOLOGIE - BREHM, Ch(ristian) B.(falsch) (Ludwig). Handbuch für den Liebhaber der Stuben-, Haus- und aller der Zähmung werthen Vögel, enthaltend die genauesten Beschreibungen von 200 europäischen Vögelarten... Unter Mitwirkung des F. Grafen von Gourcy-Droitaumont. Ilmenau, Voigt, 1832. 8°. XXXVI, 410 S., 1 nn. Bl., mit 8 kolorierten Kupfertafeln und 1 lithographischen Tafel. Halbleinen der Zeit, (berieben und etwas fleckig). € 240,00

Erste Ausgabe. - Nissen IVB 141; Zimmer 91; Sitwell-B. 81. - Der aus Thüringen stammende evangelische Pfarrer Christian Ludwig Brehm (1787-1864), genannt der „Vogelpastor", war einer der bedeutendsten deutschen Ornithologen des 19. Jahrhunderts. - "A treatise on the birds (mostly European) capable of being caged or domesticated, including prefatory notes on breeding, rearing and caring for them in captivity." (Zimmer) - Die Tafeln mit mehreren Vogeldarstellungen auf einem Blatt. - Etwas stockfleckig, die Tafeln am unteren Rand mit handschriftlichen Bezeichnungen, am oberen Rand leicht beschnitten. Kleine Marke mit Namen (Th.Sprater) auf Titel verso und Name auf fliegendem Vorsatz.

- - WILHELM, G(ottlieb) T(obias). Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. Die Vögel. 2 Bände. Augsburg, Engelbrecht, 1795. 8°. Gestochener Titel, XXXII, 367 S.; gestochener Titel, 10 nn. Bl., 384 S., 4 nn. Bl., mit 90 kolorierten Kupfertafeln. Halbleder der Zeit mit Rückenschildern und leichter Rückenvergoldung, (etwas beschabt). € 780,00

Erste Ausgabe. - Nissen, ZBI 4408; IVB 988. - Die beiden Bände über die Vögel aus der Reihe der Unterhaltungen aus der Naturgeschichte, die insgesamt 27 Bände umfasst. - Der Augsburger Pfarrer Johann Gottlieb Tobias Wilhelm (1758-1811) wollte, ganz im Zeichen der Aufklärung, auf unterhaltsame und gelehrige Weise, begleitet von Illustrationen zeitgenössischer Kupferstecher, die Natur dem breiten Publikum nahebringen. Seine „Unterhaltungen aus der Naturgeschichte" waren eines der erfolgreichsten Publikationsprojekte der Naturwissenschaften im frühen 19. Jahrhundert und erlebten mehrere Auflagen bzw. Raubdrucke. - Die Tafeln in prächtigem Altkolorit und meist mit mehreren Vogeldarstellungen auf einem Blatt. - Etwas stockfleckig und gebräunt, teilweise mit Textabklatsch.

PANTALEON, Heinrich. Teutscher Nation warhafften Helden (erster-dritter Theil). Jetzmalen aber von dem erste(n) Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret. 3 Bände in 1 Band. Basel, Brylinger für L.Ostein, 1578. Folio. Mit ca. 1500 teils wiederholten Porträtholzschnitten, einem Schöpfungsholzschnitt und 3 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken auf den Titel. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit mit Schließen, (gering berieben, Schließhaken ergänzt). € 5.200,00

Vierte bzw. dritte (Bände 2 und 3) Ausgabe. - VD 16 P 237, 238 und 239.;vgl. Brunet IV, 348; Lipperheide Da 2; ADB 25, 128 ff. - Hauptwerk des Basler Historikers Heinrich Pantaleon (1522-1595), in dem die deutsche Geschichte in Form von Biographien dargestellt wird. Das Heldenbuch scheint "als ein seltsames Mischprodukt italienischer Renaissance und deutschen Mittelalters. Renaissancehaft ist das Aufstellen von Heldengalerien, die Portraitkunst als ein Ausdruck moderner Ruhmesempfindung und Lebensauffassung. Deutsch ist das Verhaftetsein in der chronikartigen Darstellung einer umfassenden Reichsgeschichte, deren Schwerpunkt im Mittelalter liegt." (Buscher, S. 289). - Die vorliegende Ausgabe ist eine Titelauflage der zweiten deutschen Ausgabe zu der Lipperheide schreibt: "Die deutsche Übersetzung vollständiger als das Original." - "Der erste Band beginnt mit Adam, der zweite mit Karl dem Großen, der dritte mit Maximilian I. Dieser letzte Band, der dem Verfasser seitens des Kaisers Maximilians II. die Ernennung zum Poeta laureatus und Pfalzgrafen eintrug, ist der werthvollste, da P. hierfür Mittheilungen von Zeitgenossen, die er 1565 auf einer Reise gesammelt, benutzte." (ADB 25, 130) - Titel in Rot und Schwarz gedruckt. - Fliegender Vorsatz mit teilweise gelöschtem besitzvermerk von 1639, Titel mit einem handschriftlichen Besitzvermerk von Johann Jakob Groß, sowie einem Kaufvermerk von Barthlin Volmar (15)94. - Teils etwas gebräunt und leicht fleckig, vereinzelte alte Marginalien, die letzten Blatt mit kleinem Wurmgang am Rand, S. 17-20 im dritten Teil in das Register gebunden.

