MARTIN LUTHER AM FREITAG


Selbst wenn der Thesenanschlag am letzten Tag des Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg ein Mythos wäre, tönt das Einschlagen des Nagels, der das Papier mit den 95 Thesen befestigte, bis heute. Begleitet also von dem rhythmischen Hämmern offerieren wir unseren Kunden Lutherdrucke, Lutherbibeln, evangelische Gesangbücher und andere durch die Reformation beeinflusste Schriften. Aufmerksame Listenleser werden wiederholt auf den Namen Lucas Cranach stoßen. Cranach der Ältere, der Luthers lieber Gevatter und Freund war, besaß als sein alleiniger Porträtist die Exklusivrechte. Der Porträtholzschnitt, der den unten aufgeführten Titel Uon der Babilonischen gefengknuß der Kirchen illustriert, wurde nach einem Kupferstich von Lucas Cranach noch im selben Jahr 1520 von Hans Baldung Grien in Holz geschnitten. Und tatsächlich handelt es sich bei diesem Martin Luther als Augustinermönch um das erste Porträt, das von ihm gefertigt wurde, nämlich in jener Zeit, als er als Rebell und Ketzer einer drohenden Verbannung entgegensah. Im darauffolgenden Jahr reiste er nach Worms und schrieb Cranach auf der Rückreise von Frankfurt aus, dass er untertauchen wolle. Im Dezember 1521, die Zeit in der er mit der Neuübersetzung des Neuen Testaments begann, reiste er als Junker Jörg heimlich von der Wartburg nach Wittenberg, wo Cranach ihn mit Einsiedler- und Tarnbart malte. Und bereits im September 1522 erschien die erste Auflage des Newe Testament Deůtzsch, drei Monate später die verbesserte Auflage. Präsentieren können wir in unserer bescheidenen Liste aus diesen prallen Jahren allein sechs Veröffentlichungen - neben weiteren aus späteren Jahren - von Martin Luther. Sie unterstreichen wie rasant und unmittelbar die revolutionären Ereignisse jener Zeit vorangebracht wurden.

Der kecke Engel und der ruhende Hirsch stammen ebenso aus der Werkstatt von Lucas Cranach und beleben die Titelseite für eine Veröffentlichung von 1524 - Luther predigte zu diesem Zeitpunkt wieder in Wittenberg - in der er die Vorstellung äußerte, im Gottesdienst möge gesungen werden. Auch wollt ich / das wir viel deutscher geseng hetten / die das volck unter der Meßs süng [...] Wie fruchtbar seine Idee war, wissen nicht nur praktizierende und vor allem singende Gläubige der evangelischen Kirche. Umfangreiche Liedersammelsurien aus unterschiedlichen Regionen hüllen sich mitunter in wertvolle Gewänder und gesellen sich in unserer Angebotsliste zu den Lutherschriften. Gesungen hat Martin Luther auch in Frankfurt, wo er genächtigt hat, als er nach Worms fuhr. Überlieferungen zu dem Abend und was von der Herberge Zum Strauss übriggeblieben ist, haben wir für die Notizen aus Frankfurt fröhlich trällernd aufnotiert, fotografiert und in rastlosem Tun für den Abschluss unserer Lutherliste zusammengestellt.


LUTHER, Mart(in).
Ein predig von de(m) Eelichen stand: verendert unnd corrigieret. Basel, Adam Petri, 1519. 4°. 6 nn. (letztes Bl. w.) Bl., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre, einem Holzschnitt mit Bordüre und 2 Holzschnitt-Initialen. Halbpergament mit Inkunabelpapierbezug. € 1.800,00

Siebente Ausgabe im Jahr des Erstdrucks und zugleich erste Ausgabe mit der Holzschnittillustration. - Benzing 369; VD 16 L 6306. - Bedeutende Schrift über die Institution der Ehe, die einen enormen Einfluss auf das Familienleben und die intellektuelle Entwicklung in den protestantischen Ländern gehabt hat. - Die Holzschnittbordüre des Titels stammt von Ambrosius Holbein (Slg. Stickelberger 124). Der schöne Holzschnitt auf der Titelrückseite stammt vom Meister DS und zeigt Adam und Eva mit der Schlange und die Austreibung aus dem Paradies (Stickelberger 172), umgeben von 4 verschiedenen Holzschnitt-Zierleisten. - Titel mit kleinem hinterlegtem Randausriss, minimal fleckig. Sehr gutes Exemplar.


LUTHER, Martin.
Appellation odder beruffung an ein Christlich frey Conciliu von dem Bapst Leo und seine unrechte(n) frevel verneweret und repetirt. Wittenberg, (Melchior Lotter d.J., 1520). 4°. 4 nn. Bl. Marmorpapierumschlag des 20. Jahrhunderts mit einem älteren Papier, (Rücken gering beschabt).
€ 980,00

Zweiter Druck der deutschen Ausgabe. - Benzing 773; VD 16 L 3856. - Nachdem Luther 1518 verhört und zum Widerruf aufgefordert wurde, verfasste er, den Bestimmungen des Kirchrechts entsprechend, eine lateinische Appellation an Papst Leo X. Da er jedoch vom Papst keine Hilfe erwartete, entschied es sich für einen weiteren Schritt und forderte bzw. appellierte an die Einberufung eines Allgemeinen Konzils, die er notariell aufnehmen ließ. Die formal als Begündung seines Schrittes argumentierende Schrift weitete sich praktisch zur Gegenklage wider die päpstliche Bannbulle aus, worin deren rechtswidrigen und unchristlichen Charakter betont. Sie enthält auch die Aufforderung an Kaiser und Reichsstände, sich zum Schutz von Glauben und Kirche seiner Appellation anzuschließen. - Breitrandiges, minimal stockfleckiges, Exemplar.


LUTHER, Martin. Doctor Martinus Luther Augustiners Erbieten. (Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg, 1520). 4°. 2 nn. Bl. Moderner Pappband mit Marmorpapierüberzug. € 2.000,00

Erste Ausgabe, sehr selten. - Benzing 699; VD 16 L 4662. - Deutsche Fassung der am 30. August an Kaiser Karl V. gesandten "Oblatio sive Protestatio", in der er erneut um öffentliche Disputationen zur Prüfung seiner Lehren bittet. Luther bietet an, falls er nach dem Text der heiligen Schrift "für unrecht befunden und überwunden" werde, die Entscheidung anzunehmen. - Der als "Zweiblattdruck" erschienene Text fand auch als Maueranschlag (Plakat) Verwendung. So ist vom Reichsritter Franz von Sickingen überliefert, dass er in Köln Luthers "angeschlagenes Erbieten" gelesen habe. - Leicht gebräunt, kaum merkliche Knickfalte in der Mitte, unauffällige kleine Papierrestaurierung am oberen Rand.


LUTHER, Mart(in).
Ein mercklich nütz predig wie man on verschuldung mit zytliche(n) gut umb gan sol. Item von dem zinßkauff oder iärlicher gülte, auch vo(n) dem wucher. Basel, Adam Petri, 1520. 4°. 18 nn. Bl., mit einem Titelholzschnitt und Holzschnitt-Bordüre, sowie 2 großen Holzschnittinitialen. Modernes Halbleder mit Blindprägung. VERKAUFT.

Erster Basler Druck der erweiterten Ausgabe, insgesamt 9. Ausgabe. - Benzing 567; VD 16 L 6442; Dommer 124; Slg. Stickelberger 398. - Sogenannte "große" Ausgabe des berühmten "Sermon von dem Wucher". Nur diese in Basel gedruckte Ausgabe wurde unter dem weniger konfrontativen Titel herausgegeben. Zuerst 1519 erschienen, vertritt Luther hierin bekanntermaßen die Auffassung, das gute Christen gemäß Matthäus 5, 42 stets zinslos leihen sollten. Echte Christen sollen "willig und gerne leihen und borgen... ohne allen Aufsatz und Zins" (Matthäus). - Nur diese Ausgabe hat den von Petri verwendeten schönen Holzschnitt aus der Plenarfolge von Hans Schäufelein, die einen Reichen darstellt, der mit seinem Verwalter am Tisch in einer offenen Halle abrechnet. - Sehr schönes, sauberes Exemplar.


L(UTHER), Mar(tin).
Eyn Sermon von dem newen Testame(n)t. das ist von d' heyligen Messe. Wittenberg, Johann Rhau-Grunenberg, 1520. 4°. 16 nn. Bl., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre. Neuer Halbpergamentband. € 1.800,00

Zweiter Druck der ersten Ausgabe, selten. - Benzing 670; VD 16 L 6410. - Wichtige Schrift Martin Luthers, mit der er das rechte Verständnis für die wahre Bedeutung der Messe erreichen wollte. Die mit insgesamt 13 Drucken weit verbreitete Schrift bildet das Bindeglied zwischen den beiden Hauptschriften "An den christlichen Adel" und "Von der babylonischen Gefangenschaft". - Die sehr schöne Titelbordüre aus der Werkstatt von Lucas Cranach liegt hier im ersten Zustand vor. Sie zeigt, inmitten von Weinlaub und Fabeltieren, links einen den Rosenkranz betenden Pilger, auf dessen Rücken ein Eichhörnchen sitzt, rechts einen nackten, von Bienen umschwirrten Trinker. Oben befindet sich mittig das sächsische, unten mittig das Wittenberger Wappen. - Titel mit kaum erkennbarer Papierergänzung eines Ausschnitts am unteren Rand, die ersten 4 Blatt im Bug verstärkt, gering stockfleckig, die letzten Blatt oben etwas braunfleckig. Breitrandiges Exemplar.


LUTHER, Martin.
Uon der Babilonischen gefengknuß der Kirchen. O.O. und Drucker, (Augsburg, Jörg Nadler, 1520). 4°. 72 nn. Bl. mit einem fast blattgroßen Titelholzschnitt und einer Initiale. Neuerer Pergamentband aus einer alten Handschrift, (etwas beschabt). € 2.400,00

Seltener 4. Druck der ersten Ausgabe. - Benzing 715; VD 16 L 4192. - Die zweite der drei großen Reformationsschriften Martin Luthers. - Die von Martin Luther ursprünglich nur in Latein für einen begrenzten gelehrten Interessentenkreis veröffentlichte Schrift "De captivitate babylonica ecclesiae" fand reißenden Absatz und wurde schnell, um Luther zu schaden, von Thomas Murner ins Deutsche übersetzt. "Luther streitet hier erstmalig die Existenz der sieben Sakramente ab, von denen er nur die Buße, die Taufe und das Abendmahl anerkennt. Firmung, Ehe, Weihe und letzte Ölung lehnt er dagegen ab, da sie nur von Priestern gespendet werden können. Sakramente seien hingegen ausschließlich von Gott selbst gestiftete Zeichen. In dieser Argumentation kommt Luthers Fundamentalkritik an der katholischen Amtskirche zum Ausdruck. Er greift damit die Kompetenzen der Priester und die Autorität des Papstes als deren Oberhaupt in ihrem Kern an." (bavarikon.de/object/bav:BSB-HSS-00000BSB00103357) - Der schöne fast blattgroße Titelholzschnitt mit dem schönen Luther-Porträt von Hans Baldung Grien nach einem Kupfer von Lucas Cranach. - Titelblatt restauriert und aufgezogen, Jahreszahl 1520 mit Kugelschreiber auf Titel verso, durchgehend etwas finger- bzw. braunfleckig, die unteren Blattränder nicht beschnitten, wenige zeitgenössische Anmerkungen am Rand.


LUTH(ER), Mar(tin).
Evangelium Von den tzehen auszsetzigen vordeutscht und auszgelegt. Wittenberg, (Melchior Lotter, 1521). 4°. 44 nn. Bl., (d.letzte Bl. w.)., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre. Modernes Maroquin mit goldgeprägtem Autorennamen auf Rücken und Deckel. € 1.800,00

Zweiter Druck der ersten Ausgabe. - Von den beiden Urfassungen ist die hier vorliegende, bei Benzing an zweiter Stelle genannte, die wesentlich seltenere. - Benzing 986; VD 16 L 4715; Slg. Stickelberger 440; nicht bei Dommer. - Ausführliche Predigt über die Geschichte von den zehn Aussätzigen. Sie bildet die Grundlage für Luthers Ablehnung der Ohrenbeichte und leitet damit eine Reformation der bisherigen Beichtpraxis ein. - Insgesamt erschienen 12 zeitgenössische Drucke des Textes, darunter jeweils eine Übersetzung ins Französische und Holländische, was die große Bedeutung der Schrift verdeutlicht. - Die ansprechende und mit Fantasie gestaltete Titelbordüre mit Einsiedler und lesender Nonne sowie großer Blattmaske wird der Werkstatt von Lucas Cranach d.Ä. zugeordnet. - Vereinzelt am Rand etwas stockfleckig, minimal wasserrandig, ein Blatt mit alt restauriertem kleinen Papierfehler am oberen Rand. Ex-Libris (Kurt Goidke) auf Innendeckel.


LUTHER, Martin.
Das siebe(n)d Capitel S. Pauli zu den Corinthern Ausgelegt. Wittenberg, (Cranach & Döring), 1523. 4°. 40 nn. Bl. (das letzte weiß), mit einer Holzschnitt-Titelbordüre. Halblederband um 1900, (leicht beschabt). € 2.500,00

Zweiter Druck der ersten Ausgabe. - Benzing 1676; VD 16 L 6683; Dommer 374. - Bedeutende Schrift im Streit um den Zölibat. - Luther, der bereits 1520 in seiner Schrift "An den Teutschen Adel..." die Abschaffung des Zölibats gefordert hatte, legt hier das siebente Kapitel des ersten Korintherbriefes für seine Auslegungen zugrunde. Gerade dieses Kapitel wurde als Hauptargument von den Verfechtern des Zölibats und Feinden der Priesterehe angeführt. - Die architektonische Titelbordüre mit Säulen und drei Wappenengeln im Kopf ist abgebildet bei Joh. Luther, Tafel 58, sie stammt nach Zimmermann von Lucas Cranach, nach Dodgson II, 329, 12 und Flechsig II, 217 von Hans Cranach. - Einige zeitgenössische Marginalien und Unterstreichungen, kleines Wurmloch im unteren Rand, etwas gebräunt und gering fleckig, oben rechts alte Foliierung (69-108). - Schönes, breitrandiges Exemplar.


LUTHER, Mart(in).
Das tauff buchlin verdeutscht. Wittenberg, (Nickel Schirlentz), 1523. 4°. 11 nn. Bl. (ohne das letzte w.Bl.), mit Holzschnitt-Titelbordüre aus der Cranachschule, einer kleineren Bordüre und einer Initiale im Text. Blindgeprägter Lederband im Stil der Zeit. € 1.800,00

Erste Ausgabe, selten. - Benzing 1626; VD 16 A 785; Dommer 391. - Druckvariante ohne den Punkt nach der Jahreszahl. - "Nachdem Luther seine ersten Schritte über die Neuordnung des Gottesdienstes veröffentlicht hatte, wandte er sich dem kirchlichen Akt der Taufe zu. Hier hielt er keine wesentliche Änderung für nötig außer dem Gebrauch der deutschen Sprache, weshalb er die überlieferten Gebete und Formeln übersetzte und nur ein klärendes Nachwort anfügte." (Kocher-Benzing 133). - Die Übersetzungen der Gebete in größerer Schrift, die Erklärungen Luthers in kleinerer Schrifttype. - Die schöne Bordüre des Titels zeigt den bekannten "Satyr-Holzschnitt" nach Cranach, der sich durch eine große Lebendigkeit auszeichnet. - Das Taufbüchlein ist in mindestens 16 verschiedenen zeitgenössischen Drucken verbreitet wurden. - Minimal fingerfleckig, sehr gutes Exemplar.


LUTHER, Martin.
Das elltern dye kinder zcur Ehe nicht zwyngen noch hyndern Unnd dye kinder onn der elltern willen sich nicht verloben sollenn. (Erfurt, Matthes Maler, 1524). 4°. 4 nn. Bl., mit einer Metallschnitt-Titelbordüre. Halbpergament mit Inkunabelpapierbezug. € 1.800,00

Einer von 11 Drucken des Jahres 1524. Sehr seltene Druckvariante. - Benzing 1914; VD 16 L 4296. - Wichtige und immer noch aktuelle Schrift Martin Luthers, dem Ritter Hans Schott gewidmet. Luther nimmt ausführlich Stellung zum Missbrauch elterlicher Gewalt und legt das Recht junger Mensch dar, ihre Partner frei zu wählen. Er legt fest, dass Eltern sich nicht in die Heiratswünsche ihrer Kinder einmischen sollen, fordert aber trotz allem, dass Kinder nicht gegen den Willen ihrer Eltern heiraten sollen. - Die schöne Titeleinfassung wird im Katalog der Sammlung Stickelberger Nr. 210 Michael Ostendorfer zugeschrieben. Das Monogramm FB am unteren Bordürenrand wird mit Froben Basel aufgelöst. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um einen Metallschnitt, da diese zu dieser Zeit häufiger bei der Druckerei Froben verwandt wurden. - Einige zeitgenössische Marginalien am Rand, minimal fleckig. Sehr gutes Exemplar.


LUTHER, Martin.
Ein weyse Christlich Mess zuhalten un(d) zum tisch Gottis zu gehen. Wittenberg, (Lucas Cranach & Christian Döring), 1524. 4°. 20 nn. Bl. (letztes w.), mit einer Holzschnitt-Titelbordüre und 4 Initialen. Halbpergament mit Kleisterpapierbezug, (minimal beschabt). € 2.200,00

Zweiter Druck der ersten deutschen Ausgabe. - Benzing 1701; VD 16 L 4739. - Bedeutende Übersetzung von Luthers "Formula missae et communionis pro ecclesia Wittenbergensi", durch den Kirchenlieddichter und Reformator Paulus Speratus (1484-1551). Luther legt hier die Form des sonntäglichen Hauptgottesdienst und die Austeilung des Abendmahls fest. - "Gegen Ende des Jahres 1523 erscheint Luthers lateinische Schrift zur Liturgiereform - Formula missae et communionis -. Schon in den ersten Januartagen des folgenden Jahres ließ der damals in Wittenberg weilende Paulus Speratur die deutsche Übersetzung dieser wichtigen Schrift erscheinen, in deren zweiter Auflage hinten zwei deutsche Lieder angefügt sind: Luthers Bereimung des 67. Psalms und eine breite Paraphrase zum 117. Psalm von Joh. Agricola. Luther hatte in dieser Schrift sein Bestreben kundgetan, deutsche Gemeindegesänge in den Gottesdienst einzuführen, und gab wenig später an eine Reihe von Freunden die Anregung weiter, sie möchten doch bestimmte Psalmen in die Liedform übertragen. (Germ. Nationalmuseum Nürnberg, 1983. Kat. zur Ausstellung zum 500. Geburtstag Luthers, S. 301). - Die hübsche Holzschnittbordüre des Titels bei Luther 43, stammt aus der Werkstatt von Lucas Cranach und liegt hier in der Originalversion vor. - Zeitgenössisch rubriziert, mit zeitgenössischen deutschsprachigen Anmerkungen und Unterstreichungen in Rot, minimal gebräunt. Innendeckel mit einem montierten Porträt von Martin Luther. Sehr schönes Exemplar.


LUTHER, Mart(in).
Eine Heer predigt wider den Turcken. Wittenberg, J.Stuchs, 1530. 4°. 22 nn. Bl., mit Holzschnitt-Titelbordüre und einer Holzschnitt-Initiale. Halbpergamentband aus einer alten Handschrift mit Inkunabelpapierbezug. € 2.400,00

Zweiter Druck der dritten Ausgabe. - Benzing 2714; VD 16 L 4918. - Martin Luther, der in der Bedrohung durch das Osmanische Reich eine Strafe Gottes für das gegen das Evangelium agierende Papsttum sieht, plädierte dafür, die Religion der Türken nicht nur nach ihren Bräuchen zu beurteilen, sondern ihre heilige Schrift, den Koran, fleißig zu studieren, was er selbst tat. - In seiner zweiten großen Schrift, in der er sich mit den Türken auseinandersetzt, ruft er zur Mobilisierung aller Kräfte gegen die Türken auf, verbindet die Türkenbedrohung jedoch mit einer Gefahr die vom Papst ausginge. - Gering gebräunt, Ränder leicht fleckig. Schönes, breitrandiges Exemplar.


LUTHER, Martin.
Warnunge An seine lieben Deudschen. Wittenberg, Hans Lufft, 1531. 4°. 32 nn. Bl., mit Holzschnitt-Titelbordüre und einer Holzschnitt-Initiale. Pergamentband des 19. Jahrhunderts, (gering fleckig). RESERVIERT.

Erste Ausgabe. - Vgl. Benzing 2912, VD 17 7337. - Eine der bekanntesten und am meisten verbreiteten Schriften Martin Luthers, von großer politischer Tragweite! Nachdem der Augsburger Reichstag von 1530 keine Einigung gebracht hatte, erklärt Luther hier, dass Widerstand gegen die kaiserliche Gewalt zwar nicht allgemein erlaubt, aber zulässig sei wenn sie in Religionssachen die Untertanen mit Waffengewalt versucht anzugreifen, gefangen zu nehmen oder gar zu töten. Die Schrift gehört zum Schärfsten, was Luther gegen die vorherrschende Kirche zu Papier brachte. Es erschienen 26 Ausgaben, davon zahlreiche in der Zeit des Schmalkaldischen aber auch noch während des Dreissigjährigen Krieges. - "Weil ich der Deudschen Prophet bin (Denn solchen hoffertigen namen mus ich mir hinfurt selbs zu messen, meinen Papisten und Eseln zur lust und gefallen) So will mir gleich wol, als einem trewen lerer, gebüren, meine lieben Deudschen zu warnen, fur irem schaden und fahr..." (D2r) - Wie fast alle Ausgaben der ersten Drucke ist auch die hier vorliegende ein sogenanntes "Mischexemplar". Schon während des ersten Druckes wurde die Auflage erhöht und die Bögen musste neu gesetzt werden. So kommt es zu immer wieder anderen Zusammenstellungen der Varianten. - Unser Exemplar weist das dem ersten Druck zugeschriebene "nichtgeschwänztes g" im Titel bei dem Wort "Warnunge" auf´, im Kolophon heißt es "Gedruckt zu Wittemberg", am Schluss findet sich ein aufgehängtes Herz. Die Kustoden haben die Varianten: B2V - Zum dritten; D4r - offent und E2v -böse. Bis auf die Lage D ist unser Exemplar dem von VD 16 L 7337 gleich. - Die Titelbordüre stammt von Georg Lemberger und zeigt ein Portal mit Engeln (Luther, 34). - Etwas gebräunt und fleckig.


LUTHER, Mart(in).
Ein brieff an die zu Franckfort am Meyn. Wittenberg, Hans Lufft, 1533. 4°. 18 nn. Bl., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre und 2 Initialen. Pappband des 20. Jahrhunderts, (gering beschabt). € 2.000,00

Erste Ausgabe, selten. - Benzing 3033; VD 16 L 4165; Knaake I, 684 (dieses Exemplar). - Wichtiger Brief Martin Luthers, von dem lediglich 2 Ausgaben erschienen. - In diesem Schreiben distanziert sich Luther von den durch Dionysius Melander beeinflussten und mit einem Bildersturm des Doms verbundenen Volksaufständen im Jahre 1533 in Frankfurt. Die Ansichten des evangelischen Pfarrers Melander näherten sich in verdächtigem Maße denen Zwinglis an. Als Warnung, was frecher Münzerscher Geist bewirken könne, fügte Luther noch sein Sendschreiben an die gemeinde Mühlhausen vom 14.8.1524 an. - Die schöne Holzschnitt-Bordüre vom "Meister der Jakobsleiter" (Luther, 36). - Am oberen rechten Rand alt foliiert, leicht gebräunt, etwas wasserrandig.


LUTHER, Mart(in).
Eine Schöne Osterpredigt, für dem Churfürsten zu Sachssen gethan. Wittenberg, Nickel Schirlentz, 1538. 4°. 16 nn. Bl., mit einer Holzschnitt-Titelbordüre und 3 Holzschnitt-Initialen. Lederband des 20. Jahrhunderts, (gering beschabt). € 1.100,00

Erste von nur zwei Ausgaben. - Benzing 3282; VD 16 L 5831. - Berühmte Predigt zum Ostermontag, die Luther vor dem Kurfürsten von Sachsen in der Wittenberger Schlosskirche 1538 hielt. - Die staffagenreiche Titeleinfassung aus der Cranach-Schule zeigt in vier Bildern die Geschichte der Salome mit der Hinrichtung von Johannes dem Täufer. "In dieser neuen Durchdachtheit, auch in künstlerischen Details, zeigt sich die Selbstständigkeit des Entwurfes und ein Abstand von Cranach d. Ä. wie er vorher nicht auftrat. (Cranach-Katalog, Basel, 1974, I, 261ff.) - Titel verso und letztes Blatt mit kleinem Wappenstempel. Durchgehend etwas wasserfleckig, kleine älter hinterlegte Fehlstelle am Rand des Titels. Ein Blatt mit zeitgenössischen Anmerkungen am Rand. - Exemplar aus dem Besitz der fränkischen Adelsfamilie von und zu Aufseß (Stempel). Hans Freiherr von und zu Aufseß (1801-1872) war der Begründer des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg.


REFORMATION - EBERLIN VON GÜNZBURG, Johann.
Wie gar gfarlich sey. So ein Priester kein Eeweyb hat. Wye unchristlich und schedlich eym gemeynen nutz Die menschen seynd. Welche hyndern die Pfaffen am Eelichen stand. O.O. u. Dr. (Augsburg, Melchior Ramminger), 1522. 4°. 10 nn. Bl., mit großem Titelholzschnitt und 3 Initialen. Moderner blindgeprägter Lederband im Stil der Zeit. € 3.200,00

Erste Ausgabe, sehr selten. - VD16 E 156; Hohenemser 2910; Muller, Vogtherr 94. - Johann Eberlin aus Günzburg (um 1470-1533) zählt, neben Luther, zu den wortgewaltigsten Schriftstellern und Verfassern der beginnenden Reformation. - Diese Flugschrift zählt zu den ersten reformatorischen Schriften, die sich kritisch mit dem Zölibat auseinandersetzten. Eberlin appelliert an die Bischöfe, ihren Widerstand gegen die Priesterehe aufzugeben und prangert die öffentliche Schädlichkeit des Zölibats an. - Der reizvolle Titelholzschnitt (abgebildet in mehreren Werken über die Reformation) von Heinrich Vogtherr zeigt drei Geistliche die heiraten. Im Vordergrund werden ein Bischof und eine vornehme Dame getraut, im Hintergrund ein Priester und eine Nonne, sowie ein Mönch und eine Dame. - Mit zeitgenössischen Anmerkungen am Rand. Braun- und fingerfleckig, durchgehendes Wurmloch mit minimalem Bild- bzw. Buchstabenverlust.


(DIETRICH, Veit).
Agend Büchlein für die Pfar-Herren auff dem Land. Nürnberg, Johann vom Berg und Ulrich Neuber, 1543. 4°. 100 nn. Bl., mit Holzschnitt-Titelbordüre, Holzschnitt-Druckermarke und zahlreichen Holzschnitt-Initialen. Neuerer Halbpergamentband mit Buntpapierüberzug. € 2.200,00

Erste Ausgabe. Einer von zwei in Umfang und Text unterschiedlichen Drucken, die 1543 erschienen. - VD 16, A 637; BMC German Books 518. - Der aus Nürnberg stammende Autor, Veit Dietrich (1506-1549), studierte in Wittenberg bei Melanchthon und Martin Luther und kehrte 1535 dorthin zurück. - Das Handbuch der evangelischen Liturgie, das Dietrich im Auftrag des Nürnberger Magistrats verfasste, blieb bis Ende des 18. Jahrhunderts bestehen und bildete die Grundlage der bayerisch-evangelischen Kirchenordnung. Allein im 16. Jahrhundert erlebte das Werk 16 Drucke. - Titel und Blatt 3 in Rot und Schwarz gedruckt. - Zwei Blatt mit Noten. - Mit einigen zeitgenössischen Anmerkungen auf dem fliegenden Vorsatz und im Text, alte Blattnummerierung, leicht finger- bzw.stockfleckig. Gutes Exemplar.


HEDIO, Caspar.
Chronica. Das ist: Warhafftige Beschreibunge aller alten Christlichen Kirchen. Zum ersten die Historia Ecclesiastica Eusebii Pamphili Cesariensis,... Zum andern, die Historia Ecclesiastica Tripartita, Sozomeni, Socratis, unnd Theodoreti... Frankfurt, P. Schmid für J. Operinus u. J. Herwagens Erben, 1565. Folio. 8 nn. Bl., 937 (recte 999) S., mit Titelholzschnitt und 1 Textholzschnitt. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln mit 8 Eckbeschlägen und 2 Schließen, Deckel jeweils mit Rollen- und Plattenstempeln, (leicht beschabt, ein Schließhaken ergänzt). € 2.000,00

Vierte Ausgabe. - VD 16, E 4290 u. H 928. - Sammlung verschiedener Werke zur Kirchengeschichte, die der Reformator K. Hedio (1494-1552) neu herausgab, ergänzte und kommentierte. Die letzten Einträge finden sich zum Jahr 1544. - Hedio gilt als "der erste protestantische Kirchenhistoriker" (Biogr./Bibliogr. KL II, 636). - Titel mit 3 alt restaurierten Fehlstellen an den Rändern und zeitgenössischem Besitzvermerk, gering fleckig. Mit zahlreichen zeitgenössischen Annotationen in Deutsch und Unterstreichungen. - Schönes Exemplar in einem dekorativen Einband der Zeit, datiert 1572. - Vorderdeckel mit einem Plattenstempel der Justitia, datiert 1561 (Haebler II, 38, 3, II), Rückendeckel mit einem Plattenstempel den Selbstmord der Lucretia darstellend, datiert 1561 (Haebler I, CMB).


LUTHER, Martin.
Der Vierde Teil aller Bücher und Schrifften... vom XXVIII. jar an, bis auffs XXX.... Zum dritten mal gedruckt.... Jena, D. Richtzenhain und Rehart, 1566. Folio. 4 nn., 547, 1 nn. Bl., mit Titelholzschnitt, 1 ganzseitigen Holzschnitt, 3 (1 wiederholten) Textholzschnitten und zahlreichen Holzschnittinitialen. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln, mit 1 (von 2) Schließen, (etwas beschabt und bestoßen, Rücken mit kleinem Loch im Bezug). € 1.500,00

Band 4 der so genannten "Jenaer" Gesamtausgabe der Werke Martin Luthers, im ersten Druck. - VD 16, 7 3326; Goedeke II, 151. - Mit einer Weltkarte, die Europa, Asien und Afrika zeigt. Der Titelholzschnitt mit einem Porträt von Luther und dem Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen neben einem Kruzifix kniend. Der ganzseitige Textholzschnitt zeigt Brustbilder der drei sächsischen Herzöge Johann Friedrich der Mittlere, Johann Wilhelm und Johann Friedrich der Jüngere, jeweils mit einer Darstellung des Wappens. - Durchgehend etwas gebräunt, am Anfang etwas wasserrandig. Mit zahlreichen zeitgenössischen Anmerkungen und Unterstreichungen. - Exemplar aus dem Besitz des Biberacher Pfarrers und Theologen Jacob Angelin (1601-1659), dessen Besitzeintrag auf dem Titel zu finden ist.


WILD, Johannes.
Wintertheyl (und) Sommertheyl der Postill de Sanctis Evangelischer Warheit und rechter Catholischer Lehr uber die Evangelien.. Mainz, Fr. Behem, 1568-1569. Folio. 4 nn., 158, 2 w.; 4 nn., 454, 2nn. Bl., mit wiederholtem Wappenholzschnitt auf den Titeln verso und 35 Holzschnitten im Text. Blindgeprägtes Leder der Zeit über Holzdeckeln, mit 2 Schließen, papiernes Rückenschild, (etwas fleckig, kleinere Fehlstellen an den Ecken, Schließhaken ergänzt). € 1.200,00

Zweite Ausgabe, vermehrt um die Holzschnitte. - VD 16: W 3004 und 3005; ADB 6, 721 (Ferus). - Diese Ausgabe der Predigten zu den Sonntagsevangelien wurde um die schönen, mit Renaissance-Umrahmungen versehenen, Holzschnitte des Monogrammisten HM (siehe Nagler III, 1251) vermehrt. Jeweils auf dem Titel verso ein großer Wappenholzschnitt und auf dem vierten Blatt ein fast blattgroßer Holzschnitt mit einer Darstellung der Kreuzigung. - Johann Wild (1494-1554), Franziskaner in Mainz, gilt als einer der bedeutendsten Prediger seiner Zeit, dessen Predigten nicht ohne Einfluss der Reformation blieben. "..die römische Congregation des Index verbot seine 'Opera omnia' mit Ausnahme der Commentare zu Matthias und Johannes... " (ADB). Viele Prediger der Region, insbesondere in Worms richteten sich nach seiner Predigtweise und Exegese. - "Seine Kanzelreden, die er alle niederschrieb, zeichnen sich durch Friedensliebe und Milde aus. freimütig beklagt er die Missstände am römischen Hof..." (NDB 5, 101). - Wild ist es zu verdanken, dass der Mainzer Dom 1552 durch die Heerzüge Albrechts Alcibiades, Markgraf von Kulmbach, verschont blieb. - Teilweise am oberen Rand leicht wasserfleckig, gering fingerfleckig. Innendeckel jeweils mit einem Antiquariatsstempel. Gutes Exemplar.


LUTH(ER), Mart(in).
Der Erste Teil der Bücher uber etliche Epistel der Aposteln. Wittenberg, Peter Seitz Erben, 1578. Folio. 22 nn., 562 num. Bl., mit großenm Titelholzschnitt und zahlreichen Holzschnitt-Initialen. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln, mit 8 Messingeckbeschlägen und 2 intakten Schließen, Vorder- und Rückendeckel jeweils mit unterschiedlichem schwarzgeprägtem Wappensupralibros und den Namen Mathias Veregge und Adelheit Levetzow, (etwas beschabt und fleckig, Rückendeckel mit Spuren einer Kettenbefestigung). VERKAUFT.

Sechste Auflage. - VD 16 L 3388. - Der vorliegende Band erschien erstmals 1539. Er ist der erste Band der umfassenden, in Wittenberg erschienenen, Werkausgabe Martin Luthers. - Der Titelholzschnitt, Luther und der Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen neben dem Kruzifix kniend darstellend, ist eine Kopie nach Lucas Cranach d. J. - Einige Anstreichungen von alter Hand, leicht fingerfleckig, unterer Rand teils leicht wasserfleckig, Blatt 400 mit alt restauriertem Randeinriss. - Dekorativer Renaissanceband aus dem Besitz der bekannten norddeutschen bzw. mecklenburgischen Adelsfamilien Vieregge und Levetzow. Matthias von Vieregge, Herr von Rossewitz heiratete um 1565 Adelheid von Levetzow. Beide Familien haben ihre Stammsitze in Mecklenburg und gelangten bis nach Dänemark.


Concordia. Pia et unanimi consensu repetita Confessio fidei & doctrinae...
Leipzig, Abraham Lamberg, 1602. 8°. 19 nn. Bl., 892 (recte 884) S., 14 nn. Bl., mit Holzschnitt-Druckermarke und einigen holzschnitt-Vignetten. Blindgeprägter Schweinlederband der Zeit, datiert 1603 und mit jeweils einer Mittelplatte in Schwarzprägung, (etwas beschabt, Vordergelenk gelockert). € 300,00

VD 17; 12:107774D. - Noch früher Druck der lateinischen Ausgabe der Glaubensregeln der lutherischen Kirche. - Auf Veranlassung des Kurfürsten August von Sachsen erschien 1577 eine deutsche Ausgabe der Bekenntnisschrift. Sie besagt, dass alle Evangelischen, die dieser Konkordienformel zustimmen, sich fortan "lutherisch" nennen; alle Protestanten, die der Konkordienformel nicht zustimmen, werden nun als "Reformierte" im Sinne von Huldreich Zwingli und Johannes Calvin bezeichnet. - 1580 erfolgte eine Übersetzung ins Lateinische. Der hier vorliegenden dritten Ausgabe von 1602 folgten fast alle späteren Oktavausgaben. - Durchgehend gebräunt, Titel etwas gelockert und angerändert, einige zeitgenössische Anmerkungen sowie zahlreiche, teils farbige Unterstreichungen. - Dekorativ gebundenes Exemplar.


GESANGBUCH -
Neu-vollständiges Nassau-Dillenburgisches Kirchen-Gesangbuch, Worinnen befindlich die Psalmen Davids in teutsche Reimern gebracht Durch Ambrosium Lobwasser... Samt dem Heidelb. Catechismo, Kirchen-Agenden... wie auch Glaubens-Bekan(n)tnüssen. 3 Teile in 1 Band. Herborn, Johann Nicolaus Andreä, 1711. 8°. Doppelblattgroßes gestochenes Frontispiz, 9 nn. Bl., 337, S., 2 nn. Bl.; 1 nn. Bl., 355 S., 5 nn. Bl., S. 357-360; 96 S. Leder der Zeit, Goldschnitt, (berieben und bestoßen, ohne die Schließen, kleine Fehlstellen an den Kapitalen). VERKAUFT.

VD18 10171355. - Seltenes Gesangbuch aus dem Lahn-Dill Gebiet. - Das gestochene Frontispiz von Montalegre mit einer Ansicht von Herborn. - Mit zahlreichen Notenbeispielen. - Etwas fingerfleckig und leicht gebräunt, teils etwas knapp beschnitten.


KURFÜRSTENBIBEL -
Biblia, Das ist: Die gantze Heilige Schrift, Altes und Neues Testaments. Verteutscht von Herrn Doctor Martin Luther... Dabey über die gewöhnliche, mit Fleiß verbessertte Biblische Register,... Zu End ist auch... die unveränderte Augspurgische Confession mit beygedruckt worden. 2 Bände. Nürnberg, Endters Erben, 1736. Folio. Gestochener Titel, 74 nn. Bl., 740, 512, 480 S., 8 nn. Bl., mit einem Porträt Friedrich III, 11 Kurfürstenporträts, einem Porträt Martin Luthers, 6 Karten und Plänen, 11 Zwischentiteln und 19 (2 doppelblattgroßen) Kupfertafeln. Leder der Zeit über Holzdeckeln mit reicher Rückenvergoldung, Deckelvergoldung, Eckbeschlägen und Barockschließen, gepunzter Goldschnitt, (Gelenke und Kapitale teils unmerklich restauriert). € 4.400,00

13. Auflage der Weimarer Kurfürstenbibel, die erstmals 1641 erschien. - Jahn 86; BMC Bible 203. - Die hier vorliegende Ausgabe wurde neu gestaltet und mit überarbeitetem Text, sowie neuen Vorreden und Leseanleitungen herausgegeben. - Die Kupferstiche zeigen die namengebenden Porträts der 11 Kurfürsten, Friedrich III. und Luther, die 4 Propheten und 4 Evangelisten, zahlreiche biblische Szene, wie die Arche Noah und die Versammlung der Augsburger Konfession, sowie Karten des Mittelmeerraumes und Palästinas und Pläne von Jerusalem. - Besitzeintag von 1743 auf fliegendem Vorsatz. Minimal fingerfleckig. - Sehr schönes, dekoratives, in 2 Bände gebundenes Exemplar.


HERBERGER, Valerius
. Evangelischen Hertz-Postilla Erster (und Anderer) Theil, in welcher alle ordentliche Sonntags-Evangelia.... Feyertags-Texte durchs gantze Jahr aufgeklitschet.... 22. Auflage. 2 Teile in 1 Band. Leipzig, Gleditsch, 1740. Folio. Gestochenes Frontispiz, 6 nn. Bl., 672 S., 2 nn. Bl.; 4 nn. Bl., 449 S., 3 nn. Bl., mit Textholzschnitten. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln mit Eckbeschlägen und 1 (von 2)Schließen, (fleckig und gebräunt, oberes Kapital etwas fransig). € 260,00

1613 erstmals aufgelegte Predigtsammlung des aus der Region Posen stammenden lutherischen Theologen Valerius Herberger (1562-1627). Bekannt wurde er neben seinen Predigten vor allem durch seine Kirchenlieddichtungen, u.a. „Valet will ich dir geben“, das in zahlreichen Gesangbüchern erschien. - Titel in Rot und Schwarz. - Das Frontispiz mit einem schönen Kupferstichporträt Herbergers. - Durchgehend etwas gebräunt, einige Anstreichungen von alter Hand im Text, teils wasserrandig.


BIBEL -
Biblia. Das ist: Die gantze Heilige Schrifft Alten und Neuen Testaments, Verteutschet durch Martin Luther. Anjetzo uber die alten Summarien... mit nutzlichen,... Außlegungen... versehen und heraußgegeben durch Friedrich Battier und Theodor Gernler. Neue Auflage. 3 Teile in 1 Band. Basel, E.& J.R. Thurneysen, 1767. Folio. Mit 12 fast blattgroßen Holzschnitten. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln, mit 8 Eckbeschlägen und 2 Schließen, (gering fleckig und beschabt). € 980,00

Luthi 16. - Reich kommentierte Basler Lutherbibel. - Die Holzschnitte mit Darstellungen der Arche Noah, dem Turmbau zu Babel, dem Tempel Salomons, Hohen Priestern usw., jeweils mit erläuterndem Text. - Etwas finger- und gering wasserfleckig und leicht angerändert, die letzten Blatt mit Rostflecken von den Nägeln der Schließen, Vorsatz mit zahlreichen Einträgen der Familie Gottschall von 1771 bis 1863. Dekoratives Exemplar.


BIBLIA -
Biblia, Das ist: Die ganze Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments, durch Martin Luther... Wie auch ein Auszug aus der Märtyr-History... Ingleichend es berühmten Herrn Johann Arndts Unterricht... samt einer Vorrede Herrn Johann Christian Klemmen. Schaffhausen, Müller, 1772. Folio. 8 nn. Bl., 940, 263 S., 17 nn. Bl., 52 S., mit 2 Kupfertiteln, 13 Kupfertafeln und 3 gestochenen Karten auf 2 Tafeln. Blindgeprägter dunkelbraun eingefärbter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit 8 Messingeckbeschlägen, 2 Mittelstücken und Schliessen, (minimal beschabt). € 1.300,00

Nicht in Bibelsammlung Württemberg. - Zweiter Druck der erstmals 1770 veröffentlichten Bibelausgabe. Diese um eine Tafel (Zerstörung Jerusalems) erweitert. Die Kupfertafeln mit den schönen Rokokoumrandungen wurden der Scheuchzer-Bibel entnommen. - Papierbedingt etwas gebräunt und stellenweise leicht stockfleckig, Innendeckel mit zeitgenössischen Einträgen. - Seltene Bibel in einem vorzüglich erhaltenen dekorativen Einband.


GESANGBUCH -
Badisches neues Gesangbuch zur Beförderung der öffentlichen und häuslichen Andacht. Durlach, J.G.Müller, 1787. 8°. 2 nn. Bl., 444 S., mit gestochener Titelvignette. Grünes Leder der Zeit mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung (Monogramm C D 1794), Goldschnitt, (beschabt, Ecken etwas bestoßen). € 200,00

Angebunden: Sammlung von Gebeten zur Unterhaltung der Andacht für die evangelische Badische Lande. Durlach, Müller, 1786. 79 S. und Evangelia und Episteln auf alle Sonntage wie auch auf die hohen Feste, Feyer- und Aposteltage durch das ganze Jahr; denen beygefüget die Leidens-Geschichte unsers Herrn und Heilands Jesu Christi. Karlsruhe, Verlag des Fürstlichen Gymnasiums, 1791. 95 S. - Minimal stockfleckig.


GESANGBUCH -
Neues Gesangbuch enthaltend die Psalmen Davids nach einer neuen Uebersetzung von W.H.Seel und einer Sammlung auserlesener Lieder zum Gebrauch bey dem öffentlichen Gottesdienst und der häuslichen Erbauung. 2 Teile in 1 Band. Dillenburg, Verlag des Waysenhauses, 1789. 8°. VIII, 280 S.; 1 nn. Bl., 908 S. Schwarzer Lederband der Zeit, Goldschnitt, (etwas berieben und bestoßen, unteres Kapital mit einigen Fehlstellen). € 280,00

Wohl die zweite Ausgabe dieses seltenen mittelhessischen Gesangbuches. - Leicht gebräunt, Am Anfang und Ende etwas wasserfleckig.


GESANGBUCH -
Sammlung auserlesener Lieder zum Gebrauch bey dem öffentlichen Gottesdienst und der häuslichen Erbauung. Dillenburg, Verlag des Waysenhauses, 1789. 8°. 1 nn. Bl., 908 S. Etwas späterer Lederband mit reicher Blind- und Goldprägung, goldgeprägter Name und Datum auf den Deckeln (A.F.Rückert, 1836), gepunzter Goldschnitt, (etwas beschabt, Ecken bestoßen). € 320,00

Seltenes Gesangbuch aus Mittelhessen in einem dekorativen Einband. - Leicht gebräunt, die letzten Blatt mit kleinen Löchlein durch Tintenfraß.