PETRUS DE NATALIBUS. Catalogus sanctoru(m) et gestorum... multis novis additionibus... Venedig, Nikolaus de Francfordia, 1516. 4°. 8 nn., 504 num. Bl., mit 1 großen und mehr als 450 kleinen meist wiederholten Holzschnitten sowie zahlreichen Holzschnittinitialen, schwarzgrundierte Druckermarke. Halbleder der Zeit über Holzdeckeln, mit 2 Schliessen, Rückenschild aus Papier, (Rücken wohl im 18. Jahrhundert erneuert, etwas berieben, Schließen passend ergänzt). € 3.200,00

Adams N 47; Stc 462; Sander 4941; Kristeller 248. - Von Albertus Castellanus herausgegebene seltene Ausgabe der Heiligenlegenden des Natalibus. Die erste, nicht illustrierte, Ausgabe erschien 1493 in Vicenza. - Reich illustrierte, bei dem bekannten Drucke und Verleger aus der Inkunabelzeit Nikolaus von Frankfurt erschienene, Ausgabe mit einem großen Kreuzigungsholzschnitt umgeben von 14 kleinen Heiligendarstellungen, das erste Blatt mit einem etwas größeren Holzschnitt und dem Text umgeben von 9 kleinen Heiligendarstellungen sowie 2 Blütenstäben. Einige der Holzschnitte tragen das Monogramm "c". - Zeitgenössischer Besitzeintrag "Collegium hospitalensis" (=Spital am Pyrhn) auf dem Titel, einige Anmerkungen von alter Hand auf hinterem Innendeckel. Titel minimal fleckig, die letzten 5 Blatt mit kleinem Wurmloch am oberen Rand. - Sehr schönes, sauberes Exemplar in kräftigem Druck.

PHARMAZIE - (AMMON, F.A.v.). Repertorium der besten Heilformeln aus der Praxis der bewährtesten Aerzte, Wundärzte, Geburtshelfer, und der berühmtesten klinischen Leherer Deutschlands. Ein Handbuch für practische Aerzte, Wundärzte und Geburtshelfer von einem practischen Arzte und Chirurgen. Zweite, verbesserte und sehr vermehrte Auflage. Leipzig, Hartmann, 1828. 8°. XVI, 454 S. Leder der Zeit mit Rückentitel und Rückenvergoldung, (gering beschabt). € 220,00

Holzmann-Bohatta VI, 7276; Hirsch/H. I, 118. - Das anonym erschienene umfassende Handbuch wurde von dem deutschen Mediziner Friedrich August von Ammon (1799-1861) verfasst. Bekannt wurde er vor allem durch seine Lehrtätigkeit in Dresden und als Leibarzt des sächsischen Königs Friedrich August II. "Ausgestattet mit den glänzendsten Geistesgaben, einer classischen Bildung, der wärmsten Liebe zu seiner Wissenschaft und dem eisernsten Fleisse, verbunden mit der vollendetsten Humanität, nahm er... unter den Notabilitäten der deutschen Wissenschaft einen hervorragenden Platz ein." (Hirsch/H. I, 120). -Enthält Arzneiformeln für den inneren und für den äußeren Gebrauch; Vorschriften; Hilfe bei Vergiftungen sowie ein umfangreiches Namens- und Sachregister. - Etwas angestaubt, unleserlicher Stempel auf Titel verso.

- - BRÄUNER, Johann Jacob. Thesaurus Sanitatis, Bestehet in einer der fürnehmsten und üblichsten Artzney-Mitteln beschriebenen Teutschen Apotheck und Material-Kammer, in welcher ohnmaßgeblich erinnert wird, Wie man die zu menschlicher Gesundheit benöthigte Medicamenta, so zu einer wohlgefaßten Apotheck erfordert werden, nicht nur bereiten... möge. Wie man alle zu der Artney dienende ... Materialien und Gewächs ... gebrauchen kann. Band IV in 2 Teilen ( von 4 Bänden). Frankfurt, Fleischer, 1725. 8°. Doppelblattgroßer Titel, 2 nn. Bl., 514 S. (S489-492 in Kopie), 17 nn. Bl.; 608 S., 5 nn. Bl. Leder der Zeit mit Rückenvergoldung und Rückenschild, (etwas beschabt, Kapitale leicht bestoßen). € 380,00

Zweite Ausgabe. - Blake 63; Ferchl 65. - Der in sich abgeschlossene Band 4 des Frankfurter Arztes Johann Jacob Bräuner enthält u.a. Rezepte für Essenzen und Tinkturen sowie mit Beschreibungen der Rohstoffe zur Herstellung von Medikamenten, darunter Caffee, Chocolata, Ingber, Pfeffer, Mandeln oder Tee. - S. 489-492 in Teil 1 in Kopie. - Leicht wasserrandig, etwas fingerfleckig, Titel verso mit stark geschwärztem Balken auf den Titel durchschlagend.

- - LOWER, Richard. Englisches Artzney-Büchlein, Das ist: Des weltberühmten Englischen Medici Hn.D.Lovveri, und unterschiedlicher anderer vortrefflichen Englischen Medicorum in London, nützliche, bewehrte und viel Jahr lang an vielen Menschen probirte und gut befundene Recepte und Artzney-Mittel ... allerhand Kranckheiten, Gebrechen und Schwachheiten des menschlichen Leibes, innerlich und äusserlich zu heilen... aus dem Englischen ins Hochteutsche übersetzet worden von M.C.Ludovici... 2 Bände und Anhang in 1 Band. Leipzig, Gleditsch, 1713-1715. 8°. Mit gestochenem Porträt. Etwas späteres Halbpergament mit einer Textseite des. 17 Jahrhunderts als Deckelbezugspapier, (gering fleckig). € 600,00

Angebunden:
FERNEL, Jean. Conciliorum Medicinalium Liber. Nunc denuo fidelius & accuratius quam antea editus... Cum indice accurato. Frankfurt, Wechel, 1585. 143 S.
1) Fünfte Auflage. - Wellcome III, 553. - Mit dem Anhang: "Haber-Beschreibung ... Als eine Universal-Medicin".
2) Diese Ausgabe nicht bei Wellcome. - Der französische Mediziner Jean Francois Fernel beschrieb als erster das Rückenmark und die Begriffe Pathologie und Physiologie gehen auf ihn zurück. -
Etwas gebräunt.

- - MITSCHERLICH, C.G. Lehrbuch der Arzneimittellehre. Zweite verbesserte Auflage. 3 Bände. Berlin, Bethge, 1847-1851. 8°. Schlichte Pappbände der Zeit, (etwas beschabt, Ecken und Kanten berieben und bestoßen). € 250,00

Um den dritten Band erweiterte zweite Ausgabe. - Hirsch/H. IV, 224. – Das von Karl Gustav Mitscherlich (1805-1871) veröffentlichte Lehrbuch war lange Zeit unübertroffen und nahm lange "eine ehrenvolle Stellung in der pharmakologischen Litteratur" (ADB 22, 22) ein. - »M. war der erste deutsche Pharmakolog, der die Bedeutung der Kenntniss des chemischen Verhaltens der Arzneimittel gegen die Bestandtheile des Organismus und die der Thierversuche überhaupt für die Entwicklung der Pharmakologie erkannte ... « (Hirsch). - Minimal stockfleckig.

- - ROLOFF, J.Christoph Heinrich. Anleitung zur Prüfung der Arzneykörper bey Apothekenvisitationen für Physiker, Aerzte und Apotheker. Magdeburg, Creuz'sche Buchhandlung, 1812. 4°. XXI, 49 S. Pappband der Zeit, (etwas berieben und fleckig). € 200,00

Erste Ausgabe. - Poggendorff II, 681. - Handbuch zur Überprüfung der Identität und Qualität von Arzneimittelvorräten. - Mit Leerseiten durchschossenes Exemplar, diese mit zahlreichen Einträgen. auf dem Titel findet sich die Anmerkung, dass die in der zweiten Auflage enthaltenen Verbesserungen beigeschrieben sind. - Minimal stockfleckig, Name (Dr. Kinscherf) mit grünem Buntstift auf Titel.

POP-UP - WEEDON, L(ucy) L. und Evelyn FLETCHER. The model menagerie. With natural history stories by L.L. Weedon, Evelyn Fletcher and others. London, Ernest Nister; New York, E.P. Dutton & Co., o.J. (ca. 1895). Quer-4°. 14 nn. Bl. (inkl. Titel). Mit 6 ganzseitigen Aufstellbildern in Chromolithographie und zahlreichen Textabbildungen. Farbig illustriertes Originalhalbleinen, (Ecken und Kanten etwas stärker bestoßen, 1 Gelenk eingerissen, Rückdeckel mit Kritzeleien und Kratzspuren). € 540,00

Osborne I, 420: "The prose stories are accompanied by six three-dimensional, "stand-up" pictures, printed in colour, showing animals in cages". - In den Käfigen können eine Löwenfamilie, eine Gruppe von Rehen, eine Tigerfamilie, Affen, eine Bär und ein Elefant bestaunt werden. - Gedruckt in Bayern. - Vorsatz mit Besitzvermerk, Innengelenke gelockert, im Rand leicht fleckig. Ohne die kleinen Stege für den Abstand. Trotz der kleineren Mängel gutes Exemplar.

REFORMATION - EBERLIN VON GÜNZBURG, Johann. Wie gar gfarlich sey. So ein Priester kein Eeweyb hat. Wye unchristlich und schedlich eym gemeynen nutz Die menschen seynd. Welche hyndern die Pfaffen am Eelichen stand. O.O. u. Dr. (Augsburg, Melchior Ramminger), 1522. 4°. 10 nn. Bl., mit großem Titelholzschnitt und 3 Initialen. Moderner blindgeprägter Lederband im Stil der Zeit. € 3.200,00

Erste Ausgabe, sehr selten. - VD16 E 156; Hohenemser 2910; Muller, Vogtherr 94. - Johann Eberlin aus Günzburg (um 1470-1533) zählt, neben Luther, zu den wortgewaltigsten Schriftstellern und Verfassern der beginnenden Reformation. - Diese Flugschrift zählt zu den ersten reformatorischen Schriften, die sich kritisch mit dem Zölibat auseinandersetzten. Eberlin appelliert an die Bischöfe, ihren Widerstand gegen die Priesterehe aufzugeben und prangert die öffentliche Schädlichkeit des Zölibats an. - Der reizvolle Titelholzschnitt (abgebildet in mehreren Werken über die Reformation) von Heinrich Vogtherr zeigt drei Geistliche die heiraten. Im Vordergrund werden ein Bischof und eine vornehme Dame getraut, im Hintergrund ein Priester und eine Nonne, sowie ein Mönch und eine Dame. - Mit zeitgenössischen Anmerkungen am Rand. Braun- und fingerfleckig, durchgehendes Wurmloch mit minimalem Bild- bzw. Buchstabenverlust.