GESANGBUCH -
Hannoversches Kirchen-Gesangbuch, nebst einem Anhange, Gebetbuche und den Episteln. Auf Seiner Königlichen Majestät Allergnädigsten Befehl herausgegeben. 4 Teile in 1 Band. Hannover, P.L.Schlüter, 1839. 8°. Mit gestochenem Frontispiz. Rotes Leder der Zeit mit reicher Blind- und Goldprägung, Monogramm K.D. 1839 auf Vorderdeckel und H.T. 1839 auf Rückendeckel, Goldschnitt, (etwas beschabt, Vergoldung teils abgerieben). € 220,00

Gering gebräunt. Schönes, dekoratives Exemplar.


EINBAND -
Neues Braunschweigisches Gesangbuch, nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienst. 2 Teile in 1 Band. Braunschweig, Hofbuchdruckerei (Johann Heinrich Meyer), 1840. 8°. 4 nn. Bl., 432 S., 8 nn. Bl., 80 S. Rotes Maroquin der Zeit mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung, Stehkantenvergoldung, Goldschnitt, (gering beschabt). € 1.200,00

Dünndruckausgabe des Braunschweiger Gesangbuches. - Reich verzierter Biedermeiereinband mit Fileten und Weinlaub- und Traubenbordüre auf den Deckeln. Mittig je eine herzförmige Lederintarsie mit Sinnsprüchen, eingefasst von einer Blütenbordüre. Einbanddeckel jeweils mit goldgeprägten Herzogskronen, darunter auf dem Vorderdeckel das Monogramm I.H.A.U. und unter der Intarsie I.D.G.P., sowie auf dem Rückendeckel eine Datierung (1846). - Fliegender Vorsatz mit einem Eintrag von 1846 für Johann Friedrich Andreas Ude aus Sickte, zu dessen Konfirmation, von Pfarrer Peinen. - Sehr schönes Exemplar in einem prachtvollen Einband.

NOTIZEN AUS FRANKFURT

Orpheus aus Wittenberg & der tunesische Strauß  Den Frankfurtern war die Existenz des Vogelstrauß im 16.Jahrhundert wohlbekannt, denn die Herberge, in der Luther auf dem Weg nach Worms nächtigte, hieß Zum Strauss. Vermutlich hat der Besitzer Wolf Bronner seinen Gasthof zwischen 1512 und 1519 nach dem auffälligen Vogelvieh benannt, das Frankfurt bereits im Jahre 1450 einen Besuch abgestattet haben soll. 1558, am Wahltag des neuen Kaisers Ferdinand, kam der zweite Strauß in die Stadt am Main, der - so ward es beschrieben - vor lauter Appetit und vielleicht sogar vor übermütiger Freude den Kindern die Kränzlein aus Blumen, Federn und Messing vom Kopf weggefressen haben soll. Der dritte Strauß reiste 1577 in die Krönungsstadt, wo er einen bleibenden Eindruck hinterließ, denn das Ganzkörperporträt, das fortan das Haus Zum Strauß zierte, wurde mit folgenden Zeilen überschrieben: Ein Strauss war anderthalb Jahr alt,/ an Grösse und Form gleich dieser Gestalt, / von Tunis in Barbarien Land, / ward uns Anno 1577 bekannt. Inzwischen können wir den eindrucksvollen Vogel, von jüngerer Hand im Jahr 1973 erneut gemalt, an der Mauer des ehemaligen Bethmann-Bankhauses mit langen Beinen entlang stolzieren sehen; fast genau dort, wo die Herberge vor ihrem Abriss Ende des 19.Jahrhunderts stand. Luther kam am 14.April 1521 in seiner Kutsche nach Frankfurt am Main, stieg Zum Strauss ab, ließ am Abend seine Laute in hellen Tönen erklingen und sang mit seiner sonoren Stimme "wie ein gewisser Orpheus, geschoren in der Kapuze" dazu, lästerte sein Gegner Johannes Cochläus und hinterlässt bei uns ein ungewöhnliches Bild des Reformators.

Nachtrag: Die Quelle, derer wir uns für all diese Informationen bedient haben, ist ein Beitrag von G.E.Steitz, den er für das Neujahrsblatt des Vereins für Geschichte und Altertum zu Frankfurt am 1.Januar 1861 darbrachte. Denn mit fremden Federn schmücken wir uns nicht, vor allem nicht mit denen unseres prächtigen Straußes aus Tunis, der unweit vom Tresor am Römer stetig unser vogelfreundliches Herz erfreut.


Ausschnitt Delkeskamp-Plan, 1864

HEILKUNDE & MEDIZIN AM FREITAG


Mit Blick auf das heutige Thema nutzen wir die Gelegenheit, um auf einen Frankfurter Medicus aufmerksam zu machen. Doktor als auch Hofrath Peter Pasquay wurde 1719 in Frankfurt am Main als Kind einer wohlhabenden mit Tuch und Seide handelnden Familie geboren, studierte sicherlich fleißig an der Universität von Leiden Medizin, wurde im Jahre 1745 promoviert und wohnte nach Rückkehr in seine Heimatstadt als praktischer Arzt vorerst im Weißen Hirschen, der hier erwähnt wird, da dieser im wohlbekannten Großen Hirschgraben zu finden war. Bereits im Alter von 28 Jahren wird eine Untersuchung von ihm in bescheidener anonymer Autorschaft veröffentlicht, die ein wichtiges Dokument der Historie für die öffentliche Gesundheitspflege in Frankfurt im 18.Jahrhundert darstellt. Auf 136 Seiten und übertitelt mit Gründliche Abhandlung von dem Gehalt und denen Eigenschaften der Gemeinen Wassern überhaupt, ins besondere aber derer fürnehmsten in der Stadt Frankfurt am Mayn befindlichen Röhr- und Brunnen-Wassern.... liefert er eine Analyse des Frankfurter Brunnenwassers, die mitunter als besonders exakt und wissenschaftlich für die damalige Zeit hervorgehoben wird. Nicht nur erfährt der naturwissenschaftlich interessierte Leser die Ergebnisse des Wissenschaftlers, sondern er entnimmt der Abhandlung auch die Methoden, die angewandt wurden. Im zweiten Teil sind zudem Wasseranalysen aus Wiesbaden, Soden, Seltz, Dietz, Schwalbach und anderen Orten der Frankfurter Umgebung zu finden. Diese rare bei uns im Angebot befindliche Veröffentlichung lässt das universale Interesse des jungen Mediziners erkennen. Dieses war zwar typisch für die Zeit der Aufklärung und doch erstaunt es uns heute immer wieder.

Zudem konnten wir von dem Medizinhistoriker Wilhelm Kallmorgen erfahren, dass Peter Pasquay den enormen Betrag von 16.000 Gulden für ein Stipendium stiftete (ein Gerichtsschreiber verdiente 300 Gulden im Jahr, ein Student hätte hierfür 400 Bauernpferde kaufen oder ungefähr 100 Jahre lang in Kost und Logie leben können), eine umfangreiche naturwissenschaftliche Bibliothek sowie eine Kupferstichsammlung von 700 Blättern mit Medizinerporträts besaß. Besonders bewundernswert und von herausragender Güte muss die Pasquay'sche Mineraliensammlung gewesen sein. Johann Wolfgang Goethe erwähnt sie in seinem Tagebuch nach einer Besichtigung 1797 in Tübingen. Denn 1777, nach dem Tode des Frankfurter Arztes, Wissenschaftlers und Sammlers wurde sein Naturalienkabinett in einem 500 Seiten starken Katalog aufgelistet und von der Witwe, unterstützt von dem Bruder des Verstorbenen, zum Verkauf angeboten. Diese Sammlung, die sich durch Umfang und Qualität auszeichnete, befand sich in dessen Wohnhaus in der Zeil neben dem Roten Haus, wurde von Professor Gottlieb Storr aus Tübingen komplett erworben und ist heute glücklicherweise als ein Teil des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart zu besichtigen, bedauerlicherweise aber nicht in Frankfurt geblieben.

Vorgestellt sein möchten auch die vorbildlich mit Verbänden umwickelten Herren. Diese, so wirkt es, sind ebenso erfreut über die Universalgelehrtheit ihrer Zeit. Sie dienten als Modelle für die Veranschaulichung von Verbandstechniken in dem Hauptwerk Institutiones Chirurgicae ... von dem ebenfalls in Frankfurt geborenen Lorenz Heister, das 1750 in der zweiten Ausgabe in Amsterdam mit 40 anschaulichen Kupfertafeln gedruckt wurde und als eine der Höhepunkte der wissenschaftlichen Chirurgie angesehen werden kann.

Damit unsere sogenannte und nach obigem Lorenz benannte Heister-Klappe nach wie vor gut in Form bleibt, möchten wir in den Notizen aus Frankfurt auf das Reformhaus hier in der Braubachstraße verweisen. Welche heisterklappenfreundlichen oder zumindest gallenfreundlichen Nahrungsmittel dort angeboten werden, erfahren Sie im Anschluss unserer sorgfältig chronologisch geordneten Angebotsliste.


PLINIUS SECUNDUS, Caius.
Naturae historiarum libri XXXVII. e castigationibus Hermolai Barbari quam emendatissime editi. Hagenau, T.Anshelm für J.Koberger und L.Alantsee, 1518. Folio. 286 num, 96 nn. Bl., mit 2 mehrteiligen Holzschnitt-Titelbordüren, 1 Holzschnitt-Druckermarke und einigen Holzschnitt-Initialen. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln mit Ecken- und Kantenbeschlägen, 2 Schließen und einem originalen Titelschild aus Pergament, eingefasst in eine schmale Messingumrandung, (Rückendeckel mit 2 Löchern für ehemaligen Kettenanschluss, etwas berieben und fleckig, Rücken teils alt hinterlegt).
VERKAUFT.

Erste Ausgabe mit dem zweiteiligen "Index Plinianus" von Joannes Camers, der vorher separat erschien, gleichzeitig eine frühe Folio-Ausgabe des 16. Jahrhunderts von Plinius berühmter Naturgeschichte. - VD16 P 3528; BM German Books 704; Benzing (Hagenau), Anshelm 33; Choulant, Handbuch 190; Proctor 11695; Druckermarke bei: Heitz/Barack LXII, 2; Muther S. 233. - Die klassische naturwissenschaftliche Enzyklopädie des Altertums, die in insgesamt 37 Büchern das gesamte Wissen der antiken Welt enthält. Sie behandelt die Mathematik, Physik, Geographie, Astronomie, Medizin, Zoologie, Anthropologie, Physiologie, Philosophie, Geschichte, Landwirtschaft, Mineralogie, Kunst und Literatur. - Titel in Rot und Schwarz mit sehr schöner 4-teiliger Holzschnittbordüre von Hans Springinklee. - Die prachtvolle Druckermarke am Schluss des Bandes, sowie zahlreiche figürliche Initialen von Hans Baldung Grien. - Titel mit einem 2-zeiligen Kaufvermerk von Arnoldi von Usingen von 1519, sowie einem Besitzeintrag des Augustinerklosters in Erfurt. Der, 1462 in Usingen geborene Arnoldi Bartholomäus von Usingen, studierte in Erfurt und war dort als Lehrer für Philosophie tätig. Sein berühmtester Schüler wurde Martin Luther, durch dessen Einfluss er 1512 in den Augustinerorden eintrat. - Wenige Blatt an den Rändern restauriert, Vorsatz mit altem Papier erneuert, teils gering gebräunt, Ränder gering fleckig. Der dekorative Einband stammt vermutlich aus einer Erfurter Buchbindewerksatt. Einbanddeckel mit Streicheisenlinien, gefüllt mit Rautengerank und Staude mit Blüte im Mittelfeld, 2 Rollenstempelbordüren mit floralem Muster. Für das Rautengerank vergleiche Einbanddatenbank Werkzeug s003824. - Ein sehr schönes Exemplar in einem zeitgenössischen ehemaligen Ketteneinband und mit interessanter Provenienz.


DIOSCORIDES, Pedanius.
De Medica materia libris sex. Interprete Marcello Virgilio. Cu(m) eiusde(m) annotationibus. (Florenz, Filippo Giunta, 1518). Folio. 6 nn., 352, 6 nn. Bl., mit Holzschnittdruckermarke. Halbleder des 18. Jahrhunderts mit Rückenschild, (etwas berieben und leicht fleckig). € 8.800,00

Erste lateinische Ausgabe in der Übersetzung von Marcello Virgillio Adriani (1464-1521). - Osler 341; Pritzel 2303; Choulant S. 80; nicht bei Wellcome. Sehr seltene Ausgabe dieses grundlegenden antiken griechischen Werkes. Dass, bereits im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung von dem griechischen Gelehrten Dioscorides verfasste Kräuterbuch hat die westliche medizinische Praxis bis in das 19. Jahrhundert stark beeinflusst und gilt als eines der einflussreichsten Werke der Medizin und Pharmakologie. In 5 Teile gegliedert beschreibt die Materia Medica ca. 1000 Heilmittel mit mehr als 4500 Anwendungen. - Teils mit griechischen Text- und Wortstellen. - Die shcöne Druckermarke auf letztem Blatt verso. - Einige Anmerkungen und Anstreichungen von alter Hand, Besitzeintrag (Kloster Steingaden, 1666) auf dem Titel. Gering stock- und fingerfleckig, einige Seiten leicht wasserrandig. Gutes Exemplar.


GUASTAVINI, Giulio.
Commentarii in priores decem Aristotelis problematum sectiones. Lyon, Horatius Cardon, 1608. Folio. 4 nn. Bl., 395 S., 6 nn. Bl. Flexibles Pergament der Zeit, (etwas fleckig und aufgebogen, ohne die Schließbänder). € 1.500,00

Erste Ausgabe, selten. - Kommentar des Genueser Mediziners Giulio Guastavini zu den ersten 10 Büchern der pseudo-aristotelischen Problemata. Guastavini versucht die im Text befindlichen Stellen über Homosexualität mit den Moralvorstellungen seiner Zeit zu harmonisieren. Beinhaltet den Originaltext in griechisch und die lateinische Übersetzung von Theodorus Gaza. - Ex-Libris (Cabinet du Docteur Coutenot) auf Innendeckel. Name von alter Hand auf Titel. Am Anfang und Ende leicht gebräunt, gutes Exemplar.


PHARMAZIE - RENOU, Jean de.
Les Oeuvres pharmaceutiques. Augmentées d'un tiers en cette seconde Edition par l'Auteur.... Louys de Serres. 2 Teile in 1 Band. Lyon, N.Gay, 1637-1638. Folio. Gestochener Titel, 13 nn. Bl., 762 S., 11 nn. Bl., mit 6 Kupfertafeln und einem ganzseitigen Textkupfer. Leder der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und Rückentitel, (etwas beschabt, Gelenke und Kapitale unterlegt). € 3.000,00

Insgesamt dritte französische Ausgabe der Werke von Jean de Renou, die 1608 erstmals auf lateinisch erschienen und von Louis de Serres ins Französische übersetzt wurden. - Waller 7895; vgl. Wellcome I, 289 (Ausgabe 1626). - Das in seiner Zeit sehr populäre Werk des Arztes des französischen Königs, Jean de Renou (1568-1620), diente dazu, zahlreiche verbreitete Irrtümer über die Heilkräfte und Eigenschaften vieler Pflanzen und Kräuter zu korrigieren. - Mit der dekorativen ganzseitigen Darstellung einer Apotheke auf Seite 468, als Frontispiz zu Teil 2. Die 6 Tafeln mit mehreren Pflanzendarstellungen auf einem Blatt. - Teils leichter Wasserrand, minimal fleckig, alt geschwärzter Name auf Titel, Vorsatz und Vortitel.


ETTMÜLLER, Michael.
Opera Omnia: nempe, institutiones medicinae, cum notis, collegium practicum generale & speciale de morbis virorum, mulierum ac infantium; collegium chirurgicum; notae in Morelli methodum de formulis medicamentorum praescribendis; in Ludovici dissertationes pharmaceuticas; & in Schroederi Pharmacopoeam ... ; opus posthumum ...cum praefatione Georgii Franci. 3 Teile in 2 Bänden. Frankfurt, Zunner, 1688. Folio. 6 nn. Bl., 718 (recte 710) S.; 1 nn. Bl., 628 (recte 616); 270 (recte 272) S., 26 nn. Bl., mit gestochener Verlegermarke auf dem Titel. Blindgeprägtes Pergament der Zeit, (stärker fleckig, Einbände wellig und aufgebogen). € 240,00

Zweite Gesamtausgabe, die als die beste der Werkausgaben Ettmüllers gilt. - Haeser II, 380; Wellcome II, 534; vgl. Engelmann 155, Hirsch/H. II, 443f., Lesky 193. -Ettmüller (1644-83) "vereinigte mit einer umfassenden Gelehrsamkeit eine grosse praktische Befähigung und wurde ein eifriger Vertreter der durch Sylvius de la Boë begründeten Chemiatrie, deren Grundsätze er mit grosser Gewandtheit auf Physiologie und Pathologie anzuwenden verstand, so dass sein Ruf als Lehrer eine grosse Zahl von Studirenden nach Leipzig zog... (H./H.). - Etwas fleckig, stärker angestaubt, teils mit Anmerkungen von alter Hand.


BALNEOLOGIE - BLONDEL, F.
Thermarum Aquisgranensium et Porcetanarum elucidatio, & thaumaturgia. Editio tertia. Aachen, Clemens, 1688. 8°. Gestochener Titel, 11 nn. Bl., 160 S., 5 nn. Bl. Register, mit 2 ganzseitigen Wappenkupfern und 16 Textkupfern. Neuer Pergamentband mit Rückenschild.
€ 330,00

Dritte Ausgabe. - Waller 1151; Hirsch/H. I, 574; Wellcome II, 182. - Hauptwerk des Aachener Arztes und Badeinspektors, Franz Blondel, das weite Verbreitung fand. - Die Kupfer mit Ansichten von Aachen und Szenen aus dem Badeleben. - Es fehlen das Portrait und die 2 gefalt Kupfertafeln (in Fotokopie auf altem Papier beigebunden). - Unbeschnittenes breitrandiges Exemplar.


VALENTINI, Michael Bernhard.
Polychresta exotica in curandis affectibus contumacissimis probatissima... ut et nova herniarum cura. Accedunt.... Dissertationes epistolicae varii argumenti. Frankfurt am Main, J.A.Jung, 1701. Klein-4°. 4 nn. Bl., 293 S., mit 6 Kupfertafeln. Pergament der Zeit mit Rückentitel, (gering beschabt).
€ 980,00

Zweite Ausgabe, selten. - VD18 15023214; vgl. Hirsch/H. V, 693 ff. - Erschien erstmals in der gerichtsmedizinischen Sammlung "Pandectae medico-legales...", herausgegeben von Valentini, 1700 bei Zunner in Frankfurt. - Enthält verschiedene von Valentini zusammengetragene Dissertationen und Texte anderer Wissenschaftler über die Nutzung exotischer Heilmittel und Drogen. Darunter u.a. ein Text über die Chinarinde, die Anwendung der Ipecacuanha, eine frühe Beschreibung (mit Kupfer) des Tabakklistiers und einen Text über das Geschlecht der Pflanzen von Camerarius. - Die Tafeln unter anderem mit einer Darstellung eines Stacheltiers. - Leicht stockfleckig.


PURMANN, Matthäus Gottfried.
Grosser und gantz neugewunderen Lorbeer-Krantz Oder Wund-Artzney. In III. Theil und 127. Capitel abgetheilet. Darinne Ein jedweder Chirurgus aufs beste und Grund-richtigste sehen kan, was bey allen Wunden und Verletzungen des gantzen menschlichen Leibes ... vor Cur-Vortheile und Artzney-Mittel müssen angewendet werden... Zum andern mahl vermehrt heraus gegeben. Frankfurt, Leipzig, Rohrlach, 1705. 4°. Gestochenes Porträt, gestochenes Frontispiz, 14 nn. Bl., 784; 296 S., 28 nn. Bl., mit 12 Kupfertafeln. Pergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, (etwas fleckig, leicht beschabt).
€ 900,00

Vierte Auflage. - Blake 366; vgl. Hirsch/H. IV, 690. - Mehrfach aufgelegtes und bekanntes Kompendium der Chirurgie. Es werden unter anderem Verletzungen, äußere Erkrankungen, Geschwüre und Krebs beschreiben. Die Tafeln zeigen Instrumente, Krankheitssymptome und Operationen (Trepanation, Staroperation, Mundoperation, Steinschneiden, Transfusion, u.a. - Der aus Schlesien stammende bekannte Wundarzt Matthäus Gottfried Purmann (1648-1721) "führte 1668 die erste Transfusion in Deutschland... mit Lammblut an einem Aussätzigen durch." (Hirsch/H.) - "Purmann was a skilful army surgeon - one of the most famous of the period" (Garrison/M. 2146). - Etwas gebräunt und fleckig. Namensstempel (Dr.Rudolf Deschmann auf Innendeckel, Porträt und Frontispiz verso, sowie auf dem Titel, leicht gelockert.


ZITTMANN, Joh(ann) Fridrich.
Medicina Forensis. Das ist: Eröffnete Pforte zur Medicin und Chirurgie, Anweisende Hochlöbl. Medicinischen Facultät zu Leipzig hoch vernünfftig ertheilte Aussprüche und Responsa, Über allerhand schwere, zweiffelhaffte und in die Medicin, auch Chirurgie lauffende Fragen und Fälle... Frankfurt/M., auff Kosten einiger Mit-Glieder der Societät, 1706. 4°. 12 nn. Bl., 1648 S., 10 nn. Bl., mit 4 Kupfertafeln. Pergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, (minimal fleckig). € 840,00

Erste und einzige Ausgabe. - Waller 10495. Hirsch-H. V, 1048. - Umfangreiche Sammlung von Krankheitsfällen, bei denen die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig um Gutachten ersucht wurde. Diese, hier zusammengestellten Anfragen, Diagnosen und Gutachten aus der Zeit zwischen 1650 und 1699 sind durch Register erschlossen. - Der königlich polnische und kurfürstlich sächsische Generalstabsarzt Johann Friedrich Zittmann (1671-1757) wurde vor allem durch seine Behandlung der Syphilis mit dem nach ihm benannten, wenn auch schon vorher bekannten Heilmittels aus einem Sud der Wurzel der Stechwinde, "Decoctum Zittmanni" bekannt. - Stellenweise stark gebräunt, sonst gutes Exemplar.