REICHSABSCHIED - Aller des Heiligen Römis. Reichs gehaltenen Reichs-Täge, Abschiede und Satzungen, Samt andern Kayserlichen und Königlichen Constitutionen, als Caroli IV. Güldene Bull, ... und Münsterischen Friedens-Schluß... Wie die vom Jahr 1356. biß in das 1654. auffgericht, erneuert und publicirt worden... Frankfurt, Schönwetters Witwe, 1720. Folio. Gestochener Titel, 101 nn. Bl., 1156 S., mit gestochener Titelvignette und 1 Textkupfer. Pergament der Zeit, (etwas fleckig, Ecken leicht aufgebogen). € 720,00

Pütter II, 439. - "Schubert 137: Der Übergang zum immerwährenden Reichstag brachte es mit sich, daß keine weiteren Reichsabschiede mehr erlassen wurden. Das verlangsamte die Folge neuer Ausgaben. Immerhin war das Bedürfnis, die früheren Abschiede stets zur Hand zu haben, so stark, daß 1666 und 1720 je ein und 1692 und 1707 je zwei Drucke erfolgten." (Sauer/Auvermann 14, 2050). - Letzte Ausgabe der von Schmauß bearbeiteten Reichsabschiede. - Mit 2 umfassenden Registern. - Wie meist etwas stockfleckig; Frontispiz und Titel restauriert und an den Rändern angefasert. // Engraved title, 101 nn. ll., 1156 pages, with engraved title vignette and 1 copper engraving in text. Contemporary parchment with title on the back and gilt coat of arms supralibros on front cover, (a little stained, hinges underlaid). - Pütter II, 439 - "Schubert 137: Der Übergang zum immerwährenden Reichstag brachte es mit sich, daß keine weiteren Reichsabschiede mehr erlassen wurden. Das verlangsamte die Folge neuer Ausgaben. Immerhin war das Bedürfnis, die früheren Abschiede stets zur Hand zu haben, so stark, daß 1666 und 1720 je ein und 1692 und 1707 je zwei Drucke erfolgten." (Sauer/Auvermann 14, 2050). - Last edition of the Reichsabschiedde edited by Schmauß. - With 2 comprehensive registers. - As usually a little bit stained.

RHEIN - HORN, W.O. von. (das ist: P. F. W. Oertel). Der Rhein. Geschichte und Sagen seiner Burgen, Abteien, Klöster und Städte. Wiesbaden, Julius Niedner, 1867. 8°. IV, 552 S., mit 36 Stahlstichtafeln. Illustriertes Originalleinen mit Rücken- und Deckeltitel, Goldschnitt, (etwas beschabt und bestoßen). € 340,00

Erste Ausgabe. - Schmitt 105. - "Letztes größeres illustriertes Werk über den Rhein, das noch Stahlstiche verwendet" (Schmitt). - Mit Ansichten von Mainz, Worms, Schloß Biebrich, Rüdesheim, Lorch, Bacharach, Caub, Boppard, Stolzenfels, Koblenz, Andernach, Rolandseck mit Drachenfels, Godesberg, Bonn, Köln, u.a. - Minimal stockfleckig. Widmung auf Vorsatz und Datumseintrag auf Frontspiz verso Gutes Exemplar.

ROM - DIONIS, Filippo Lorenzo. Sacrarum Vaticanae Basilicae cryptarum monumenta, aereis tabulis incisa et a Philippo Laurentio Dionysio, ejudem Basilicae beneficiario commentariis illustrata. Editio Altera. Rom, Superiorum Facultate, 1828. Folio. XXXI, 225 S., mit 1 gefalteten doppelblattgroßen gestochenen Plan und 83 Kupfertafeln. Maroquin der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung, Stehkantenvergoldung, (etwas beschabt und bestoßen, Rückendeckel etwas stärker betroffen, Rücken etwas verblasst). € 1.200,00

Zweite Ausgabe des erstmals 1773 erschienenen Werkes über die Krypten des Vatikans. Das Hauptwerk von Filippo Lorenzo Dionisi (auch Dionigi) (1712-1789) stellt eine wichtige und genaue archäologische Studie der tieferliegenden Schichten der vatikanischen Basilika dar. - Minimal stockfleckig, am oberen Rand teils kleiner Wasserrand, Namensstempel auf Titel. - Sehr dekorativ gebundenes Exemplar mit interessanter Provenienz. Aus dem Besitz von Prinz Alfons von Bayern (1862-1933). Der Einband mit mehreren Rahmen aus goldgeprägten Fileten, gefüllt mit Eckfleurons, Blumen- und Ziergirlanden.