ALCHEMIE - MÜLLER, Joh(ann) El(ias).
Christlicher und vernunfftmäßiger Begriff, vom wahren Uhrsprung der Goldhervorbringenden Wunder-Materie, oder des sogenannten Steins der Weisen: bestehende In einer Meynung, welche nicht allein der Ehre des Allerhöchsten am beförderlichsten, und der Wahrheit am nächsten ist, sondern auch ... (1.) Einer Lands-Obrigkeit, (2.) Eines Landes sämtlichen Einwohnern, (3.) Den Besitzern des grossen Philosophischen Schatzes selbsten fast unschätzbare Vortheile Und eine rechte güldene Zeit ohne die geringste Unkosten ... verursachen kan. Frankfurt, Gleditsch, 1707. 8° 8 nn.Bl., 112 S. Pergament der Zeit, (minimal angestaubt).
€ 1.200,00

Vorgebunden: VROLINGH, Abraham Leonhard. Der Matrosen Gesundheit Oder Ein nützlicher Tractat von Scharbocke oder Schim(m)el-Seuche. Nebst vielen andern zur See und Lande verfallenden Kranckheiten, darbei viel köstliche Medicamenta communiciret werden: Nebst Putmans Manuali, denen Medicis und Chirurgis... in Niederländischer Sprache geschrieben und anitzo ins Hoch-Teutsche übersetzet von Martino Schurigen. Dresden, Winckler, 1702. 8 nn. Bl., 378 S., 15 nn. Bl.
1) Erste und einzige Ausgabe, selten. - Rosenthal 608; Duveen 417; Ferguson II, 117; Caillet 7860. - Der Autor, Johann Elias Müller warnt in dieser Schrift ausdrücklich vor der ketzerischen Hybris der Alchemie. Da Kunst und Technik letztlich von Gott kommen, darf sich der Mensch dies nicht selbst zuschreiben. - "The author's ideaa is that the philosopher's stone cannot be found by chemical experiments, but that it is in the possession of God only, who communicates it to a choice of mortals." (Duveen).
2) Erste deutsche Ausgabe des 1646 im holländischen Original erschienenen Werkes. - Waller 10061; VD18 11636769. - Seltene Abhandlung über den häufig bei Matrosen und Soldaten vorkommenden, durch einen Mangel an Vitamin C verursachten Skorbut, sowie weitere Krankheiten wie die Ruhr und die Pocken, ab S. 271 die Übersetzung des Manuale zur Behandlung der Pest von Putmann. - Titel mit Eckabriss, dadurch leichter Buchstabenverlust.
Leicht gebräunt, einige wenige Anmerkungen in Tinte von alter Hand, schönes Exemplar.


PHARMAZIE - LOWER, Richard.
Englisches Artzney-Büchlein, Das ist: Des weltberühmten Englischen Medici Hn.D.Lovveri, und unterschiedlicher anderer vortrefflichen Englischen Medicorum in London, nützliche, bewehrte und viel Jahr lang an vielen Menschen probirte und gut befundene Recepte und Artzney-Mittel ... allerhand Kranckheiten, Gebrechen und Schwachheiten des menschlichen Leibes, innerlich und äusserlich zu heilen... aus dem Englischen ins Hochteutsche übersetzet worden von M.C.Ludovici... 2 Bände und Anhang in 1 Band. Leipzig, Gleditsch, 1713-1715. 8°. Mit gestochenem Porträt. Etwas späteres Halbpergament mit einer Textseite des. 17 Jahrhunderts als Deckelbezugspapier, (gering fleckig). € 600,00

Angebunden:
FERNEL, Jean. Conciliorum Medicinalium Liber. Nunc denuo fidelius & accuratius quam antea editus... Cum indice accurato. Frankfurt, Wechel, 1585. 143 S.
1) Fünfte Auflage. - Wellcome III, 553. - Mit dem Anhang: "Haber-Beschreibung ... Als eine Universal-Medicin".
2) Diese Ausgabe nicht bei Wellcome. - Der französische Mediziner Jean Francois Fernel beschrieb als erster das Rückenmark und die Begriffe Pathologie und Physiologie gehen auf ihn zurück. -
Etwas gebräunt.


PHARMAZIE - ROSENSTENGEL, Johann Jacob.
Institutiones chymico-pharmacauticae. Das ist: Gründliche und deutliche Anweisung zur Apothecker-Kunst; Darinn nebst einem Historischen Vor-Bericht, von der Apothecker-Anfang, Fortgang, und heutigem Zustand.... beschrieben werden. Frankfurt, Friedrich Wilhelm Förster, 1718. 4°. Gestochenes Frontispiz, 12 nn. Bl., 1267 S., 41 (von 42) nn. Bl. Pergament der Zeit, (etwas fleckig und beschabt). € 1.800,00

Erste Ausgabe, selten. - VD18 11595159; Ferguson II, 294; Ferchl 455; nicht bei Blake, Waller, Wellcome, usw. - Der Autor, der sich auf dem Titel als Med.Doct. u Stadt-Physicus bezeichnet, hat hier ein umfassendes Werk über alle Bereiche des Apothekenwesens zusammengetragen. Es enthält Kapitel über die Einrichtung und Werkzeuge einer Apotheke, die Zubereitung von Arzneien, Salben und Tinkturen, das Brauen von Bier, usw. - Wie meist ohne das letzte, vermutlich Errata-Blatt. - Zeitgenössischer Besitzeintrag mit Siegel auf Innendeckel (Fr.Athansius Beyer). - Braunfleckig und teilweise stärker gebräunt, teils etwas wasserfleckig.


RUYSCH, Frederic.
Opera Omnia Anatomico-Medico-Chirurgica. 3 Bände. Amsterdam, Jansson-Waesberge, 1721-1733. 4°. Mit gestochenem Titel (datiert 1720), gestochenem Portrait, 135 meist gefalteten Kupfertafeln, 7 Textkupfern und 2 Textholzschnitten. Restauriertes rotes Halbleder der Zeit mit Rückentitel, (Rücken neu eingefärbt und gefestigt, Bezugspapier erneuert). € 5.400,00

Sammelausgabe von insgesamt 44 Einzeltiteln (Titelblätter mit unterschiedlichen Jahressangaben), selten so komplett zu finden. - Wellcome IV 596 ff.; Blake 395; Osler 3869; vgl. Garrison/M. 389; Haller I, 530; Hirsch/H. IV, 934. - Enthält alle, bei Osler für die Werkausgabe angegebenen Schriften, teils mit anderen Erscheinungsjahren, sowie 4 weitere. - Der niederländische Anatom und Botaniker Frederik Ruysch (1638-1731) "hat sich 'hauptsächlich bekannt gemacht durch die grossen Verdienste, welche er sich um die antomische Technik, namentlich um die durch ihn zu hoher Vollkommenheit gebrachte Gefässinjection erwarb... ausserdem hat R. ich auf anat. gebiete bekannt gemacht durch den Nachweis der Klappen in den Lymphgefässen und des Unterschiedes zwischen dem männlichen und weiblichen Skelet..." (Hirsch/H.) - Seine große Sammlung anatomischer Präparate verkaufte er 1717 an den Zaren Peter den Großen, der ein Schüler von ihm war. - Besonders bemerkenswert sind die Kupferstiche mit teils surrealen Darstellungen von anatomischen Details in Gläsern und Skelette in Kombination mit Blumen, Tieren und Details. - Unbeschnitten, teils leicht wasserrandig und stockfleckig. Gutes Exemplar.


PHARMAZIE - BRÄUNER, Johann Jacob.
Thesaurus Sanitatis, Bestehet in einer der fürnehmsten und üblichsten Artzney-Mitteln beschriebenen Teutschen Apotheck und Material-Kammer, in welcher ohnmaßgeblich erinnert wird, Wie man die zu menschlicher Gesundheit benöthigte Medicamenta, so zu einer wohlgefaßten Apotheck erfordert werden, nicht nur bereiten... möge. Wie man alle zu der Artney dienende ... Materialien und Gewächs ... gebrauchen kann. Band IV in 2 Teilen ( von 4 Bänden). Frankfurt, Fleischer, 1725. 8°. Doppelblattgroßer Titel, 2 nn. Bl., 514 S. (S489-492 in Kopie), 17 nn. Bl.; 608 S., 5 nn. Bl. Leder der Zeit mit Rückenvergoldung und Rückenschild, (etwas beschabt, Kapitale leicht bestoßen). € 380,00

Zweite Ausgabe. - Blake 63; Ferchl 65. - Der in sich abgeschlossene Band 4 des Frankfurter Arztes Johann Jacob Bräuner enthält u.a. Rezepte für Essenzen und Tinkturen sowie mit Beschreibungen der Rohstoffe zur Herstellung von Medikamenten, darunter Caffee, Chocolata, Ingber, Pfeffer, Mandeln oder Tee. - S. 489-492 in Teil 1 in Kopie. - Leicht wasserrandig, etwas fingerfleckig, Titel verso mit stark geschwärztem Balken auf den Titel durchschlagend


BOHN, Johannes.
Chirurgia Rationalis Oder Vernünfftige Abhandlung Aller Chirurgischen Operationen nach den Regeln guter Theorie abgefasset... Anjetzo an das Licht gestellet von Heinrich Wincklern. Braunschweig, Renger, 1732. 8°. 8 nn. Bl., 514 S., 1 n. Bl. Halbpergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, (Bezugspapier teils abgelöst, etwas fleckig). € 480,00

Erste Ausgabe. - VD18 10292292. - Mit Kapiteln zu verschiedenen Operationen, zu den Bandagen, dem Aderlass, dem Kaiserschnitt, Amputationen etc. - Johannes Bohn (1640-1718) studierte in Jena und Leipzig Medizin und gehört "zu den hervorragendsten Ärzten aller Zeiten. Charakteristisch für seinen klaren Blick, sein unbeirrtes Urtheil ist es, dass B. die Wichtigkeit der Leichensectionen anerkennt, aber gleich davor warnt, in dem Leichenbefunde stets die Krankheitsursache zu finden." (Hirsch/H. I, 606ff.). - Durchgehend mit Leerseiten durchschossenes Exemplar. Gering gebräunt, Stempel auf Innendeckel und Titel (Stadt- u. Volksbibliothek Oberursel ausgeschieden), zeitgenössischer Eintrag auf fliegendem Vorsatz.


KULMUS, Jo(hann) Adam.
Tabulae Anatomica, in quibus corporis humani omniumque ejus partium structura... Amsterdam, Jansson-Waesbergius, 1732. 8°. Gestochenes Frontispiz, 6 nn. Bl., 179 S., 10 nn. Bl., mit 27 gefalteten Kupfertafeln. Pergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, (etwas fleckig und leicht aufgebogen).
€ 750,00

Angebunden:
TRONCHIN, Theodor. Dissertationes medicae quarum prior...de membrana allantoide versatur, authore Ludovico de Neufville.. seu de clitoride. Editio nova, emendiator, accuratior. Leiden, J. und H.Verbeek, 1736. 94 S.
1) Zweite lateinische Ausgabe. - Blake 249; vgl. Hirsch/H. III, 632. - Der in Danzig tätige Arzt Johann Adam Kulmus (1689-1745) setzte sich für die Hebung der medizinischen Bildung allgemein, insbesondere aber für die der Chirurgen, Bader und wandernden Jahrmarktsheiler, ein. Er gehörte zu den fortschrittlichsten Medizinern seiner Zeit und seine "Anatomischen Tabellen" zählen zu den erfolgreichsten anatomischen Schriften seiner Zeit. 1771 wurde es sogar ins Japanische übersetzt. - Die Tafeln sind römisch nummeriert 2-28 (Tafel 1 ist das Frontispiz). - Tafel 22 mit Abriss, dadurch ca. 2/3 Abbildungsverlust. – Etwas gebräunt und gering fleckig.
2) Neue erweiterte Ausgabe. - Blake 123; Hirsch/H. V., 643. - Der aus Genf stammende Théodore Tronchin (1709-1781) studierte in Cambridge Medizin und ließ sich in Amsterdam als Arzt nieder. Hier verrichtete er 1748, an seinem Sohn, erstmals eine Pockenimpfung in Holland.- Leicht gebräunt.


RICHTER, Christian Friedrich.
Die höchst-nöthige Erkenntniß des Menschen, sonderlich nach dem Leibe und natürlichem Leben, oder ein deutlicher Unterricht von der Gesundheit und deren Erhaltung ... Und nun zum eilfftenmahl mit einem verbesserten Register herausgegeben. 11. Auflage. Leipzig, Gleditsch, 1737. 8°. 6 nn. Bl., 1232 S., 56 nn. Bl. Pergament der Zeit, (leicht fleckig). € 300,00

Blake 381; vgl. Ferchl 443; Hirsch/H. IV, 799; Wellcome IV, 524. - Eines der erfolgreichsten medizinischen Werke des 18. Jahrhunderts, das erstmals unter diesem Titel 1708 erschien.- Der Autor Christian Friedrich Richter (1676-1711) studierte Theologie und Medizin und war bis zu seinem Tode in Halle an den Franckeschen Stiftungen tätig. - "Seine Haus-, Reise- und Feldapotheke fand so viel Beifall, daß zur Herstellung der 'Richter'schen' oder 'Halle'schen' Arzneien eine eigene Apotheke (die noch heute bestehende Waisenhaus-Apotheke) errichtet werden mußte" (Hirsch-H.). - Titel in Rot und Schwarz. - Leicht fleckig, teils etwas gebräunt, zeitgenössischer Besitzeintrag auf fliegendem Vorsatz.


TEICHMEYER, Herm(ann) Frid(rich).
Elementa Anthropologiae sive theoria corporis humani in qua omnium partium actiones ex recentissimis inventis anatomicis et rationibus tum physicis tym chymicis tum denique mechanicis, declarantaur. Editio altera auctior et emendatior. Jena, Bielck, 1739. Klein-4°. 8 nn. Bl., 286, 12 nn. Bl., mit 1 gefalteten Kupfertafel. Halbpergament der Zeit mit Rückentitel, (berieben und angestaubt, Kapitale gestaucht, Bezugspapier teils abgelöst). € 480,00

Angebunden: Ders. Institutiones Medicinae Pathologicae et practicae in usum auditorum conscriptae. Jena, Melchior, 1741. 4 nn. Bl., 448 S., 12 nn. Bl.
1) Überarbeitete Ausgabe des erstmals 1718 erschienenen Werkes. - Blake 446; vgl. Hirsch-H. V, 529; ADB 37, 543.
2) Erste Ausgabe. - Blake 446; Hirsch-H. V, 529; ADB 37, 543.
Hermann Friedrich Teichmeyer (1685-1744) erwarb 1717 eine Professur für Experimentalphysik, 1719 eine Professur für Medizin und 1727 für Anatomie, Chirurgie und Botanik an der Universität Jena. Bekannt wurde er in erster Linie als Pionier der Gerichtsmedizin sowie durch die Erfindung der sympathetischen (Kobalt)-Tinte (Poggendorff II, 1076). - Durchgehend etwas gebräunt bzw. stock- und wasserfleckig. Name (Kinscherf) auf fliegendem Vorsatz.


LINDERN, Frantz Balthasar von.
(Medicinischer Passe-par-tout, oder, Haupt-Schlüssel Aller und jeder Kranckheiten des menschlichen Leibes, Welcher uns entdecket, wie dieselbe bestens zu erkennen, und sicher zu curiren seyen. Samt einer Vorrede D. Georg Heinrich Behrs.) Straßburg, (Beck), 1739. 8°. 2 (von 7) nn. Bl., 24 S., 1 nn. l., 989 S., 2 nn. Bl. Leder der Zeit, (berieben und etwas bestoßen). € 180,00

Erste Ausgabe. - Hirsch/H. III, 792; Blake S. 272. - Mit der Vorrede G. H. Behrs über die 'Nothwendigkeit und Nutzbarkeit der Deutsch-geschriebenen Artzney-Bücher'. - Ohne das gestochene Frontispiz und das Titelblatt. - Durchgehend gebräunt und etwas fleckig.


STAHL,( Georg Ernst).
Der Medicinische Haupt-Schlüssel Oder gründliche Einleitung zur vernüfftigen Cur aller innerlichen Kranckheiten des menschlichen Leibes... Anietzo aber bey dieser andern Auflage von einem erfahrnen Medico von Druckfehlern gesaubert, und mit vielen Recepten... vermehret worden. Leipzig, W.Deer, 1739. Klein-4°. 5 nn. Bl., 722 S., 8 nn. Bl. Pergament der Zeit, (etwas beschabt und fleckig, Kapitale bestoßen). € 200,00

Zweite vermehrte Ausgabe. - Nicht bei Blake etc. - Umfangreiches Handbuch zur Medizin, basierend auf der Lehre des großen Systematikers Georg Ernst Stahl (1660-1734). - "Stahl was an epoch-making man both in medicine and in chemistry." (Ferguson S. 399). - Mit Abhandlungen zu den Krankheiten des Kopfes, einschließlich des Gedächtnisverlustes, des Körpers und der Organe, Fiebern und verschiedenen äußerlich sichtbaren Krankheiten.- "Stahl (gilt als) der dritte in dem berühmten Dreigestirn der großen Systematiker des 18. Jahrh. neben Boerhaave und Hoffmann." (Hirsch/H. V, 384). - Ohne das gestochene Frontispiz. - Gebräunt und etwas stockfleckig, leicht gelockert, an den Rändern teils wurmstichig. Fliegender Vorsatz mit Schenkungsvermerk von 1892.


STAHL, Georg Ernst.
Praxis Stahliana, Das ist Herrn Georg Ernst Stahls ... Collegium practicum , Welches theils von Ihm privatim in die Feder dictirt ... Nunmehro aber aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt, mit vielen Anmerkungen und Raisonnements... bekrafftiget und erläutert... von D. Johann Storchen, alias Hulderico Pelargo. Dritte Auflage. Leipzig, Wiolfgang Heinrich Schönermarck, 1745. 4°. 6 nn. Bl., 1440 S., 22 nn. Bl., mit 4 Textholzschnitten. Leder der Zeit mit Rückenschild und Blindprägung, (etwas beschabt und leicht bestoßen). € 720,00

Dritte deutsche Ausgabe. - VD18 10413537; Blake 430; vgl. Ferguson II, 411; Hirsch/H. V, 444 (Storch). - Der deutsche Mediziner, Chemiker und Alchemist Georg Ernst Stahl (1660-1734) zählt neben Boerhave und Hoffmann zu den großen Systematikern des 18. Jahrhunderts. Er war u.a. Hofarzt des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Weimar und später Leibarzt des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I. - Im Bereich der Medizin gilt er als Begründer des "Animismus", stellt er doch, im Gegensatz zu seinen Kollegen, die Seele in den Mittelpunkt. Deren Zustand bezeichnet er als Ursache von Krankheit und Gesundheit, d.h. dass sie im Zentrum einer Therapie stehen muss. Seine Herangehensweise kann man heute als ein Vordenken der Psychosomatik bezeichnen. Dazu erkannte er auch die Heilwirkung von Fieber als Abwehrreaktion des Körpers. - "Auch die Medizingeschichte betrachtet S. als eine Pioniergestalt, denn sein Konzept des Animismus war mit bestimmend für die Entstehung des Vitalismus und der Romantischen Naturphilosophie." (NDB 25, 34). - Mit einigen Anmerkungen auf den Vorsätzen und im Text sowie Unterstreichungen von alter Hand, teils leicht wasserrandig, Titel am unteren Rand etwas knapp beschnitten.


BALNEOLOGIE - (PASQUAY, Peter).
Gründliche Abhandlung von dem Gehalt und denen Eigenschaften der Gemeinen Wassern überhaupt, ins besondere aber derer fürnehmsten in der Stadt Frankfurt am Mayn befindlichen Röhr- und Brunnen-Wassern.... Frankfurt, Fleischer, 1748. 8°. 4 nn. Bl., 136 S. Halbpergament der Zeit, (etwas fleckig, Rücken unterlegt). € 1.600,00

Angebunden:
FLOYER, John. Wieder belebte alte Psychrolusia (graece). Oder Versuch zu beweisen, daß kaltes Baden gesund und nützlich sey; In Briefen herausgegeben. Aus dem Englischen ins Hochdeutsche übersetzt von Johann Caspar Sommer. Breslau u. Leipzig, Pietsch 1749. 11 nn. Bl., 292 (recte 294) S., 9 Bl.
(und)
SCHWEN(C)KE, Christian Gotthold. Das Gesunde Landleben, welches nach richtigen Grundsätzen der Arztneykunst anpreiset, mit Beantwortung der Frage und einer Vorrede: Ob man die Aerzte in gesunden Tagen brauchen könne? Nebst einer Vorrede Joh.Ernst Hebenstreits. Leipzig, Fritsch Witwe, 1751. Gestochenes Frontispiz, 38 nn. Bl., 343 S.
Sammelband mit 3 seltenen medizinischen Schriften.
1) Erste und einzige Ausgabe. - Hirsch/H. 4, 518. - Gutachten zur Wasserqualität der Frankfurter Brunnen und Mahnung an die Stadt diese sauber zu halten und nicht zu nah an Kloaken, Stadtgräben, etc. zu bauen. - "..für die damalige Zeit vortreffliche Analyse der Brunnenwasser." (Hirsch/H.). - Mit einem Anhang zu 8 Brunnen aus dem Umgebung Frankfurts, darunter Wiesbaden, Soden, Seltz, Dietz und Schwalbach. - Zeitgenössischer handschriftlicher Eintrag zum Autor am Ende des Vorworts.
2) Erste deutsche Ausgabe. - Blake 149; vgl. Wellcome III, 34; Hirsch-H. II, 549. - Der Text enthält viele Bezüge auf antike Autoren wie Galen, Celsus, Dioskorides, aber auch auf die Kirchenväter. - Die englische Originalausgabe erschien bereits erstmals 1702 und erlebte mehrere Auflagen.
3) Erste Ausgabe. - Hirsch/H. 5, 183. - Hochaktuelle Abhandlung über die Vorzüge des Landlebens durch den Dresdner Mediziner Christian Gotthold Schwencke (1726-1782). - "Der wahre Vortheil des Landlebens bestehet in dem Abgang verführerischer Reitzungen, und in der Bequemlichkeit den Körper durch Bewegung, die mit Belustigung derer Sinnen verknüpft sind, dauerhaftig zu machen." (Vorwort). - Mit einem hübschen gestochenen Frontispiz eine Landschaft darstellend.
Gering gebräunt und minimal fleckig, zeitgenössischer Eintrag auf Vorsatz. - Gutes Exemplar.