STRABO. Strabonis geographicorum lib. XVII, Olim, ut putatur, à Guarino Veronensi ac Gregorio Trifernate Latinitate donati, iam denuo à Conrado Heresbachio... Item, epitomae eorundum decem & septem de Geographia librorum, nunc primum de Graeco sermone in Latinum conversae, Hieronymo Gemusao, d. Medico & Philosopho interprete. Basel, Joh. Walder, 1539. Folio. 44 nn. Bl., 549 S., 13 nn. Bl., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre, 5 figürlichen Holzschnitten als Mittelstücke, zahlreiche figürliche Holzschnitt-Initialen und 2 Holzschnitt-Druckermarken. Blindgeprägtes braunes Kalbsleder der Zeit über Holzdeckeln mit hintübergreifenden Schließen, Längsschnitt für zeitgenössischer Beschriftung "Strabo" und 2 kleinen Federzeichnungen, (Rücken restauriert, Schliesshaken passend ergänzt, etwas bestoßen). € 1.900,00

VD 16 S 9347; Graesse VI, S.506; Jöcher IV, 864; vgl. Brunet VI, 554 ff.; Hoffmann III, 457. - Erste Ausgabe in der Bearbeitung von Conrad Heresbach und zweite im 16. Jahrhundert gedruckte Ausgabe. - Strabo (63 - 24 v.Chr.), griechischer Philosoph und Historiker, hat mit seiner Geographika einer der heute historisch bedeutendsten Werke verfasst, das aus der Zeit um Christi Geburt erhalten geblieben ist. Seine umfassende Geographie, in griechischer Sprache lag sie in 17 Bänden vor, geht vermutlich von der Weltkarte des Eratosthenes aus und nimmt drei Kontinente an, die von einem Ozean umgeben sind. Das Werk, das sich auf eigene Beobachtungen und Erkundigungen stützt, ist eine Fundgrube an Informationen besonders historischer und ethnographischer Art. Durch seine reisen in viele der vom damaligen Römischen Reich beherrschten Länder und Gebiete liefert er heutigen Historikern wertvolle Informationen über Orte, Menschen und Kulturen seiner Zeit. Nach der Einleitung, die Grundlagen der wissenschaftlichen Geographie enthält, folgen die Abhandlungen in den Büchern 3 - 10 über Europa (erstmals werden Britannien und Germanien ausführlich beschrieben), 11 - 16 Asien und in 17 Ägypten und Lybien. - Die Epitome in der ersten lateinischen Übersetzung von Hieronymus GEMUSAEUS (1505 - 43). - Vor- und Nachsatz erneuert, Titel mit gelöschtem zeitgenössischem Besitzvermerk, die ersten Blatt minimal angerändert, gering fleckig. - Gut erhaltenes Exemplar in einem dekorativen zeitgenössischen Einband Niederländisch-flämischer Herkunft.

TAULER, Johann. Sermones... die da weißend auff den waren weg im gaist zu wanderen durch überswebendenn syn. von latein in teütsch gewendet manchem menschenn zu säliger fruchtbarkeit. Augsburg, J.Ottmar für J.Rynmann, 1508. 4°. 6 nn., 221 num. Bl. (ohne das letzte w. Bl.)., mit einem halbseitigen altkolorierten Holzschnitt von Hans Burgkmair und 2 (1 altkolorierten) Holzschnitt-Initialen. Holzdeckelband der Zeit mit blindgeprägtem Kalbslederrücken und 2 Schließen, (Rücken fachmännisch restauriert, Schließen ergänzt, Rückendeckel angebrochen). € 6.000,00

Zweite deutsche Ausgabe und gleichzeitig die einzige mit dem Holzschnitt von Burgkmair. - VD 16, J 783; Dodgson II, 61, 5. - Mit einem neuen Nachwort und einem Wörterverzeichnis versehene überarbeitete Auflage der erstmals 1498 in Leipzig erschienenen Predigten, von denen 80 von Tauler stammen und 4 vom Meister Eckhart. Am Schluss folgt ein biographischer Text "Hysteria Taulerii" zum Leben des Straßburger Domenikaners. - Johann Tauler (ca. 1300-1361) gilt als einer der großen rheinischen Mystiker. Der Band versammelt alle Predigten Taulers und gilt als sein Hauptwerk. Die Originalhandschriften nach denen die Predigten herausgegeben wurden, fielen dem Brand der Straßburger Bibliothek zum Opfer. - "Als Prediger ist Tauler weniger an der Systematik einer theologischen Lehre interessiert als an der Frage, wie der Christ sich Gott annähern und der Erfahrung der 'unio mystica', der Vereinigung mit Gott, teilhaftig werden könne ... Gegenüber Seuse oder Meister Eckhart erscheint er als eigenständiger Denker, der die christliche Vorstellung vom Leben als Pilgerschaft zu Gott nicht als intellektuelle, sondern primär als praktische Handreichung für den Menschen begreift. Tauler predigte nicht nur vor Mönchen, sondern auch vor den Bürgern und Handwerkern von Straßburg sowie in Basel ... und gewann damit jene lebenspraktischen Bezüge, die noch Martin Luther an ihm rühmte ... Jeweils von einem Bibelwort ausgehend, redet Tauler in anschaulichen Bildern, schmückt seinen Vortrag mit Erzählungen und führt mit seinen Zuhörern gleichsam ein Zwiegespräch. Er poltert nie, auch wenn er etwas zu tadeln hat. Dennoch ist seine Rede kraftvoll und einprägsam ... und hat den deutschen Wortschatz nicht unwesentlich bereichert" (KNLL, XVI, 383). - Der schöne altkolorierte Holzschnitt stellt die Kreuztragung Christi dar. Die kolorierte Initiale leitet den biographischen Text ein. - Etwas wurmstichig und leicht fleckig, zeitgenössischer Besitzeintrag auf Titel (Franziskaner Ingolstadt). - Ein bedeutendes Werk in einem schönen zeitgenössischen spätgotischen Einband.