HEISTER, Lorenz.
Institutiones Chirurgicae, in quibus quidquid ad rem chirurgicam pertinet, optima et novissima ratione pertractatur. Editio altera... 2 Bände. Amsterdam, Janssonius-Waesberge, 1750. 4°. Gestochenes Porträt, 1 nn. Bl., VIII, 56 S., 4 n. Bl., 8, 599 S.; 1 nn. Bl., S. 600-1187, 26 nn. Bl., mit 40 gefalteten Kupfertafeln. Leder der Zeit mit Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung, (Vordergelenk von Band 1 restauriert, etwas berieben und bestoßen). € 1.200,00

Zweite, nach 1739 bei Janssonius gedruckte Ausgabe. - Hirsch-H. 341; Waller 4263; Blake 204; Wellcome III, 237; vgl. Garrison-M. 5576 (Ausgabe 1718). - Hauptwerk Heisters (1683-1758), das in seiner deutschen Erstausgabe, jedoch mit geringerer Tafelanzahl bereits 1719 erschien und in viele Sprachen übersetzt wurde. Er gilt als der Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie in Deutschland. - " Heister is the founder of scientific surgery in Germany. His book contains many interesting illustrations and includes an account of tourniquets used in his time; Heister introduced a spinal brace." (Garrison-Morton). - Band 1, Seite 104 mit großem Tintenfleck, teils etwas wasserrandig bzw. braunfleckig. Vorsatz und Titel von Band 1 mit Einträgen von alter Hand.


GYNÄKOLOGIE - ASTRUC, Joanne.
Tractatus de morbis mulierum, solidam theoriam praxi certiori & experientiis comprobatam complectens. Accedit catalogus chronologicus medicorum, quorum scripta de iis morbis extant. 3 Teile in 1 Bd. Venedig, N. Pezzana, 1763-1767. 4°. XXIV, 388; VIII, 212; VIII, 96 S., m. 2 (1 gefalt.) Kupfertafeln. Pergament mit Rückenschild, (etwas berieben). € 500,00

Erste lateinische Ausgabe, selten. - Wellcome II, 65; Blake 22; vgl. Garrison/Morton 6019 (franz. EA). - Wichtiges gynäkologisches Werk des 18. Jhdts. "Mettler considers this 'the most pretentious gyneacologic work of the (eighteenth) century... chiefly useful for its historical orientation'." (G/M). - Astruc (1684-1766), war Prof. für Medizin in Montpellier, sowie Leibarzt der Könige von Polen und Frankreich. Berühmt wurde er durch sein Werk über die venerischen Krankheiten, das zahlreiche Auflagen erlebte. - Teilweise leicht stockfleckig, schönes Exemplar.


WITHERS, Thomas.
Bemerkungen über die Fehler, die bey dem Gebrauch der Arzneymittel begangen werden. Aus dem Englischen übersetzt. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1776. 8°. XVI, 366 S. Halbleder der Zeit mit Rückenvergoldung, (etwas beschabt). € 300,00

Erste Ausgbe. - Blake 493. - Mit Kapiteln zur unsachgemäßen Anwendung des Aderlassens, von Brech- und Abführmitteln, schweißtreibenden Mitteln, von Blasenpflastern, Stimulantien, darunter Wein, Sedidativen, darunter Tee, Kaffee, Tabak, Mohn, etc., sowie von stärkenden Mitteln. - Durchgehend etwas stockfleckig.


ZAHNMEDIZIN - HUNTER, John.
Natürliche Geschichte der Zähne und Beschreibung ihrer Krankheiten. Aus dem Englischen übersetzt. 2 Teile in 1 Band. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1780. 8°. 3 nn. Bl., 296 S., 8 nn. Bl., mit 8 gefalteten Kupfertafeln. Halbleder der zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung, (etwas beschabt, leicht fleckig). € 2.000,00

Erste deutsche Ausgabe. - Weinberger 70; Blake 226;Wellcome III, 317; Hirsch/H. III, 344; vgl. Garrison/M. 3675-3676. - Grundlegendes Werk zur Zahnmedizin. Der englische Mediziner John Hunter (1728-1793) setzt sich als einer der ersten wissenschaftlich mit der Anatomie, Physiologie und Pathologie der Zähne auseinander. Besonders hervorzuheben sind seine Versuche Zähne zu transplantieren. - Die hier vorliegende deutsche Ausgabe verbindet die beiden 1771 und 1778 erschienenen Titel "The natural history of the human teeth" und "A practical treatise on the diseases of the teeth" in einem Band. - "This classical work revolutionized the practice of dentistry and provided a basis for later dental research." (Garisson/M.). - Minimal stockfleckig. Sehr schönes Exemplar.


GRUNER, Christian Gottfried.
Physiologische und pathologische Zeichenlehre zum Gebrauche akademischer Vorlesungen. 2. umgearbeitete und vermehrte Auflage. Jena, Akademische Buchhandlung, 1794. 8°. 7 nn. Bl., 330 S. Halbleder der Zeit mit Rückenschild und leichter Rückenvergoldung, (etwas beschabt und bestoßen). € 100,00

Zweite Ausgabe, die bereits im Jahr der ersten Ausgabe erschien. - Blake 188; vgl. Engelmann 205. - Gruner (1744-1815) "nimmt unter den neueren Begründern der medicinisch-historischen, namentlich der historisch-pathologischen Studien, durch die Mannichfaltigkeit u. Gediegenheit seiner Arbeiten eine der ersten Stellen ein" (Hirsch/H. II, 875). - Name auf Titel, durchgehend etwas stockfleckig, einige Anstreichungen.


RÖSCHLAUB, A(ndreas).
Lehrbuch der Nosologie. Zu seinen Vorlesungen entworfen. Bamberg, o.Dr., 1802. 8°. 427 S., 2 nn. Bl. Halbleder der Zeit mit Rückenschild, (etwas beschabt, Ecken leicht bestoßen). € 120,00

Erste und einzige Ausgabe. - Vgl. Hirsch/H. IV, 849 ff. - Krankheitslehre, die sich mit den Arten der Krankheit, ihren Anzeichen, Erscheinungsformen und ihrer Entwicklung befaßt, hier noch auf den Grundsätzen des Brownismus beruhend. - Der deutsche Mediziner und Naturphilosoph Andreas Röschlaub (1768-1835) entwickelte, stark beeinflusst von John Brown, seine eigene Erregungstheorie in der Medizin. Schon während seiner Wirkungszeit begann er sich jedoch davon zu distanzieren und wandte sich stärker der Naturphilosophie zu. - Zeitgenössischer Besitzeintrag auf Titel, die letzten Blatt etwas braunfleckig.


PHARMAZIE - METZGER, Joh.Dan.
Kurzgefaßtes System der gerichtlichen Arzneywissenschaft. Dritte verbesserte Ausgabe. Wien, v.Ghelenschen Schriften, 1806. 8°. VIII, 300 S., 2 nn. Bl. Halbleder der Zeit mit Rückenschild und leichter Rückenvergoldung, (gering beschabt). VERKAUFT.

Vgl. ADB 21, 530. - Der deutsche Mediziner Johann Daniel Metzger (1739-1805) studierte in Strasburg und lehrte als Professor an der Universität Königsberg. Er beschäftigte sich in erster Linie mit der forensischen Medizin. - Name von alter Hand auf Titel, Stempel auf Titel verso.


SCHMIDT, Johann Adam.
Handschriftlich hinterlassenes Lehrbuch der Materia medica. Revidirt und zum Druck befördert von seinem Freunde und Amtscollegen Wilhelm Joseph Schmitt. Wien, Kupffer und Wimmer, 1811. 8°. XVIII S., 1 nn. Bl., 515, XI S. Halbleder der Zeit mit Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung, (leicht beschabt). € 280,00

Angebunden:
Ders. Vorlesungen über die syphilitische Krankheit und ihre Gestalten. Abgedruckt nach dem Manuscripti des Verfassers. Wien, Kupffer und Wimmer, 1812. XIV S., 2 nn. Bl., 184 S.
Erste Ausgaben. - Hirsch/H. V, 93.; NDB 23, 194. - Johann Adam Schmidt (1759-1809) wurde vor allem durch seine Tätigkeit als Augenarzt in Wien bekannt. - "Auch auf den Gebieten der medizinisch-pharmazeutischen Terminologie – er prägte den Begriff „Pharmakognosie“ – und der Behandlung von Geschlechtskrankheiten wirkte S. innovativ, so bei der Erforschung verschiedener Quecksilbertherapien bei der Syphilis." (NDB). - "Seine mit seltenen Talenten und Gelehrsamkeit verbundene Kunstfertigkeit, namentlich als Augenarzt, waren im In- und Ausland bekannt." (Hirsch/H.). - Etwas stockfleckig.


PHARMAZIE - ROLOFF, J.Christoph Heinrich.
Anleitung zur Prüfung der Arzneykörper bey Apothekenvisitationen für Physiker, Aerzte und Apotheker. Magdeburg, Creuz'sche Buchhandlung, 1812. 4°. XXI, 49 S. Pappband der Zeit, (etwas berieben und fleckig). € 200,00

Erste Ausgabe. - Poggendorff II, 681. - Handbuch zur Überprüfung der Identität und Qualität von Arzneimittelvorräten. - Mit Leerseiten durchschossenes Exemplar, diese mit zahlreichen Einträgen. auf dem Titel findet sich die Anmerkung, dass die in der zweiten Auflage enthaltenen Verbesserungen beigeschrieben sind. - Minimal stockfleckig, Name (Dr. Kinscherf) mit grünem Buntstift auf Titel.


PHARMAZIE - (AMMON, F.A.v.).
Repertorium der besten Heilformeln aus der Praxis der bewährtesten Aerzte, Wundärzte, Geburtshelfer, und der berühmtesten klinischen Leherer Deutschlands. Ein Handbuch für practische Aerzte, Wundärzte und Geburtshelfer von einem practischen Arzte und Chirurgen. Zweite, verbesserte und sehr vermehrte Auflage. Leipzig, Hartmann, 1828. 8°. XVI, 454 S. Leder der Zeit mit Rückentitel und Rückenvergoldung, (gering beschabt). € 220,00

Holzmann-Bohatta VI, 7276; Hirsch/H. I, 118. - Das anonym erschienene umfassende Handbuch wurde von dem deutschen Mediziner Friedrich August von Ammon (1799-1861) verfasst. Bekannt wurde er vor allem durch seine Lehrtätigkeit in Dresden und als Leibarzt des sächsischen Königs Friedrich August II. "Ausgestattet mit den glänzendsten Geistesgaben, einer classischen Bildung, der wärmsten Liebe zu seiner Wissenschaft und dem eisernsten Fleisse, verbunden mit der vollendetsten Humanität, nahm er... unter den Notabilitäten der deutschen Wissenschaft einen hervorragenden Platz ein." (Hirsch/H. I, 120). -Enthält Arzneiformeln für den inneren und für den äußeren Gebrauch; Vorschriften; Hilfe bei Vergiftungen sowie ein umfangreiches Namens- und Sachregister. - Etwas angestaubt, unleserlicher Stempel auf Titel verso.


HOMÖOPATHIE - WRELEN und D.H...
Der homöopathische Rathgeber bei allen Krankheiten der Menschen. Alphabetisch geordnet mit Angabe der heilenden homöopathischen Mittel und erklärender Einleitung über die Namen, Wirkungsdauer und Antidote. Beigefügt sind die Bedingungen, unter welchen die Symptome der Arzneien zu erscheinen pflegen. Leipzig, Karl Franz Köhler, 1836. 8°. XX, 492 S. Etwas späteres Leder mit Rückenschild, (berieben und leicht fleckig). € 400,00

Erste und einzige Ausgabe. - Frühes Grundlagenwerk zu Homöophathie von dem von uns nicht biographisch zu ermittelnden Autor Wrelen. - Mit Auflistung hunderter Krankheiten und Formen des Unwohlseins sowie deren Heilmittel, darunter Abneigung gegen geistige und körperliche Anstrengung, Arbeitsscheu, Dreistigkeit, Gefräßigkeit, Menschenscheu, etc. - Durchgehend etwas gebräunt und stockfleckig.


BISCHOFF, Ignaz Rudolph.
Grundzüge der Naturlehre des Menschen von seinem Werden bis zum Tode. Mit vorzüglicher Hinsicht auf die praktische Medicin bearbeitet. 4 Teile in 1 Band. Wien, Strauss, 1838-1839. 8°. 4 nn. Bl., XVI, 352 S.; 2 nn. Bl., 492 S. Halbleinen der Zeit mit Rückentitel und Rückenvergoldung, (Kanten etwas beschabt, Rücken leicht verblichen). € 500,00

Erste Ausgabe. - Dieser Titel von Bischoff nicht bei Hirsch/H. oder Wellcome. - Ignaz Rudolph Bischoff (1784-1850) war ein österreichischer Mediziner, der sich große Verdienste um die Verbreitung der Pockenimpfung machte. - Mit Kapiteln zur Physiologie und Anthropologie des Menschen. - Ohne das Stahlstichporträt. - Minimal stockfleckig.


GYNÄKOLOGIE - BUSCH, Dietr(ich) Wilh(elm) Heinr(ich) (Hrsg.).
Atlas geburtshülflicher Abbildungen mit Bezugnahme auf dsa Lehrbuch der Geburtskunde. Berlin, August Hirschwald, 1841. Gross-8°. XIII, 147 S., mit 49 lithographischen Tafeln. Halbleder des 20.Jahrhunderts mit Rückenschild, (Rücken etwas verblichen).
€ 200,00

Erste Ausgabe. - Hirsch/H. I, 783; Waller 1670; Wellcome II, 278. - Separat erschienener Tafelband des berühmten Lehrbuches zur Geburtshilfe. - Der Herausgeber Dietrich Wilhelm Heinrich Busch (1788-1858) war "einer der berühmtesten Professoren der Geburtshilfe Deutschlands in der ersten Hälfte d. 19.Jahrhunderts" (Hirsch/H. I, 782). - Die Tafeln mit insgesamt 185 Abbildungen zeigen die Anatomie des Beckens, die Positionen des Kindes, Lagerung der Wöchnerin, geburtshilfliche Eingriffe, Kaiserschnitt und Instrumente. - Durchgehend etwas braun- und stockfleckig.


FRITZE, H.E.
Lehre von den wichtigsten in der Chirurgie und Medicin gebräuchlichsten Bandagen und Maschinen, nebst Beschreibung der dieselben indicirenden Uebel, besonders der Fracturen Zweite stark vermehrte und verbesserte Auflage. Berlin, Friedr. Aug. Herbig, 1846. 8°. IX, 198 S., 2 nn. Bl., mit 34 Kupfertafeln. Halbleinen der Zeit mit Rückentitel, (berieben und bestoßen). € 320,00

Hirsch-H. II 631; Waller I, 3272; Wellcome III, 72. - Neben den klassischen Kapiteln zur Chirurgie sind Anleitungen zum Gebrauch orthopädischer Geräte und Methoden zur Anwendung beinhaltet. Die Tafeln mit zahlreichen Abbildungen von Geräten, Bandagen, Streckbetten und anderen orthopädischen Hilfsmitteln. - Durchgehend stockfleckig, am Rand teils wasserfleckig, Tafel 27 am Schluss eingebunden.


PHARMAZIE - MITSCHERLICH, C.G.
Lehrbuch der Arzneimittellehre. Zweite verbesserte Auflage. 3 Bände. Berlin, Bethge, 1847-1851. 8°. Schlichte Pappbände der Zeit, (etwas beschabt, Ecken und Kanten berieben und bestoßen). € 250,00

Um den dritten Band erweiterte zweite Ausgabe. - Hirsch/H. IV, 224. – Das von Karl Gustav Mitscherlich (1805-1871) veröffentlichte Lehrbuch war lange Zeit unübertroffen und nahm lange "eine ehrenvolle Stellung in der pharmakologischen Litteratur" (ADB 22, 22) ein. - »M. war der erste deutsche Pharmakolog, der die Bedeutung der Kenntniss des chemischen Verhaltens der Arzneimittel gegen die Bestandtheile des Organismus und die der Thierversuche überhaupt für die Entwicklung der Pharmakologie erkannte ... « (Hirsch). - Minimal stockfleckig.


BERGE, Fr(iedrich) und V(iktor) A(dolf) RIECKE.
Giftpflanzenbuch oder allgemeine und besondere Naturgeschichte sämmtlicher inländischer sowie der wichtigsten ausländischen phanerogamischen und kryptogamischen Giftgewächse. Neue Ausgabe. Stuttgart, Krais & Hoffmann, 1855. 4°. XI, 439 S., mit 72 altkolorierten lithographischen Tafeln. Illustrierter Originalpappband, (Rücken mit Leinen unterlegt, gering beschabt). € 480,00

Nissen, BBI 143; Pritzel 654. - Die Texte zu den Eigenschaften und Wirkungen der Pflanzen sowie deren Anwenundungen stammen von dem Stuttgarter Mediziner Viktor Adolf Riecke (1805-1858). - Schöne, detaillierte Pflanzentafeln mit teilweise leuchtendem Altkolorit der Blüten, Früchte und Pilze. - Text, wie meist, etwas stockfleckig, Vor- und Nachsatz erneuert. Gutes Exemplar.


FISCHER, Georg.
Chirurgie vor 100 Jahren. Historische Studie. Leipzig, F.C.W.Vogel, 1876. 8°. X, 585 S. Halbleder der Zeit mit
Rückentitel und Rückenvergoldung, (etwas beschabt, Ecken leicht bestoßen).
VERKAUFT.

Erste Ausgabe. - Garrison/M. 5794; Hirsch/H. II, 531. - Der Hannoveraner Mediziner Georg Fischer (1836-1921) verfasste eine ganze Reihe von Beiträgen für medizinische Zeitschriften seiner Zeit. Als Leiter der chirurgischen Abteilung des Stadtkrankenhauses in Hannover veranlasste er verschiedene Reformen. - Umfassende Geschichte der Chirurgie im 18. Jahrhundert, mit Kapiteln zur medizinischen Lehre, verschiedenen Medizinern der Zeit und Länder, über die Kriegschirurgie und die unterschiedlichsten Krankheiten. - Sehr gutes Exemplar in einem dekorativen Einband.


OHRENHEILKUNDE - BRÜHL, Gustav (Hrsg.).
Atlas und Grundriss der Ohrenheilkunde. Unter Mitwirkung von Professor Dr. A.Politzer. München, Lehmanns, 1901. 8°. XIX S., 264, 16 S., mit 244 chromolithographischen Abbildungen auf 39 Tafeln. Originalleinen mit Rücken- und Deckeltitel, (leicht beschabt). € 100,00

Erschienen als: Lehmann's medizinische Handatlanten, Bd. 24 - Erste Ausgabe. - Minimal gebräunt.

NOTIZEN AUS FRANKFURT

Germanische Venus empfiehlt Gallentee am Freitag Das Frankfurter Reformhaus Freya wurde vor 112 Jahren von Willy Croy und Max Kessel gegründet und bediente vor allem Anhänger der damaligen Lebensreform mit vegetarischen Produkten. Heute, inzwischen der Reformhaus Herrmann GmbH zugehörig, gibt es über zehn Filialen in Frankfurt und Umgebung, darunter eine in der Braubachstraße und somit in der Nachbarschaft des Tresor am Römer. Freya ist die germanische Göttin der Liebe, unter anderem, und fliegt gerne durch die Lüfte - geschmückt mit einem von Zwergen geschmiedeten Halsband auf einem von Waldkatzen gezogenen Wagen, beschwingt durch ein Falkengewand. Der Wochentagsname Freitag, der ja Liebesgöttinnentag ist, lässt sich übrigens von der Göttin Freya ableiten, so eine umstrittene These. Unumstritten ist jedenfalls, dass auf dem oberen Foto der Reformhausmitarbeiter Andreas Eisenbach zu sehen ist. Er hütet und verkauft u.a. gesunde Lebensmittel und Kosmetikprodukte, für deren Herstellung keine unschuldigen Waldkatzen oder schlimmstenfalls Zwerge geopfert wurden. Das hiesige Freya-Sortiment wurde zudem für die heißhungrigen Braubachstraßenbewohner und die schnellhungrigen Braubachstraßenerwerbstätigen mit Spinat-Quiche und Linsenbratlingen erweitert (unteres Foto). Um wieder an das Thema des medizinischen Freitags anzuschließen, verweisen wir und Herr Eisenbach auf die zahlreichen Tees (Hintergrund oberes Foto), die Erkältungen lindern, Harnblasen besänftigen, die Verdauung vorantreiben und - dies wird Lorenz Heister und eventuell auch alle Heister-Klappen erfreuen - die Gallentätigkeit fördern.

DER JURISTISCHE FREITAG


Für den juristischen Freitag, an dem Recht und Gesetz walten mögen, haben wir einen Rechtsfall konstruiert, den wir anhand der uns zur Verfügung und den Interessenten zum Kauf stehenden Fachliteratur lösen möchten. Eine junge Ehefrau (dynamischer Typus, sportlich, sympathisch)  wurde von ihrem eigenen Ehemann (dickliche Gestalt, unangenehm, Griesgram) angezeigt. Sie hat ihn einen Vielfraß genannt und ist lachend mit dem Pferd namens Fadi (Vollblutaraber, temperamentvoll, glänzendes Fell in Hellbraun) davongaloppiert. Nach ihrem Ausflug werden ihr Beleidigung, Entführung und zudem Diebstahl zur Last gelegt und sie muss sich vor Gericht verteidigen. Hier ein Ausschnitt:

 

Anwalt des Ehemannes: Euer Ehren! Nicht nur hat dieses Weibsbild (er zeigt mit dem Index auf die Angeklagte) meinen Mandanten beleidigt, das gemeinsame Pferd entführt, nein! sie musste ja auch noch eine Forelle aus dem Bach stehlen! Ich beantrage als Strafe für diese Tat 3 Schilling gemäß des Sachsenspiegels von 1561, Zweites Buch, Artikel 28.


Angeklagte hebt den Arm, Richter signalisiert ihr, sich zu äußern.

Angeklagte: Euer Ehren ... (bescheidener Gesichtsausdruck) ... ich möchte erklären, dass es sich bei der Fischentnahme nicht um eine Dieberei handelt, sah ich doch wie ein kleines Fischerboot durch eine Welle bewegt hin- und herschwankte. Der Fischer warf seinen Fang vor Schreck über Bord, den ich sodann erhaschte und so berufe ich mich ebenfalls auf den Sachsenspiegel von 1561 auf Artikel 29 des Zweiten Buches.