THEOLOGIE - DIONYSIUS CARTHUSIANUS. Epistolarum ac evangeliorum dominicalium totius anni Enarratio, adiunctis homiliis & sermonibus variis, tam ad plebem, quàm ad religiosos, omnipharia eruditione conspicuis. Pars prima de Tempore. Teil 1 (von 2 Teilen). Köln, Quentel, 1533. Folio. 6 nn. Bl., 384 Bl., mit Holzschnitt-Titelbordüre, einer kleinen Holzschnitt-Wappendarstellung und einigen Holzschnittinitialen Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln mit 2 Schließen, (etwas berieben und fleckig, vereinzelte Wurmlöcher, 1 Schließenhaken ergänzt). € 650,00

Erste Ausgabe. - BM 496; VD16 D 1890. - "Dionysius der Karthäuser... leuchtet im 15. Jahrhundert unter den niederländischen Theologen besonders hervor." (ADB 5, 246). - Der Verfasser zählt zu den gelehrtesten Theologen seiner Zeit. Er beschäftigte sich sehr mit der Mystik, so dass man ihn auch "Doctor ecstaticus" zu nennen pflegte. In den Jahren 1451/52 begleitete er den Kardinal Nikolaus von Cusa (Cusanus) auf dessen Reisen an den Nieder- und Mittelrhein, wo zahlreiche Schriften entstanden. - Die breite Holzschnittbordüre mit geistlichen Darstellungen. - Mit Annotationen von alter Hand. Ränder teils leicht wasserfleckig oder braunfleckig, Innendeckel und Titel mit Besitzeinträgen von alter Hand und gelöschtem Stempel, gering wurmstichig. - Der Einband mit einem doppelten blindgeprägten Rahmen aus Streicheisenlinien, wobei der äußere mit Einzelstempeln und der innere mit Rollenstempel gefüllt wurde. Das Mittelfeld aus 5 vertikalen Streifen, die äußeren mit Einzelstempeln und die 3 inneren mit Rollenstempeln ausgefüllt. Rückendeckel etwas variiert, das Mittelfeld ist aufgeteilt in 2 äußere Rollenstempelreihen, dann einen Rahmen aus einem anderen Rollenstempel und der mittlere Streifen weist wieder die Einzelstempel auf.

TRIER, Walter. 8192 Crazy Costumes. London, Atrium, (1950). 8°. 32 dreigeteilte S. mit farbigen ganzseitigen Illustrationen. Illustrierte Originalspiralbindung, (gering beschabt). € 80,00

Erste Ausgabe. - Hatry 107, 25. - Hübsches Verwandlungsbilderbuch mit Kostümen aus Spanien, Bayern, dem elsass, Texas (Cowboy), Arizona (Indianer), Russland, der Südsee, England, Japan, China, Mexico, usw. - "For children from 5 and under to 75 and over". (Innendeckel) - Minimal gebräunt.

TRIER, Walter. 8192 Quite Crazy People. London, Atrium, (1949). 8°. 32 dreigeteilte S. mit farbigen ganzseitigen Illustrationen. Illustrierte Originalspiralbindung, (gering beschabt). € 90,00

Erste Ausgabe. - Hatry 107, 24. - "Fun in Fairyland. Well-known Figures from Famous Children's Books." - Hübsches Verwandlungsbilderbuch mit Illustrationen bekannter Kinderbuchfiguren, wie Pinocchio, die kleine Meerjungfrau, Don Quijote, Humpty Dumpty, Alice im Wunderland, Aladdin, Tom Sawyer, usw. - "For children from 5 and under to 75 and over". (Innendeckel) - Minimal fleckig.

VALENTINI, Michael Bernhard. Polychresta exotica in curandis affectibus contumacissimis probatissima... ut et nova herniarum cura. Accedunt.... Dissertationes epistolicae varii argumenti. Frankfurt am Main, J.A.Jung, 1701. Klein-4°. 4 nn. Bl., 293 S., mit 6 Kupfertafeln. Pergament der Zeit mit Rückentitel, (gering beschabt). € 980,00

Zweite Ausgabe, selten. - VD18 15023214; vgl. Hirsch/H. V, 693 ff. - Erschien erstmals in der gerichtsmedizinischen Sammlung "Pandectae medico-legales...", herausgegeben von Valentini, 1700 bei Zunner in Frankfurt. - Enthält verschiedene von Valentini zusammengetragene Briefe anderer Wissenschaftler über die Nutzung exotischer Heilmittel und Drogen. Darunter u.a. ein Text über die Chinarinde, die Anwendung der Ipecacuanha, eine frühe Beschreibung (mit Kupfer) des Tabakklistiers und einen Text über das Geschlecht der Pflanzen von Camerarius. - Die Tafeln unter anderem mit einer Darstellung eines Stacheltiers. - Leicht stockfleckig.