Rascheln. Der Richter blättert flugs in seinem Sachsenspiegel (ein begehrenswertes Exemplar von 1561, um das ihn seine Richterkollegen beneiden! Es handelt sich um die zweite der berühmten Zobelschen Ausgabe. Widerstandsfähiges Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln auf 4 Bünden mit 2 Schließen)


Anwalt des Ehemannes:
Jedoch(!) wollte der Fischer bei nachlassendem Wellengang die Forellen wieder einfischen, doch nun fehlte eine! Deswegen! (triumphierend hebt er nun mit seiner Linken einen schmaleren Folioband empor (Halbpergament mit Marmorpapier), mit der Rechten einen weiteren (signalrot eingefärbtes Pergament) fordere ich gemäß der Bambergischen Peinlichen Halßgerichts-Ordnung von 1543 und! von 1694 gemäß Artikel cli: Diebstahl! Tod mit dem Schwert!


Der Überraschungscoup zeigt Wirkung. Aufgeregtes Geraune, Gemurmel, Entsetzen strömt aus den Zuschauerreihen. Die Gerichtsjournalisten machen hastig Notizen.

Angeklagte: Causa non finita est! (tätschelt das anregende Vocabularium iuris in zwei Bänden von Vicat, das sie im Antiquariat gekauft hat und nicht mehr missen möchte) Müssen wir nicht zuerst nach dem Besitztum des Wassers im Allgemeinen fragen: quid regum est? (die Angeklagte hält ebenfalls zwei Bände in die Höhe ... es handelt sich um Jacob Grimms Deutsche Rechtsalterthümer  - ein Grundlagenwerk zur historischen Betrachtung des deutschen Rechts) Außerdem möchte ich den Richter um Milderung des Urteils bitten, da es vielmehr ein Mundraub war. So steht es geschrieben im Sachsenspiegel. (sie zeigt auf den prächtigen Band auf dem Richtertisch) Die sogleich über einem Lagerfeuer geräucherte und verzehrte Forelle diente der Notnährung. Fadi speiste einen saftigen Apfel und eine wohlgeformte Birne, die ...


Anwalt des Ehemannes (in Rage mit roten Flecken im Gesicht): Schuldig ist also auch der Vollblutaraber. Auch Fadi ist ein Dieb!

Aufgrund dieser dreisten Behauptung, die jeglicher Rechtsgrundlage entbehrt - so glaubt es jedenfalls die Pferdeliebhaberin - schwingt sich ebendiese über den Angeklagetisch, stolziert selbstbewusst und erhobenen Hauptes vor den Anwalt und wirft ihm einen ihrer Lederhandschuhe (in provozierendem Rot) vor die Füße. Die Zuhörer halten die Luft an. Der Anwalt schaut mit säuerlicher Anwaltsmiene auf den effektvoll hingeworfenen Handschuh. Der Richter zeigt ein Lächeln, verbirgt dieses aber schnellstens wieder und vergisst sogar zur Ruhe zu mahnen.

Angeklagte: Ich empfehle Ihnen ... (sie blickt verächtlich den Anwalt ihres Ehemannes an) ... zur Information das Grundlagenwerk von Jacob Grimm, Stichwort "Handschuh", "Fehde", "Zweikampf", "duellum", "Verleumdung" oder einfach "Flegel"! (sie voltiert elegant, wedelt lässig mit dem anderen Handschuh und setzt sich wieder)


Es folgt hektisches Papierrascheln. Der Richter blättert erneut im Sachsenspiegel, der Anwalt im Grimm, die Angeklagte studiert das Register des Laienspiegels, eines der bedeutendsten Rechtsbücher der frühen Neuzeit, und stößt plötzlich einen kleinen Jubelschrei aus ... hier pausiert unser spektakuläres Gerichtsverfahren und wird voraussichtlich zum nächsten juristischen Freitag fortgesetzt. Vor der Angeklagten liegt übrigens eine Birne, passend zur Jahreszeit und vermutlich ein Beweisstück eines weiteren frechen Mundraubaktes. Doch dies bleibt vorerst eine Mutmaßung aus der Braubachstraße. Unterhalb des umfangreichen Angebotes zum Thema Recht, das nicht nur das Interesse der Juristen wecken könnte, sondern auch das von Einbandliebhabern, wird zudem - wir freuen uns sehr - ein justament erschienenes Buch über die Braubachstraße und ihre inzwischen dem Wasser entwöhnten Lebewesen vorgestellt. 


BRANT, Sebastian.
Der richterlich Clagspiegel. Eyn nutzlicher begriff, wieman setze(n) und formieren sol nach ordnu(n)g der Rechte, eyn yede klag, antwort, un(d) außprechene urteylen gezogen auß geystliche(n) un(d) weltlichen rechte(n). Wider durchsichtiget, und von neuwem gebessert. Hagenau, Wilhelm Seitz für Paul Götz, 1529. Folio. 8 nn., 151 num., 1 nn. Bl., mit großem Titelholzschnitt, 2 (1 ganzseitigen) Textholzschnitten, 2 Holzschnitt-Bordüren, 4 Holzschnitt-Initialen und einer Holzschnitt-Druckermarke. Blindgeprägter brauner Lederband der Zeit über Holzdeckeln mit Schließen, (etwas beschabt, Gelenke und kleinere Fehlstellen restauriert, Schließenhaken ergänzt). € 7.400,00

Angebunden:
(TENGLER, Ulrich). Layenspiegel. Von rechtmässigen ordnungen inn Burgerlichenn und Peinlichen Regimenten. Mit Additionen ursprüngklicher rechtsprüchen. Newlich getruckt. Straßburg, H. Knobloch, 1530. Folio. 8 nn., 151 num., 1 w., 4 nn. Bll., mit großem Titelholzschnitt von H. Weiditz, 26 teils wiederholten Textholzschnitten und 7 schematischen Holzschnitten.
1) Seltene und frühe Ausgabe. - VD 16: B 7089; Ritter 244; IA 123.704; Benzing, Hagenau 112, 7; Kaspers 121ff. - Einziger Hagenauer Druck des erstmals 1516 von Brant in der Neubearbeitung herausgegebenen Klagspiegels. - Brant, bekannt geworden durch sein "Narrenschiff", kam durch die Zusammenarbeit mit Tengler an dessen "Layenspiegel" auf den Gedanken den "Klagspiegel" neu ins Deutsche zu übertragen und herauszugeben. - Dieser diente bereits seit 1425 als umfassendes Kompendium des römischen Rechts in deutscher Sprache und gilt als ältestes Rechtsbuch, das römisch rechtliche Inhalte auf Deutsch vermittelt. Zahlreiche später erschienene Rechtstexte bezogen sich darauf, darunter die "Carolina". - Das in zwei Teilen erschienene Werk umfasst im ersten Teil das Zivilrecht und im zweiten Teil, zum ersten Mal, das Strafrecht und den Strafprozess. - "Es ist der spätere 'Klagspiegel', das erste Rechtsbuch, das in deutscher Sprache römisches Recht lehrt." (Kaspers).
2) VD16, T 346; Ritter 2278; Kaspers 121 ff.; vgl. ADB 37, 568 ff.; Stinzing/Landsberg I, 94 ff. - Eines der bedeutendsten Rechtsbücher der frühen Neuzeit. Zusammen mit dem Klagspiegel prägte der in zahlreichen Druckausgaben erschienene Laienspiegel maßgeblich die "populäre Rechtsliteratur" in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. - Mit Vorrede und Widmungsgedicht von Sebastian Brant. - Tengler, der Landvogt von Höchstädt an der Donau war, verfasste dort seinen "bekannten "Layenspiegel", .... Tengler beabsichtigte mit diesem Hülfs- und Nachschlage-Buche die "Halbgelehrten", welche ohne vorgängige kostspielige Rechtsstudien auf Hochschulen damals als Schreiber, Advocaten, Procuratoren, Notare, Rathgeber, Redner oder in anderer untergeordneter Beschäftigung sehr zahlreich bei Gerichten thätig waren, in den Rechten zu belehren und ihnen ein richtiges Verhalten vorzuzeichnen. Das Werk verbindet somit praktische Belehrung mit theoretischem Unterrichte und kann als systematische Realencyklopädie der populären Rechtswissenschaft ... bezeichnet werden." (ADB). - Das in 3 Teilen verfasste Buch beinhaltet im dritten Teil ein Kapitel über "kätzerey, warsagen, schwartzer kunst, zauberey, unholden", der wohl auf den "Hexenhammer - malleus maleficorum" zurückgeht und belegt, dass der Autor mit seinem Werk nicht unerheblichen Einfluss auf die Hexenverfolgungen hatte. - Die kräftigen Holzschnitte mit Darstellungen von Gerichtsszenen, Schreibern, Folter usw.
Am Anfang und Ende leicht braunfleckig, gering gebräunt. Blatt 129 im Layenspiegel mit kleiner restaurierter Fehlstelle, minimaler Bild- und Buchstabenverlust. - Aus der Sammlung Emanuel Stickelberger. Zeitgenössischer Besitzeintrag (Johann Anton Stanislaus Wenser) auf Innendeckel. - Sehr schönes Exemplar dieser beiden wichtigen, oftmals zusammengebundenen, Werke zur deutschen Rechtsgeschichte.


Bambergische Halßgerichts und Rechtlich Ordnung
, inn peinlichen sachen zu volnfarn allen Stetten.... Mainz, Ivo Schöffer, 20.VI.1543. Folio. 6 nn.; XLIII num., 1 nn. Bl., mit zweiteiligem Titelholzschnitt und 25 (3 fast ganzseitigen, 7 zweiteiligen) Textholzschnitten und einer Holzschnitt-Druckermarke. Halbpergament im Stil des 18. Jahrhunderts mit zeitgenössischem Bezugspapier, (minimal fleckig). € 4.200,00

Letzte und seltenste Mainzer Ausgabe der Bambergensis. - VD 16 B 264; German Books 64; vgl. Kaspers 132; Conrad II, 408. - Die Bambergensis, als deren Verfasser Johann von Schwarzenberg gilt, stellt eine wegweisende Abkehr von der Privatklage zugunsten der amtlichen Strafverfolgung dar. Bestimmt für den Gebrauch durch Laienrichter im Hochstift Bamberg regelte sie neben dem materiellen Strafrecht auch das Prozessrecht. Sie gilt als ein Werk, "das sich durch Verarbeitung und Verbindung von einheimischen und fremden, der italienischen Strafrechtsdoktrin entlehnten, Gedanken weit über die Strafgesetzgebung der Zeit erhob und zum Bahnbrecher der Gerechtigkeit in einer Welt der verwilderten Strafrechtspflege werden sollte." (Conrad). - Sie bildet die Grundlage für Strafgesetze in anderen Territorien und gilt als Vorbild für die "Carolina", des ersten allgemeinen deutschen Strafgesetzbuches. - Die Holzschnitte wurde fast alle von den Holzstöcken der ersten Mainzer Ausgabe von 1508 gedruckt und stellen den Ablauf eines Strafprozesses im 16. Jahrhundert, von der Verhaftung über die Folter bis zur Vollstreckung des Urteils, dar. - Etwas gebräunt und stockfleckig, am Schluss einige sorgfältige Papierrestaurierungen im Rand. Zeitgenössischer Eintrag auf Titel.


ALBRECHT ALCIBIADES, Markgraf von Brandenburg-Ansbach.
Fernere Rechtmessige, bestendige und unablainliche, gegründte Erclerung und bericht, Wölcher gestastalt sein Fürstlich Gnaden, von wegen erlaubter Defension und natürlicher gegenwehr, darzu dieselbihg von den Landtfridbrüchigen, geächten, verpannten und vermainten Bischoffen zu Bamberg und Würtzburg, Weigand Rebitzer und Melchior Zobel, auch ir beder Thumpfaffen, sampt den Nürnbergern, höchlich verursacht und benottrangt durch die Cammergerichts Urtheiler.... (Adlersberg, Hans Kohl und Michael Stumpfel, 1556). 4°. 185 nn. Bl. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckel, mit einer (von 2) Schließen, papiernes Rückenschild, (etwas beschabt und fleckig, Rückendeckel etwas stärker fleckig). € 1.400,00

Erste Ausgabe. - VD 16 B 6985. - Juristische Streitschrift des Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach (1522-57). Alcibiades versuchte immer wieder in Kriegs- und Raubzügen seine Stammlande territorial zu erweitern, in seinem Kampf gegen die Franken entfesselte er u.a. den verheerenden „Markgräfler Krieg“. Obwohl er Protestant war, kämpfte er im Schmalkaldischen Krieg auf der Seite des Kaisers und spann zeitweise auch mit der Krone Frankreichs Intrigen. - "Das Andenken, das er hinterlassen, ist weder das eines fürstlichen Politikers, noch eines frommen Beschützers der Reformation. Eine frische aber wilde realistisch zugreifende Natur war er, — dem Kriegsvolke ein Abgott, dem ruhigen Bürger ein Schrecken. Wie ein Gewitter zog er verwüstend und vernichtend einher; bleibende Spuren seines Daseins ließ er nicht hinter sich zurück." (ADB I, 256). - Einige zeitgenössische Anmerkungen von alter Hand. -Blatt Ccii im Bug eingerissen, gering stockfleckig. - Zeitgenössischer Name (Philip v. Battenberg) auf Titel. Am Schluss mehrere Blatt Makulatur beigebunden.


Sachsenspiegel.
Auffs newe ubersehen, mit Summariis und newen Additionen, so aus den gemeinen Keyserrechten und vieler vornemer dieser Lande Doctorn, bericht und Radtschlegen, Auch der Hoffgericht und Schöppenstuel ublichen Rechtsprüchen zusammen bracht, und an den Glossen und Allegaten vielfeltig gebessert... durch Christoff Zobel. Leipzig, E. Vögelin, 1561. Folio. 6 nn., 571, 42 (von 43) nn. Bl., mit 1 ganzseitigen Wappenholzschnitt, 1 Textholzschnitt sowie 1 (von 2) Holzschnittdruckermarken. Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln auf 4 Bünden mit 2 Schließen, (etwas berieben, kleinere Fehlstellen des Bezuges, Schließen ergänzt). € 3.200,00

Zweite der berühmten Zobelschen Ausgaben des Sachsenspiegels in der Überarbeitung von Georg Menius, dem Schüler und Schwiegersohns Zobels, die nur ein Jahr nach dem Tode Zobels erschien. - VD16, D 751; Graesse VI, 206; Dreyer 30; Sauer/Auvermann 2164. - "Das 16. Jahrhundert bringt vor allem die berühmten "Zobelschen Ausgaben" des Professors Christian Zobel und seiner Schüler, die seit 1535 in Leipzig veröffentlicht werden und deren letzte dort 1614 erscheint. Für die Druckausgaben ist charakteristisch, daß sie vielfach sowohl die Glossen, als auch die sonstigen Ergänzungswerke wie die Richtsteige, Cautela und Premis sowie die Remissorien, Vokabularien oder andere Erschließungsmittel enthalten." (Kaspers 37). - Titel in Rot und Schwarz. - Lateinisch-deutscher Paralleltext. - Auf der Titelrückseite das Wappen der sächsischen Kurfürsten. Der andere Wappenholzschnitt mit einem Epigramm des Leipziger Rechtsgelehrten Lorenz Finckelthaus. - Es fehlt das letzte Blatt mit der Druckermarke. - Handschriftlicher Besitzeintrag (Biblioth. acad. Ingolstad) und Stempel (Dupl. Bibliothk. Landish) auf Titel. - Teilweise leichter Wasserrand, Vorsatz erneuert.


CAROLINA -
Peinlich Halßgericht. Des allerdurchleuchtigste(n) großmächtigsten, unüberwindlichsten Keyser Carols des fünfften, und des Heyligen Römischen Reichs peinlich Gerichtsordnung. Frankfurt, M.Lechler für S.Feyerabend, 1571. Folio. 5 (v. 6) nn., 29 num. Bl., mit Titelholzschnitt, 5 (von 6) Textholzschnitten und Holzschnitt-Druckermarke. Späterer Halbpergamentband, (leicht beschabt). VERKAUFT.

VD 16, D 1089; vgl. Kaspers 132. - Spätere Ausgabe der erstmals 1533 veröffentlichten "Carolina", die erst im 18. Jahrhundert begann an Bedeutung zu verlieren. - "Durch die "Carolina" von 1532 wird nun für mehrere Jahrhunderte ein fortschrittliches und einheitliches Strafrecht begründet.... (Sie) trägt als wahrhaft reformierendes Gesetzeswerk trotz ihrer ausdrücklich subsidiären Geltung zu einer weitgehenden Neugestaltung des Strafrechts bei, wird von der Territorialgesetzgebung meist übernommen und bleibt Grundlage und Ausgangspunkt eines gemeinsamen deutschen Strafrechts." (Kaspers) - Die Holzschnitte mit Gerichtsszenen, Hinrichtungen und Folter. - Es fehlt das letzte unnummerierte Blatt mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts. - Etwas fleckig und gebräunt, am Schluß leicht sporenfleckig, einige kleinere Papierrestaurierungen im weißen Rand. Zeitgenössischer Besitzeintrag auf Titel und einige zeitgenössische Anmerkungen.


WILHELM V., Herzog von Bayern.
REFORMATION Der Bayrischen Landrecht nach Christi unsers Haylmachers Geburd Jm Fuenffzehenhundert und Achtzehenden Jar auffgericht. Und Jetzt aus befelch des Durchleuchtigen Fuersten, unsers gnedigisten Herrn, Hertzog Wilhelmen in Bayrn etc. Widerumben nachgedruckt. (München, Adam Berg), 1588. Folio. 35 nn., 1 w., 169, 1 w. Bl., mit Wappenholzschnitt auf dem und doppelblattgroßem Holzschnitt (Stammtafel) im Text. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit mit Schließbandresten, datiert 1596 und monogrammiert "PKA" (leicht fleckig und etwas berieben). € 1.400,00

Angebunden:
Gerichtsordnung. Im Fürstenthumb Obern und Nidern Bayrn. (München, Berg), 1588. 15 nn., 1 w., 87, 1 w. Bl., mit Wappenholzschnitt auf dem Titel.
1) VD16 B 1011. – Fünfte von insgesamt sechs Ausgaben des Bayerischen Landrechts, die als die am schönsten gedruckte gilt. Erstmals 1518 veröffentlichte Neufassung des Bayrischen Landrechts, hier in der Bearbeitung von Wilhelm V. - 2) VD 16, B 993. - Spätere Ausgabe, der erstmals 1520 gedruckten bayerischen Gerichtsordnung. - Die beiden Titelholzschnitte zeigen jeweils das bayerische Wappen. - Der Holzschnitt mit der Stammtafel am unteren und oberen Rand etwas beschnitten. - Zwei sehr schöne Drucke in frischer und sauberer Erhaltung und in einem dekorativen, jedoch für die Zeit recht ungewöhnlich verzierten Prägeband.


PERNEDER, Andreas.
Justiniani Institutiones, Das ist ein Auszug und Anleittung etlicher Keyserlichen, unnd deß heiligen Römischen Reichs geschribner Rechten: Sampt angehängtem gerichtlichen Proceß, Lehenrecht, Halßgerichtsordnung, Summa Rolandini... An jetzo aber mit herrlichen Annotationen und Glossen.... gebessert, restituiert und corrigiert. 5 Teile in 1 Band. Ingolstadt, W. Eder, 1592. Fol. Mit 5 (2 großen) wiederholten Holzschnitt-Druckermarken, 15 wiederholten Textholzschnitten, 20 schematischen T4extholzschnitten, 1 gefalteten Holzschnitt-Stammbaum und 1 gefalteten doppelblattgroßen Tabelle. Brauner Kalbslederband der Zeit mit Streicheisenlinien, Eckfleurons und ovaler Mittelplatte jeweils mit Resten der Vergoldung, (Gelenke fachmännisch unterlegt, gering beschabt). VERKAUFT.

Vielfach veränderte und bedeutend vermehrte dritte und letzte Auflage, alle späteren Ausgaben sind Abdrucke. - VD 16, P 1508; Stalla 1127; Stintzing-L. I, 574; Stobbe II, 173; Graesse V, 203. - Bedeutende Sammlung, der im 16. Jahrhundert weit verbreiteten juristischen Schriften Perneders. "Als zuverlässiges Bild des praktischen Rechts ist das Werk von großem Werth." (Stinzing/L.). - "Der erste Versuch einheimisches und fremdes Recht in einem sich an die Legalordnung anschließenden System zu verbinden." (Stobbe) - Diese Ausgabe ist die einzigste, die mit Textholzschnitten und sehr zahlreichen Zierleisten und Vignetten ausgestattet ist. - S. 95 (Lehenrecht) mit restauriertem Einriss, den Holzschnitt minimal betreffend. - Titelblatt mit zeitgenössischen handschriftlichen Besitzeinträgen des Klosters Schönthal im Bayerischen Wald (Wallis Speciosa) und eines Georg Lindauer. (Die BSB München verzeichnet eine Inkunabel von Jacobus de Voragine mit denselben Besitzeinträgen). - Sehr schönes Exemplar in einem bemerkenswerten Einband der Zeit.


PRIVILEGIA,
Deß Heyligen Reichs Statt Franckfurt am Mayn. Frankfurt, J.Saur, 1614. Fol. 6 Bl., 467 S. Mit 3 wiederholenden Wappenholzschnitten. - BEIGEB.: ABSCHIEDS PUNCTEN zwischen einem ehrsamen Rat und Bürgerschaft der Statt Franckfurt am Mayn. Ebda. 1614. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. S. 25 - 41 (so komplett). - III. (FAUST VON ASCHAFFENBURG,J.F.), Diarium historicum, Darinnen Deß Heyligen Reichs Statt Franckfortt am Mäyn gefährlicher Uffstandt und schwüriges Unwesen..., ordentlich verzeichnet ist. Ebda., A.Humm, 1615. Fol. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel (ohne gestochenes Porträt). 1 Bl., 335 S. Moderner Halbpergament-Einband. € 2.150,00

Demandt I,495; Stobbe II,315. Kreutzberger, Kat. L. Baeck Institut I, A 970. - ERSTE AUSGABE. - Die Darlegung der städtischen Rechtsverhältnisse, der "Privilegien", wurde während des Fettmilchaufstands von der Frankfurter Bürgerschaft erzwungen und umfasst den Zeitraum 1219 - 1590. - Kreutzberger erwähnt 2 Kupferstiche, die bei Vergleichsexemplaren jedoch nicht nachweisbar sind, und daher ursprünglich nicht zum Werk gehörten. - II. Der den Frankfurtern im unmittelbaren Vorfeld des Fettmilchaufstandes aufgezwungene Bürgervertrag, ratifiziert von Kaiser Mathias 1613 und bis heute Grundlage der kommunalen Verfassung Frankfurts. - Einige Exemplare enthalten auf den hier fehlenden 24 S. "Der Jude zu Franckfurt Stättigkeit un Ordnung". - III. Seltene erste Ausgabe (bis Anfang 1615 reichend), noch ohne den später hinzugefügten Anhang (S.337 - 379), der die Ereignisse bis 1617 (fortführt und im wesentlichen die kaiserliche Exekution "Der Juden zu Franckfort Stetigkeit und Ordnung" vom 3.Januar 1517 enthielt. - Kreutzberger, Kat. Leo Baeck Institut, I, A/979, Slg.Stiebel II, 215. - Vorsatz mit Besitzvermerk, Titel von I mit gelöschtem Besitzvermerk, S.467 f. mit halbseitiger Ergänzung (um 1730) zu den Privilegien Rudolph II., Ferdinand III., Leopold I. und Joseph I.; einige Unterstreichungen mit Tinte, Titel von III mit zeitgenössischem Besitzvermerk, leicht wasserrandig, insgesamt gebräunt.


BAYERN -
Landrecht, Policey: Gerichts- Malefitz- und andere Ordnungen. Der Fürstenthumben Obern und Nidern Bayrn. München, Henricus, 1616. Folio. Gestochener Titel, 9 nn., 1 w. Bl., 62 S., 1w., 3 nn. Bl., S. 63-94, 1 w., 8 nn. Bl., S. 95-200, 1 w., 18 nn. Bl., S. 201-406, 1 w., 6 nn. Bl., S. 407-443, 22 nn. Bl., S. 444-728, 4 nn. Bl., S. 729-774, 1 w., 2 nn. Bl., S. 775-793, 4 nn. Bl., S. 794-827, 4 nn. 1 w. Bl., mit 8 wiederholten Wappenholzschnitten und 11 teils ganzseitigen Textholzschnitten. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln, mit 2 Schließen, (etwas beschabt, Rücken mit einigen kleineren Läsuren, Schließen später ergänzt). € 2.000,00

Erste Ausgabe. Eine von 3 Druckvarianten des Codex Maximilianus die 1616 erschienen. - Pfister I, 78; Stobbe II 366; Sauer/Auvermann 1852; VD 17 1:015484 M. - Zusammenstellung aller 9 Teile der bayerischen Gesetzgebung in einem Werk und damit die erste gemeinsame Ausgabe. Enthält folgende Teile: Summarischer Proceß; Gandtproceß; Gerichtsordnung; Landtrecht; Erklärung der Landtsfreyheit; Landts- und Policey Ordnung; Forstordnung; Gejaidtsordnung und Malefitzproceßordnung. - "Damit kündet sich für Bayern eine neue Epoche der Rechtsentwicklung an, die Zeit der großen Kodifikationen des Territorialrechts." (Kaspers S. 86) - Der Großteil der Holzschnitte mit lebensgroßen Fischdarstellungen als Eichmass, kleinere als abgebildet mussten wieder ins Wassergeworfen werden. - Gestrichener Besitzvermerk von alter Hand auf fliegendem Vorsatz (Jaanjnis Mayr, Schliersee). Leicht stockfleckig. Gutes Exemplar.


CARPZOV, Benedict.
Jurisprudentia ecclesiastica seu consistorialis rerum & quaestionum in serenissimi ac potentissimi pricipis electoris Saxon.... 3 Teile in 1 Band. Leipzig, Köhler für Kühne, 1649. Folio. Gestochener Titel, 22 nn. Bl., 253; 652; 232 S., 64 nn. Bl. Pergament der Zeit, (Einband fleckig). VERKAUFT.

Erste Ausgabe. - ADB IV, 17; Stintzing/L. II, 88ff. - Carpzov (1595-1660) gilt als der wichtigste Gestalter eines eigenständigen deutschen Rechtssystems. "Die Jurisprudentia ecclesiastica ist das erste vollständige System des protestantischen Kirchenrechts." (Stintzing/L.) - Der gestochene Titel lautet: Opus definitionum ecclesiasticarum seu consistorialium. - Durchgehend gebräunt, einige Unterstreichungen von alter Hand.


NOVARIO, Ioanne Maria.
Praxis novissima et amplissimus, absolutissimusque Tractatvs de electione, et variatione fori, sive dilvcida commentaria..... Cum summarijs, & Indicibus locuopletissimis.... 2 Teile in 1 Band. Venedig, Bertano, 1656. 4°. 6 nn. Bl., 240 S., 12 nn. Bl.; 4 nn. Bl., 51 S., mit 2 wiederholten Holzschnittdruckermarken auf den Titeln. Pergament der Zeit, Rücken angeplatzt, leicht gebogen, Ecken etwas gestaucht). € 380,00

Erste Ausgabe, selten. - Schulte III, 495. - Der italienische Jurist G.M Novari verfasste mehrere Schriften zum canonischen Recht. - Teils etwas stockfleckig, gering gelockert.


(STRYK, Samuel).
Von Vorsichtiger Schliessung der Contracten, Oder Von denen Cautelen, welche ein iedweder Handel und Wandel nothwendig in acht zu nehmen hat, wann er einen Contract sicher schliessen, ... will. Allen und jeden Kauffleuten, wie auch vornehmen Herrn und Edelleuten... in Teutscher Sprache heraus gegeben von L.v.J.K.J. Hamburg, Redlich, 1692. 4°. 4 nn. Bl., 706 S., 48 nn. Bl. Pergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, (leicht fleckig). € 1.200,00

Erste deutsche Ausgabe, sehr selten. - Nicht bei Kress und Goldsmith, bei Stintzing-L. III, 1 Noten S. 43 nicht diese deutsche Ausgabe. - Vermutlich nicht autorisierte erste Übersetzung der 1684 in lateinisch erschienenen Schrift. Stryk (1640-1710) kam 1692 nach Stationen in Frankfurt/Oder und Wittenberg an die erst neu gegründete Universität in Halle, wo er der Leiter der juristischen Fakultät wurde und mit Thomasius die Universität aufbaute. - Frühes Werk, das sich ausschließlich mit Themen des Wirtschaftsrechts befasst. Unter den Kapiteln Abhandlungen über Darlehen, Pfandrecht, Bürgschaften, das "Kauffen und Verkauffen", Mieten und Vermieten, Erbrecht, Wechselrecht, Eheverträge, Erbrecht, Schenkungen usw. - Papierbedingt etwas gebräunt, Namensstempel auf Titel und Vorsatz, Besitzeintrag von alter Hand auf Titel und Vorsatz, Siegel auf Innendeckel.


Bambergische Peinliche Halßgerichts-Ordnung.
Bamberg, J. Wagner, 1580 (d.i. J.Immel, 1694). Folio. 3 nn. Bl., 1 w. Bl., 72 Bl., 1 nn., 1 w., 18 nn. Bl. (Register), mit ganzseitigem Titelholzschnitt von Jost Amman sowie 21 (11 ganzseitigen) Holzschnitten im Text, meist nach W. Traut. Rot eingefärbtes Pergament der Zeit, (am Rücken und an den Ecken mit kleineren restaurierten Fehlstellen, etwas berieben). VERKAUFT.

Zweite Ausgabe der revidierten Fassung von 1580 der Bambergensis. Seltene, sogenannte Zwillingsausgabe, die ohne Verlagsangabe, in nur 400 Exemplaren, 1694 bei J.Immel in Bamberg gedruckt und deren Exemplare alle in rotes Pergament gebunden wurden. - VD 16 ZV 1017; VD 17 29:736988V; Kohler-Scheel XXI ff.; Benzing 29; vgl. BM, German Books 64; Muther 669; Becker, Amman 139; Kaspers 132; Conrad II, 408. - Mit den Merkmalen, die die Ausgabe von 1694 kennzeichnen: Holzschnitt "das Jüngste Gericht" aus der Ausgabe von 1507 und "Halßgerichts-Ordnung" statt "Halßgerichtsordnung" auf dem Titel. - Sehr schöner Druck mit dem Titelholzschnitt von Jost Ammann, der das Wappen des Bischofs Johann Georg Zobel von Giebelstadt zeigt. - Die weiteren schönen, teils ganzseitigen Holzschnitte meist nach W. Traut. Sie zeigen überwiegend Gerichts- und Folterszenen und wurden bis auf wenige von den Originalstöcken der ersten Ausgabe (1507) gedruckt. - Die Bambergensis, als deren Verfasser Johann von Schwarzenberg, gilt als ein Werk, "das sich durch Verarbeitung und Verbindung von einheimischen und fremden, der italienischen Strafrechtsdoktrin entlehnten, Gedanken weit über die Strafgesetzgebung der Zeit erhob und zum Bahnbrecher der Gerechtigkeit in einer Welt der verwilderten Strafrechtspflege werden sollte." (Conrad). - Die hier vorliegende revidierte Fassung hatte in der Strafrechtspraxis bis ins 18. Jahrhundert hinein Gültigkeit, noch 1738 wurde ein Nachdruck herausgegeben. - Gering gebräunt, teils etwas fingerfleckig, vereinzelt wasserfleckig. - Sehr schönes Exemplar mit den Holzschnitten in kräftigen Abdrucken.


Churfürstlicher Pfaltz bey Rhein
, &c. ernewert und verbessertes Land-Recht (und... Lands-Ordnung). 2 Bände in 1 Band. Weinheim, J. Mayer, 1700. Folio. 5 nn. Bl., 48 S., 6 nn. Bl., S. 57 - 204, 19 nn. Bl., S. 205 - 308, 4 nn. Bl., S. 313 - 378, 3 nn. Bl., S. 383 - 424, 2 nn. Bl., S. 427 - 522, 22 nn. Bl.; 1 nn. Bl., 238 S., 7 nn. Bl., mit 2 gestochenen Wappen auf den Titeln. Pergament der Zeit, (Rücken restauriert, fleckig und bestoßen).
VERKAUFT.

Stobbe II, 389 ff.; VD 17 3:322928B u. 12:626324N. - Um die Revisions-Ordnung, Inquisitions-Ordnung und das Edictum wieder die Duella erweiterte Neuausgabe des kurpfälzischen Landrechts, das erstmals 1582 erschien. - In der Landesordnung sind zahlreiche Gesetze zur Vormundschaft, Verwaltung, Polizei sowie Handwerksordnungen enthalten. - Die beiden Bände wurden in der ersten, nur kurz bestehenden (1698-1700) Weinheimer Offizin gedruckt. - Besitzeintrag des 18. Jahrhunderts auf fliegendem Vorsatz. - Leicht wasserrandig und etwas angestaubt. Innen gutes Exemplar.


STRUVE, Burcard Gotthelf.
Bibliotheca iuris selecta secundum ordinem litterarium disposita atque ad singulas iuris partes directa. Accessit selectissima bibliotheca iuris. Jena, E.C.Bailliar, 1703. 8°. Gestochenes Frontispiz, 5 nn. Bl., 447 S., 36 nn. Bl. Halbpergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, (etwas beschabt und bestoßen). € 420,00

Erste Ausgabe. - Ebert 21857 (Anm.); ADB XXXVI, 675; Stintzing-L. III/1, 131 - Wichtiges Verzeichnis juristischer und philosophischer Literatur, das im Gegensatz zur sonst üblichen alphabetischen Auflistung in systematischen Abteilungen und innerhalb dieser chronologisch sortiert wurde. "... besteht die Stärke des Buches in seiner Zuverlässigkeit, wie sie gleichfalls dadurch erreicht wurde, das Struv sich auf eine Auswahl beschränkte." (Stintzing/L., III, S. 132). - Das gestochene Frontispiz mit einer schönen Bibliotheksdarstellung. - Exemplar mit 127 zusätzlich eingebundenen Blatt, davon 10 Blatt mit Anmerkungen und 10 Blatt mit einem Sachregister beschrieben. Innendeckel, Titel und Text mit weiteren Anmerkungen von alter Hand. Titelblatt 2-fach unleserlich gestempelt.


REICHSABSCHIED -
Aller des Heiligen Römis. Reichs gehaltenen Reichs-Täge, Abschiede und Satzungen, Samt andern Kayserlichen und Königlichen Constitutionen, als Caroli IV. Güldene Bull, ... und Münsterischen Friedens-Schluß... Wie die vom Jahr 1356. biß in das 1654. auffgericht, erneuert und publicirt worden... Frankfurt, Schönwetters Witwe, 1720. Folio. Gestochener Titel, 101 nn. Bl., 1156 S., mit gestochener Titelvignette und 1 Textkupfer. Pergament der Zeit, (etwas fleckig, Ecken leicht aufgebogen).
€ 720,00

Pütter II, 439. - "Schubert 137: Der Übergang zum immerwährenden Reichstag brachte es mit sich, daß keine weiteren Reichsabschiede mehr erlassen wurden. Das verlangsamte die Folge neuer Ausgaben. Immerhin war das Bedürfnis, die früheren Abschiede stets zur Hand zu haben, so stark, daß 1666 und 1720 je ein und 1692 und 1707 je zwei Drucke erfolgten." (Sauer/Auvermann 14, 2050). - Letzte Ausgabe der von Schmauß bearbeiteten Reichsabschiede. - Mit 2 umfassenden Registern. - Wie meist etwas stockfleckig; Frontispiz und Titel restauriert und an den Rändern angefasert.


Vollständige Teutsche Stadt-Recht im Erb-Königreich Böheim und Marggrafthum Mähren.
Von einem, dem Publico geneigten Rechtsgelehrten in Druck befördert. Wien, Lehman, 1721. 4°. 9 nn. Bl., 678 S., 35 nn. Bl., mit gestochen Titelvignette und Wappenkupfer verso, sowie 1 ganzseitigen Kupferstich. Pappband der Zeit mit Rückenschild, (beschabt, Ecken und Kanten bestoßen). VERKAUFT.

Wohl zweite Ausgabe des erstmals 1720 bei Runger erschienenen Titels. - Stobbe, Rechtsquellen II, 407f.. - "Obgleich zunächst für Prag bestimmt, sollte es doch in den böhmischen Städten überhaupt zur Geltung kommen. Es ist wie ein Lehrbuch abgefaßt welches das gemeine Recht mit eingestreuten deutschrechtlichen Sätzen darstellt.... Es ist wie ein Lehrbuch abgefasst, welches das gemeine Recht mit eingestreuten deutschrechtlichen Sätzen darstellt, nicht blos vom positiven Recht handelt, sondern auch eine Theorie des Rechts liefert und allgemeine Betrachtungen einschiebt." (Stobbe 408) - Mit Kapiteln zum Rechtswesen, Vertragsrecht, Erbrecht, Eherecht, Baurecht, Zoll und Strafrecht. - Die Kupfertafel mit Darstellung eines Stammbaumes. - Etwas gebräunt und stockfleckig.


(ORTH, Joh.Ph.),
Nöthig- und nützliche-erachtete Anmerckungen Über die Erneuerte Reformation Der Stadt Franckfurt am Mayn. Worinnen ein Versuch getahn wird Auf was Weise Vorerwehntes Stadt-Recht gründ-und deutlich erkläret und erläutert. Hauptband, 4 Fortsetzungsbände und ein Zusatzband in 6 Bänden. Frankfurt am Main 1731-1775. 4°. Pappbände und Band 2 Halbpergament der Zeit, (Einbände berieben und bestoßen und teils etwas fleckig). € 1.500,00

Komplett sehr selten. - Stintzing/L. III, 1, 245; Klötzer II, 112; Stobbe II, 320; Demandt I, 495; Sauer 604 - Vollständiges Exemplar des "klassischen" Kommentars zum Frankfurter Stadtrecht. - "Neben diesem Riesenwerk scheint alles zu verschwinden" (Neumann-Levi, Frankfurter Privatrecht, Frankfurt a.M. 1897, S. IX ff). - Auch für die Geschichte Frankfurts von größter Bedeutung. "Die historischen Kapitel desselben habe ich in meinen Jünglingsjahren fleißig studiert." (Goethe, Dichtung und Wahrheit I, 85). - Geschenkexemplar des Autors. - In Band 3 auf dem Vorsatz ein handschriftlicher Eintrag "Donum Illustris Domini Autoris Joh.Phil.Orth". - Minimal stockfleckig, innen sehr gutes Exemplar.

 


BECK, Joh(ann) Jodocus.
Tractatus de eo quod justum est circa Conjugalis debiti praestationem. Von Leistung der ehelichen Pflicht. Worinnen in specie von der boßhafft- und halsstarrigen Entziehung der ehelichen Pflicht,....mit einem hierzu dienlichen Register versehen. Frankfurt, Leipzig, Lochner, 1733. 4°. 4 nn. Bl., 264 S., 10 n. Bl. Halbleder der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und Rückenschildern, (leicht berieben).
VERKAUFT.

Erste Ausgabe. - Hayn/G. I, 197; Schulte III, 2, 162. - "Eine weitläufige deutsche Umarbeitung der pag. 241-264 abgedruckten, lateinischen Inauguraldiss. 'De conjugalis debiti praestatione' Altd. 1706, welche zugleich die Impotenz und die Gerichtsbarkeit in diesen Prozessen erörtert und durch den reichen Nachweis der Praxis und genaue Berücksichtigung der Literatur werthvoll ist." (Schulte). - Leicht gebräunt, Titel alt aufgezogen, letztes Blatt am unteren Rand alt angesetzt, etwas Textverlust.


MOSER, Johann Jacob.
Von der Teutschen Crays-Verfassung. Nach denen Reichs-Gesezen und dem Reichs-Herkommen, wie auch aus denen Teutschen Staats-Rechts-Lehrern, und eigener Erfahrung. Frankfurt u. Leipzig, Mezler, 1773. 8°. 2 Bl., 795 S., 6 Bl. Pappband der Zeit, Exlibris (L.de Savigny).
€ 560,00

Erste Ausgabe. - Pütter I, 419 (IV,10); Wächter I, 15; Schömbs 257. - Bildet die 10.von insgesamt 20 Monographien, die zunächst einzeln erschienen u. später als "Neues teutsches Staatsrecht" bezeichnet zusammengefaßt und mit einem Registerband versehen wurden. - Schönes Exemplar.


RICCIUS, Christian Gottlieb.
Zuverläßlicher Entwurff von dem landsäßigen Adel in Teutschland, worinnen nicht allein dessen Ursprung, Alter... nebst dessen Ansehn der ältern und mittlern Zeit aus glaubwürdigen Geschichten, Urkunden und alten Gesetzen, sondern auch dessen vorietzo adelicher Stand und Würde ... aus den Teutschen Landes-Gesetzen ... vorgestellet und erwiesen. 2 Teile in 1 Band. Nürnberg, Felßeckers Erben, 1735. Klein-4°. 16 nn. Bl., 274 S., 1 nn. Bl. Zwischentitel, S. 275-530, 27 nn. Bl. Halbpergament der Zeit mit handgeschriebenem Rückentitel, (etwas beschabt, Bezugspapier teils fehlend). € 420,00

Erste Ausgabe. - Stintzing/L. III/1, 263. - Erstlingswerk des deutschen Rechtsgelehrten Riccius (1697-1784), der vor allem durch seinen Entwurf von Stadtgesetzen Berühmtheit erlangte. - "... er ist ein tüchtiger Vertreter dieser Wissenschaft in jener Zeit..." (ADB 28, 409). - Abhandlung über die Geschichte und Entwicklung des deutschen Adels und dessen Rechte und Pflichten mit einem großen Augenmerk auf die Ministerialen aus den Reihen des Adels. - Minimal stockfleckig, gutes Exemplar.


DENEKEN, Johannes.
Neu-vermehrtes Dorff- Und Land-Recht, Das ist: Rechts-gegründeter Unterricht Von Denen Dörffern, derer Land-Leute Stande, Unterscheid, Ländereyen, Dorff-Fluhren, Unpflichten, insonderheit denen Herren-Diensten, von dem Weide-Recht, Koppel-Weide [et]c. Aus denen allgemeinen Käyserlichen, Sächsischen, auch absonderlichen Landes-Rechten und Gewohnheiten, und der berühmtesten JCtorum Schrifften extrahiret. 5. vermehrte Auflage. 3 Teile in 1 Band. Frankfurt, Leipzig, N.Försters und Sohn Erben, 1737-1739. 4°. Mit gestochenem Frontispiz. Pergament der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel, ( gering fleckig). € 650,00

Umfassende Sammlung zum Landrecht in Norddeutschland in der deutlich erweiterten Ausgabe von 1737-39. Mit Kapiteln über Kirchen und Schulen, das Weiderecht, Jagd- und Fischereirecht, sowie allgemeine Kapitel über das Landleben, die verschiedenen Stände und Besitztümer, einschliesslich des Lehnrechts. - Etwas stockfleckig, Stempel auf Titel verso. Schönes Exemplar.


HOHENLOHE -
Der Graffschafft Hohenlohe gemeinsames Land-Recht, Mit benöthigten Marginalien und Registern versehen. Oehringen, J.D.Holl, 1738. Folio. 8 nn. Bl., 219 S., 22 nn. Bl., mit einer gestochenen Titelvignette. Pappband der Zeit, (berieben und bestoßen, Bezugspapier am Rücken abgeschabt). € 280,00

Erste Ausgabe. - Stobbe II, 412. Heyd 3847. – Das, unter dem Grafen Ludwig von Hohenlohe (1696-1765) eingeführte Landrecht für Hohenlohe gliedert sich in 6 Teile. Es enthält u.a. Regelungen zu Ehesachen, Vormundschaft, Obligationen und Testamenten. - "Im Jahre 1737 erliessen die Grafen von Hohenlohe für ihre Grafschaft ein Landrecht, in dessen Publicationspatent sie es als Aufgabe einer guten Regierung bezeichnen, die Gewohnheiten und das Herkommen zu untersuchen, zu bestimmen, was daran rechtsbeständig sei, und die ungewissen und zweifelhaften Gewohnheiten festzustellen" (Stobbe). - Minimal stockfleckig. Gestochenes Ex-Libris (Universit. Litteraria Marburgensis 1768) auf Innendeckel und Stempel (Bibliotheca Marburgensis) auf Titel verso. Innen gutes, breitrandiges Exemplar.