WEIHNACHTEN - MUNIN, F. Christkind. Ein Weihnachtsbilderbuch für unsere Kinder. Freiburg im Breisgau, Walter Momber, o.J. (um 1925). Quer-4°. 16 nn. Bl., mit 15 farbigen Illustrationen. Originalhalbleinen mit aufmontierter Deckelillustration, (beschabt, Vorderdeckel etwas lädiert, leicht fleckig). € 240,00

Erste und einzige Ausgabe. - Von uns nicht bibliographisch zu ermitteln. - Seltenes Bilderbuch zum Zeitraum zwischen dem ersten Advent und dem Weihnachtsabend. - Innen minimal fleckig.

WILD, Johannes. Wintertheyl (und) Sommertheyl der Postill de Sanctis Evangelischer Warheit und rechter Catholischer Lehr uber die Evangelien.. Mainz, Fr. Behem, 1568-1569. Folio. 4 nn., 158, 2 w.; 4 nn., 454, 2nn. Bl., mit wiederholtem Wappenholzschnitt auf den Titeln verso und 35 Holzschnitten im Text. Blindgeprägtes Leder der Zeit über Holzdeckeln, mit 2 Schließen, papiernes Rückenschild, (etwas fleckig, kleinere Fehlstellen an den Ecken, Schließhaken ergänzt). € 1.200,00

Zweite Ausgabe, vermehrt um die Holzschnitte. - VD 16: W 3004 und 3005; ADB 6, 721 (Ferus). - Diese Ausgabe der Predigten zu den Sonntagsevangelien wurde um die schönen, mit Renaissance-Umrahmungen versehenen, Holzschnitte des Monogrammisten HM (siehe Nagler III, 1251) vermehrt. Jeweils auf dem Titel verso ein großer Wappenholzschnitt und auf dem vierten Blatt ein fast blattgroßer Holzschnitt mit einer Darstellung der Kreuzigung. - Johann Wild (1494-1554), Franziskaner in Mainz, gilt als einer der bedeutendsten Prediger seiner Zeit, dessen Predigten nicht ohne Einfluss der Reformation blieben. "..die römische Congregation des Index verbot seine 'Opera omnia' mit Ausnahme der Commentare zu Matthias und Johannes... " (ADB). Viele Prediger der Region, insbesondere in Worms richteten sich nach seiner Predigtweise und Exegese. - "Seine Kanzelreden, die er alle niederschrieb, zeichnen sich durch Friedensliebe und Milde aus. freimütig beklagt er die Missstände am römischen Hof..." (NDB 5, 101). - Wild ist es zu verdanken, dass der Mainzer Dom 1552 durch die Heerzüge Albrechts Alcibiades, Markgraf von Kulmbach, verschont blieb. - Teilweise am oberen Rand leicht wasserfleckig, gering fingerfleckig. Innendeckel jeweils mit einem Antiquariatsstempel. Gutes Exemplar.

WILHELM, G. T. Unterhaltungen über den Menschen. 3 Bände. Augsburg, Martin Engelbrecht, 1804-1806. 8°. 3 gestochene Titel., mit 194 (von 196) kolorierten Kupfertafeln. Halbleder der Zeit mit Rückenschildern und leichter Rückenvergoldung, (etwas beschabt und leicht bestoßen). € 720,00

Erste Ausgabe. - Nissen, ZBI 4408. - Die 3 Bände über den Menschen aus der Reihe Unterhaltungen aus der Naturgeschichte, die insgesamt 27 Bände umfasst. - Der Augsburger Pfarrer Johann Gottlieb Tobias Wilhelm (1758-1811) wollte, ganz im Zeichen der Aufklärung, auf unterhaltsame und gelehrige Weise, begleitet von Illustrationen zeitgenössischer Kupferstecher, die Natur dem breiten Publikum nahebringen. Seine „Unterhaltungen aus der Naturgeschichte“ waren eines der erfolgreichsten Publikationsprojekte der Naturwissenschaften im frühen 19. Jahrhundert und erlebten mehrere Auflagen bzw. Raubdrucke. - Mit Kapiteln über verschiedene Völker und entsprechenden Kostümdarstellungen, die Anatomie des Menschen, Krankheiten, Tod, Bestattungszeremonien, usw. - Die Tafeln in kräftigem Altkolorit. - Mit Mumienstoff. Auf der Tafel verso ein Papierblatt montiert mit dem Eintrag "Ein Stück der Leinwandbinden der ägyptischen Mumie, welche auf der Sommerdult 1818 zu München gezeigt wurde. Von dem Eigenthümer erhalten am 3. August 1818" und einem Stück Stoff innliegend. - Ohne die Tafeln 8 und 9, sowie die Textseite 49/50 in Band 1. - Etwas stockfleckig und gebräunt.

(WILHELM, Gottlieb Tobias). Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. Der Würmer erster (und) zweyter Theil. 2 Bände. Augsburg, Engelbrecht, 1801-1802. 8°. Gestochener Titel, XXVIII, 404 S.; gestochener Titel, 468 S., 10 nn. Bl., mit 106 altkolorierten Kupfertafeln. Halbleder der Zeit mit leichter Rückenvergoldung und Rückenschildern, (etwas berieben). € 580,00

Erste Ausgabe. - Nissen ZBI 4408. - Die komplette Abteilung der Würmer aus Wilhelms berühmter Naturgeschichte. Der Augsburger Pfarrer Johann Gottlieb Tobias Wilhelm (1758-1811) wollte, ganz im Zeichen der Aufklärung, auf unterhaltsame und gelehrige Weise, begleitet von Illustrationen zeitgenössischer Kupferstecher, die Natur dem breiten Publikum nahebringen. Seine „Unterhaltungen aus der Naturgeschichte" waren eines der erfolgreichsten Publikationsprojekte der Naturwissenschaften im frühen 19. Jahrhundert und erlebten mehrere Auflagen bzw. Raubdrucke. - Unter den schön kolorierten Tafeln Darstellungen von Seesternen, Tintenfischen, Muscheln und Schnecken, Korallen, usw. - Teils stockfleckig, Tafeln kaum betroffen.

ZAHNMEDIZIN - HUNTER, John. Natürliche Geschichte der Zähne und Beschreibung ihrer Krankheiten. Aus dem Englischen übersetzt. 2 Teile in 1 Band. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1780. 8°. 3 nn. Bl., 296 S., 8 nn. Bl., mit 8 gefalteten Kupfertafeln. Halbleder der zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung, (etwas beschabt, leicht fleckig). € 2.000,00

Erste deutsche Ausgabe. - Weinberger 70; Blake 226;Wellcome III, 317; Hirsch/H. III, 344; vgl. Garrison/M. 3675-3676. - Grundlegendes Werk zur Zahnmedizin. Der englische Mediziner John Hunter (1728-1793) setzt sich als einer der ersten wissenschaftlich mit der Anatomie, Physiologie und Pathologie der Zähne auseinander. Besonders hervorzuheben sind seine Versuche Zähne zu transplantieren. - Die hier vorliegende deutsche Ausgabe verbindet die beiden 1771 und 1778 erschienenen Titel "The natural history of the human teeth" und "A practical treatise on the diseases of the teeth" in einem Band. - "This classical work revolutionized the practice of dentistry and provided a basis for later dental research." (Garisson/M.). - Minimal stockfleckig. Sehr schönes Exemplar.

ZOOLOGIE - SCHUBERT, G(otthilf) H(einrich) v(on). Naturgeschichte der Thiere, der Amphibien, Fische, Weich- und Schaalethiere, Insekten, Würmer und Strahlenthiere (und) der Vögel in Bildern, treu theils nach der Natur, theils nach den ausgezeichneten zoologischen Bildersammlungen gezeichnet... zum Anschauungs-Unterricht für die Jugend in Schulen und Familien nach der Anordnung der allgemein bekannten und beliebten Lehrbuchs der Naturgeschichte für Schulen. 3 Teile in 1 Band. Eßlingen, Schreiber, (1840-1842). 4°. Mit 89 (von 90) kolorierten lithographischen doppelblattgroßen Tafeln. Halbleder der Zeit, (fleckig, berieben, Gelenke restauriert). € 840,00

Erste Auflagen. - Nissen ZBI 3761; 3760; Nissen IVB 836. - Erste Ausgaben der berühmten Naturgeschichte, die zahlreiche Auflagen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erlebte. - Jeder der drei Teile mit jeweils 30 dekorativen kolorierten Tafeln. Diese zeigen u.a. Affen, Elefanten, Bären, Wildkatzen, Nagetiere, Kamele, Schlangen, Krokodile, Echsen, Amphibien, Schildkröten, Fische, Schnecken, Muscheln, Käfer, Schmetterlinge, Raubvögel, Papageien, Spechte, Singvögel, Hühnervögel, etc. - Text in Deutsch und Französisch. - Ohne die Tafel 18 (Rotkehlchen, etc.) und eine Hälfte von Tafel 12 (Lerchen) bei den Vögeln. - Fingerfleckig, etwas gebräunt und braunfleckig.

- - (WILHELM, Gottlieb Tobias). Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. Die Säugethiere. Zweyte völlig umgearbeitete sehr vermehrte Ausgabe. 2 Bände. Augsburg, Engelbrecht, 1806-1808. 8°. Gestochener Titel, 640 S.; gestochener Titel, 667 S., 8 nn. Bl., mit 150 altkolorierten Kupfertafeln. Halbleder der Zeit mit Rückenschildern und leichter Rückenvergoldung, (etwas berieben, Rücken von Band 2 alt geklebt). € 900,00

Gegenüber der ersten Ausgabe um zahlreiche Tafeln erweitert. - Nissen, ZBI 4408. - Der Augsburger Pfarrer Johann Gottlieb Tobias Wilhelm (1758-1811) wollte, ganz im Zeichen der Aufklärung, auf unterhaltsame und gelehrige Weise, begleitet von Illustrationen zeitgenössischer Kupferstecher, die Natur dem breiten Publikum nahebringen. Seine „Unterhaltungen aus der Naturgeschichte" waren eines der erfolgreichsten Publikationsprojekte der Naturwissenschaften im frühen 19. Jahrhundert und erlebten mehrere Auflagen bzw. Raubdrucke. - Band 1 mit einem Kapitel über Hunde und Hunderassen, Band 2 mit umfassenden Kapiteln über Wale und Walfang. - Die hübschen Tafeln meist mit mehreren Darstellungen verschiedener Tiere auf einem Blatt. - Durchgehend etwas stock- bzw. braunfleckig.