DREIEICH - BURI, Friederich Carl.
Behauptete Vorrechte derer Alten Königlichen Bann-Forste, Insbesondere des Reichslehenbahren Forst- und Wild-Banns zu der Drey-Eich, Mit einem Beweiß- und Urkunden-Buch, Wie auch Zweyen darzu gehörigen Land-Charten, Nebst einer Abhandelung über die Regalität derer Jagten. 3 Teile in 1 Band. Offenbach, Johann Heinrich Faust, 1744. Folio. 4 nn. Bl., 444 S.; 1 Bl., 373 S., 8 Bl.; 1 Bl., 175 S., 2 Bl. Mit 2 gefalteteten gestochenen Karten von A. Reinhardt nach P. C. G. Reutter. Halbleder der Zeit mit Rückenschild, (Ecken und Kanten etwas beschabt). € 2.000,00

Demandt I, 640; Lindner 11.0323.01 und 11.0325.01. - Umfassendes Werk zum Streit zwischen den Grafen Isenburg, den Grafen von Schönborn und der Reichsstadt Frankfurt um ihre Jagdrechte im Dreieicher Wildbann südlich von Frankfurt. Teil I ist eine Zusammenfassung der juristischen Sachverhalte unter Wiedergabe älterer Schriften; Teil II ein Urkundenbuch (Titel: Drey-Eichisches Beweiß- und Urkunden-Buch, worin alle und jede in vorstehender Ausführung von dem Königl. Forst- und Wild-Bann zu der Drey-Eich angezogene Beylagen enthalten) ; Teil III eine Abhandlung von der Regalität der Jagden (Titel: Abhandelung von der Regalität derer Jagten in Teutschland, Worin die beyderseitige zu der Behauptung oder Wiederlegung derselben Vorgebrachte Gründe angeführet und beurtheilet, Des Verfassers Sätze hinzugefüget, Und nach deren Anleitung die Streitige Fragen beantwortet werden). - Die beiden schönen Karten zeigen die Umgebung von Frankfurt ("Forestum Dreyeich oder Becirck des Bann-Forsts zur Dreyeich", 38x56 cm; "Dreyeicher Wild-Bann, In so fern er sich ins besondere über die Gemarckung der Stadt Franckfurt, und die angrentzende Gegenden erstrecket", 43x63 cm). - Durchgehend etwas gebräunt, Karten stockfleckig, 1 Karte mit Randeinriss, im Schnitt teils etwas fleckig, Stempel auf Titel verso (Oberappell Gerichtsbibliothek), alter Besitzeintrag auf Innendeckel.


FRIES, Johann Heinrich Hermann.
Abhandlung vom sogenannten Pfeifer-Gericht, so in der Kaiserl. Freien Reichs-Stadt Frankfurt am Main, von uralten Zeiten her mit besondern und merkwürdigen Feierlichkeiten aljärlich einmal gehalten zu werden pflegt: welcher Eine kurze Nachricht vom wahren Ursprung der beiden dasigen von Alters her berühmten Reichs-Messen einverleibet: samt einigen andern zufälligen Anmerkungen und einem Sendschreiben des höchstberühmten Freiherrn von Senckenberg an den Verfasser. Frankfurt, W.C. Multz, 1752. 8°. Gestochenes Frontispiz, 7 nn. Bl., 16, 248 S., 4 nn. Bl. Halbleder der Zeit mit Rückenschild, (etwas berieben, kleinere Schäden durch Wurmfraß). € 780,00

Erste Ausgabe, sehr selten. - Sauer 686; Demandt I, 739. - "Wichtige Quelle zum Frankfurter Messhandel. Die drei gefreiten Städte Worms, Bamberg und Nürnberg mußten alle Jahre an dem ersten Sitzungstag des Schöffengerichts vor Mariä Geburt (8. September) in einem feierlichen Aufzug mit blasenden Pfeifern und unter Überreichung gewisser Geschenke, welche in einem gedrehten Becher mit einem Pfund Pfeffer... um die Erneuerung ihrer Zollfreiheit einkommen. Diese merkwürdige, aus dem Mittelalter übernommene Feierlichkeit hieß das Pfeifergericht und bildete eine große Sehenswürdigkeit der Messen." (Sauer). - Mit dem gestochenen Frontispiz von J.M. Eben. - Minimal stockfleckig, Stempel auf Frontispiz verso, schönes Exemplar.


SCHULPREISBAND - BRISSON, Barnabé.
De formulis et solennibus populi Romani verbis libri VIII. Ex recensione Francisci Caroli Conradi... cum vita et elogiis Barnabae Brissonii.... Frankfurt, Leipzig, Weidmann, 1754. Folio. Gestochenes Portrait, 7 nn. Bl., 64, 724 S., 28 nn. Bl. Pergament der Zeit mit Wappensupralibros auf beiden Deckeln, sowie reicher Deckel- und Rückenvergoldung, (Schließbänder fehlen, leicht fleckig). € 450,00

Spätere Ausgabe, des erstmals 1583 erschienenen Werkes. - Ebert I, 2984; Brunet I, 1262. - Standardwerk des französischen Politikers und Juristen Brisson (1531-91) zum römischen Recht. - Das gestochene Porträt Brissons von Wolffgang. - Mit vorn einmontiertem gedruckten Widmungsblatt des Amsterdamer Gymnasiums für Jan van Persyn, datiert 1816. Mit gestochener Vignette das Amsterdamer Wappen zeigend. - Durchgehend etwas braun- und stockfleckig.


VICAT, Philippe.
Vocabularium iuris utrisque ex variis ante editis, praesertim ex Alexandri Scoti, Jo. Kahl, Barn. Brissonii, et Jo. Gottl. Heineccii, accessionibus. 2 Bände. Venedig, Balleonius, 1767. 4°. VIII, 472; 563 S. Pergament der Zeit mit Rückentitel, (berieben, Kapitale und Ecken gestaucht, etwas fleckig). € 100,00

Die erste Ausgabe des Wörterbuchs erschien 1759 in Lausanne. - Stempel auf Titel, etwas stockfleckig, Band 2 wasserrandig.


Vollständige Sammlung deren die Verfassung des Hohen Erzstifts Cölln
betreffender Stucken, mit denen benachbahrten Hohen Landes-Herrschaften geschlossener Concordanten und Verträgen, dan in Regal- und Cameral-Sachen, in Justitz- Policey- und Militair-Weesen vor- und nach ergangener Verordnungen, und Edicten. 2 Bände in 1 Band. Köln, Simonis u. Krakamp, 1772-1773. Fol. 8 nn. Bl., 703 S., 26 nn. Bl. (Register); 6 nn. Bl., 484 S., 12 nn. Bl. Halbleder der Zeit mit Rückenschild und Rückenvergoldung, (gering beschabt). € 900,00

Selten. - Wichtige Urkundensammlung des 17. und 18. Jahrhunderts. - Die ersten und letzten Blätter gering stockfleckig.


(SNELL, Johann Philipp Ludwig).
Beherzigungen bei der Einführung der Preßfreiheit in der Schweiz, und über gesetzliche Bestimmungen der Presse. Zürich, Geßner, 1829. 8°. i nn. Bl., IV, 144 S. Halbleder der Zeit mit Rückenschild, (etwas berieben, Bezugspapier lichtrandig). € 340,00

Erste Ausgabe, selten. - Holzmann/Boh. I, 4369; ADB 34, 508 ff. - Der in Idstein (Nassau) geborene Ludwig Snell (1785-1853) kam 1827, nach Berufsverbot durch die Preussen im Zuge der sogenannten Demagogenverfolgung 1820 und einem Aufenthalt in Großbritannien, im Jahre 1827 in die Schweiz. Heute gilt er als einer der einflussreichsten liberalradikalen Theoretiker der Schweiz. - "Seine oft anonym erschienenen und in kämpferischem Ton gehaltenen Veröffentlichungen, in denen juristische und politische Argumentationen eng verflochten sind, entfalteten häufig unmittelbare politische Wirkung, umso mehr, als er mit zahlreichen führenden liberal-radikalen Politikern befreundet war." (NDB 24, 516). - In vorliegender Schrift weist er nach, dass die demokratische Grundhaltung in der Schweiz eine Zensur gar nicht erlaube und dass die Pressefreiheit eine der Grundlagen des freiheitlich regierten Staates bildet. - Stempel (Kanzlei des Obergerichts Aargau) auf fliegendem Vorsatz, minimal stockfleckig.


MÖLLER, Ernst von.
Preußisches Stadtrecht. Breslau, Clar, 1864. 8°. X, 402 S. Halbleder der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel und leichter Rückenvergoldung, (minimal fleckig, Ecken und Kapitale gering bestoßen). € 160,00

Erste Ausgabe. - ADB 23, 804. - Der aus Marienwerder stammende Ernst Gustav Friedrich von Moeller (1834-1886) wurde zunächst 1866 an das Finanzministerium nach Berlin berufen und arbeitete ab 1872 maßgeblich an der Reichsgesetzgebung unter Delbrück mit. Die vorliegende Schrift zum Verwaltungsrecht verfasste er 4 Jahre nach seiner Dissertationsschrift. - Schönes, sauberes Exemplar.


WETTERAU - THUDICHUM, Friedrich.
Rechtsgeschichte der Wetterau. 2 Teile in 1 Band. Tübingen, H. Laupp, 1867-85. 8°. VIII, 352 S.; 47 S.; 1 Bl., S. 49-104. Etwas späteres Halbleinen mit Rückenschild., (Rückenschild erneuert, gering fleckig). € 160,00

Erste und einzige Ausgabe, komplett selten. - Dahlmann-Waitz 2058. - Inhalt: Die Gerichte Büdingen und Wolferborn, die Marken am östlichen Abhang des Taunus-Gebirges, Ueber die alte Gerichts- und Markeintheilung des Gaues Wettereiba; Die Gerichte Lauterbach, Engelrod, Schlechtenwegen, Moos, Ober-Ohmen, die Gerichte Selbold, Grinda, Altenhasla und Somborn. - Es fehlt das Titelbl. von Tl. II/ Heft 1; Titel von Teil I mit kleinen Einrissen, S. 103/104 im Teill II mit kleinen Fehlstellen (mit Buchstabenverlust); stellenweise etwas stockfleckig.


GRIMM, Jacob.
Deutsche Rechtsalterthümer. 4. vermehrte Auflage besorgt durch Andreas Heusler und Rudolf Hübner. 2 Bände. Leipzig, Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung, 1899. 8°. XXXIII, 675 S.; 723 S. Halbleinen der Zeit mit Rückentitel, (leicht beschabt). € 200,00

Umfassendste, um die Nachträge erweiterte, Ausgabe. - Vgl. Graesse III, 156; Kat. Kammergericht Berlin I, 224; Slg. Borst 1554; ADB 9, 678 ff. - Grundlagenwerk zur historischen Betrachtung des deutschen Rechts. - Titel von Band 1 mit 4 stecknadelgroßen Löchlein, sonst sehr gutes Exemplar.

NOTIZEN AUS FRANKFURT

Über der einstigen Braubach ... befindet sich auch der Tresor am Römer, nämlich in der zentral gelegenen Braubachstraße. Regelmäßig kommen bei uns verschiedene Stadtführer mit ihrer Gruppe vorbei. Dagmar Priepke, Autorin des kürzlich erschienenen Buches Die Braubachstraße, führt neugierige Menschen vor allem durch ebendiese unsere Straße. In dem Buch werden die Historie, Eigenarten und Besonderheiten aber vor allem das gegenwärtige Gesicht der Straße beschrieben, ja begeistert beschrieben. Wir erfahren nicht nur die Länge der Braubachstraße (302 Meter), die Zahl der Gebäude (33), der Anwohner (circa 280) und andere Fakten, sondern es werden auch fast alle Geschäfte sowie Einrichtungen mit Haut und Haaren porträtiert. Dagmar Priepke, die hier regelmäßig Frauen-Touren, Historische Frauen-Touren, Essen und Trinken-Touren, Frankforterisch-Touren und Kunst-Touren anbietet, konnten wir kürzlich auf einer ihrer Entdeckungstouren stoppen, damit sie drei Fragen für uns beantwortet:


Was macht die Braubachstraße so besonders?

Dagmar Priepke: Die Braubachstraße ist eine internationale Straße. Man denke an Kultur-Institutionen wie das MMK (Museum für Moderne Kunst), an das Fotografie Forum, an die Buchmesse, an den Verein Litprom und an die Galerie Anita Beckers. Diese internationale Ausrichtung unterscheidet die Straße elementar von anderen ebenfalls interessanten Straßen in Frankfurt. Dazu kommt - dass in der Braubachstraße besonders viele Frauen als Geschäftsinhaberinnen, Stiftungsleiterinnen, Galeristinnen usf gestalten und wirken. Es sind weit über zwanzig und das ist beachtlich viel und hat sicherlich seine Wirkung. Überhaupt ist der Mix - wohnen, leben, arbeiten, Kunst, Kultur, Gastronomie, Kurioses - sehr spannend. Und nicht zu vergessen, es gibt eine Vielzahl an sozialen Betrieben….. und  - das ist eine der Thesen meines Buches: es sind die Menschen, die eine Straße sind - in der Braubachstraße sind supertolle Akteure zusammen gekommen. Es sind großartige Menschen in dieser Straße!

Du hast 12 Jahre lang in der nachbarlichen Heussenstamm Galerie gearbeitet und seit 3 Jahren bietest Du hier Führungen an. Wie hat sich die Straße in dieser Zeit verändert?

Dagmar Priepke: Ich kenne ja die Braubachstraße schon seit den 1970er Jahren genauer. Damals wohnte ich um die Ecke und das Technische Rathaus wurde gerade eröffnet. Nun ist es wieder abgerissen.  Die Straße ist - vor allem in den letzten etwa 15 Jahren - jünger und lebendiger geworden. Einen großen Anteil daran hat sicherlich, die seit 2012 eröffnete Margarete, die ein echter urbaner Hotspot ist und viele junge Menschen angezogen hat. Die Straße ist auch heterogener geworden: Kunst, Gastronomie, Frankfurter, Touristen, Soziales, hippe Atmosphäre.

Was würdest Du Dir für die Braubachstraße von der Stadtpolitik wünschen?

Dagmar Priepke: Ich würde mir vor allem wünschen, dass ihr Potential erkannt wird. Dass bei Projekten und Einwirkungen der Stadt mit den Anrainern gesprochen wird - also Kommunikation. Und ich wünsche mir, daß diese Straße Modell oder Exempel für Stadträume von heute und morgen sein kann.

Das Buch Die Braubachstraße ist im Axel Dielmann Verlag erschienen, hat 176 Seiten, ist durchgehend mit farbigen Fotografien versehen und kann auch im Tresor am Römer für € 20,00 erworben werden. Mehr Informationen über Dagmar Priepkes Engagement, die Führungen und das Buch finden Sie unter folgendem Link: Dagmar-Touren

LITHOGRAFIEN AM FREITAG


Das 1797 von Alois Senefelder erfundene Flachdruckverfahren lässt vor allem die Musikherzen aus Offenbach am Main und auch unsere, die nachbarlichen Herzen aus dem Frankfurter Antiquariat Tresor am Römer, höher schlagen. Diese erfreulich belebenden Herzschläge verdanken wir vor allem dem aufmerksamen Notenverleger Johann Anton André, der nur zwei Jahre nach der Erfindung der Lithografie deren Vorteile erkannte. Eine kostengünstige Produktion, hohe Auflagen und der weniger aufwendige Herstellungsweg veranlassten ihn, den Erfinder aus München nach Offenbach zu holen. In der Domstraße, damaliger Sitz der Notenfabrique André, wurden fortan die Notenwerke auch von Lithosteinen gedruckt.


Darunter waren nicht weniger als 79 Erstveröffentlichungen nach Autographen von Wolfgang Amadeus Mozart, die J.A.André von der Witwe des Komponisten erworben und hier am Main "in genauer Übereinstimmung mit dem Manuskript des Komponisten" veröffentlicht hat. Der Wert dieser Erstdrucke wird auch aufgrund der sorgfältigen Notenwiedergaben hoch geschätzt, sind doch längst nicht mehr alle Autographen Mozarts sowie anderer Komponisten vorhanden. In den Folgejahren verbreitete sich das Steindruckverfahren von Offenbach aus in Europa und die Welt. Bereits 1800 errichtete Philipp André in London und 1802 Friedrich André in Paris eine Druckanstalt, so dass ebenso europäische Verleger von Ansichtenwerken oder naturwissenschaftlicher Veröffentlichungen von der neuen Druckmanier profitierten, wie man in der folgenden Angebotsliste sehen kann.


Nicht nur das geschmeidige Fell des Kamels, die glatte Haut des indischen Tapirs, die glänzenden Augen des kleinen Löwenhündchens, sondern auch die zarte Flügelhaut der Fledermaus ließen sich mit Kreide oder Tinte überzeugend auf der besonderen Oberfläche der Lithosteine aus Solnhofen abbilden – häufig direkt von den naturwissenschaftlichen Zeichnern und somit zuverlässig in der detaillierten Darstellung. Ab 1817 hat Senefelder bereits Farblithografien mit elf Platten gedruckt. Neben der Werbung, die im industriellen Zeitalter immer umtriebiger wurde, nutzten ebenso zahlreiche Künstler die Möglichkeiten der Lithografie, und so behauptete sich der Steindruck im 19.Jahrhundert als dominante Drucktechnik.


In unseren Notizen im Abschluss – dieses Mal passenderweise aus Offenbach – stellen wir ergänzend und begeistert das heutige Musikhaus André sowie die Lithografieskulptur der Stadt in Wort und Bild vor.


MIRO - MOURLOT, Fernand und Michel LEIRIS.
Joan Miró. Der Lithograph I-IV (Band I "Lithographe") Deutsch von U. Patzies und G.D. Ruelle. Paris, Mazo (und) Genf, Weber (1972-1982). 4°. Mit 36 (davon 10 doppelblattgroßen und 4 auf den Originalumschlägen) Farblithographien von Miró und vielen teils farbigen Abbildungen. Originalleinen mit Originalumschlägen, (minimal beschabt). € 1.200,00

Das maßgebliche Werkverzeichnis der Lithographien von 1930-1972. Es erschienen noch 2 weitere Bände, die hier nicht dabei sind. - Band 1 in der französischen Ausgabe. - Schnitt teils minimal fleckig.


CHAGALL - CAIN, Julien.
Chagall Lithograph. Vorwort von Marc Chagall. Notizen von Fernand Mourlot. Monte Carlo, André Sauret, 1960. Folio. 220 S., 1 nn. Bl., mit 12 (10 farbigen) Originallithographien (inklusive Umschlag) und zahlreichen teils farbigen Abbildungen im Text. Originalleinen mit Originalschutzumschlag und transparentem Umschlag in Schuber, (Kanten minimal beschabt). € 1.200,00

Erste Ausgabe der Auflage mit dem deutschen Text. - Mourlot 281 - 292. - Das Werkverzeichnis enthält die Lithographien Chagalls bis zum Zyklus "Zirkus" 1956. - Im Gesamtwerk Marc Chagalls nimmt die Lithographie eine herausragende Stellung ein. Seine Blätter offenbaren eine meisterhafte Handhabung dieser graphischen Technik. "Beugte ich mich über einen lithographischen Stein oder eine Kupferplatte, so war es mir, als ob ich einen Talisman berührte." (Vorwort). - Minimal angestaubt.


CHAGALL - CAIN, Julien.
Chagall Lithograph II. 1957-1962. Monte Carlo, André Sauret, 1963. Folio. 208 S., 1 nn. Bl., mit 11 (6 farbigen) Originallithographien (inklusive Umschlag) und zahlreichen teils farbigen Abbildungen im Text. Originalleinen mit Originalschutzumschlag und transparentem Umschlag in Schuber, (Kanten minimal beschabt, Schuber etwas lädiert, Schnitt leicht fleckig). € 980,00

Erste Ausgabe der Auflage mit dem deutschen Text. - Mourlot 391-402. - Der zweite Band des Werkverzeichnisses enthält die Lithographien Chagalls aus den Jahren 1957-1962. - Im Gesamtwerk Marc Chagalls nimmt die Lithographie eine herausragende Stellung ein. Seine Blätter offenbaren eine meisterhafte Handhabung dieser graphischen Technik. "Beugte ich mich über einen lithographischen Stein oder eine Kupferplatte, so war es mir, als ob ich einen Talisman berührte." (Vorwort zu Band 1). - Minimal angestaubt.


CHAGALL - CAIN, Julien.
Chagall Lithograph III. 1962-1968. Katalogierung Fernand Mourlot, Charles Sorlier. Monte Carlo, André Sauret, 1969. Folio. 179 S., 1 nn. Bl., mit 2 farbigen Originallithographien (inklusive Umschlag) und zahlreichen teils farbigen Abbildungen im Text. Originalleinen mit Originalschutzumschlag und transparentem Umschlag in Schuber, (Kanten minimal beschabt). € 300,00

Erste Ausgabe der Auflage mit dem deutschen Text. - Mourlot 577-578. - Der dritte Band des Werkverzeichnisses enthält die Lithographien Chagalls aus den Jahren 1962-1968. - Im Gesamtwerk Marc Chagalls nimmt die Lithographie eine herausragende Stellung ein. Seine Blätter offenbaren eine meisterhafte Handhabung dieser graphischen Technik. "Beugte ich mich über einen lithographischen Stein oder eine Kupferplatte, so war es mir, als ob ich einen Talisman berührte." (Vorwort zu Band 1). - Minimal angestaubt.


CHAGALL, Marc.
Dessins pour la Bible. Paris, Verve, 1960. Folio. 9 nn. Bl., 96 S., 8 nn. Bl., mit 47 (davon 24 farbigen ganzseitigen) Originallithographien von Marc Chagall und zahlreichen Illustrationen auf Tafeln. Originalpappband in farbiger Originallithographie, (etwas bestoßen, Rücken teils angeplatzt und abgeschabt). € 3.000,00

Erste Ausgabe. - Erschienen als Nummer 37/38 der Reihe "Verve". - Mourlot 230–277. - Mit dem einleitenden Text von Gaston Bachelard, sowie Erläuterungen zu den 96 Tafeln am Ende des Bandes. - "Ich sah die Bibel nicht, ich träumte sie." (Chagall) - Die Arbeiten zur "Bibel" gehören zu den wichtigsten in Chagalls Spätwerk (1887-1985). Seine poetischen Kompositionen zu den einzelnen Abschnitten der Bibel führen den Betrachter einfühlsam in die religiöse Bildwelt und zeigen Chagalls hervorragendes Verständnis der lithographischen Technik und ihrer Ausdrucksmöglichkeiten. - Papierbedingt an den Rändern etwas gebräunt.


UECKER - AJGI, Gennadij.
Reiner als Sinn. Deutsch von Felix Philipp Ingold. St.Gallen, Erker, 1997. 4°. 15 nn. Bl., mit 4 (2 wiederholten, lose beiliegenden) signierten, nummerierten und datierten Originallithographien von Günther Uecker. Lose in Originalbroschur mit Rücken- und Deckeltitel, Originalbauchbinde beiliegend, (Bauchbinde zerrissen). € 1.900,00

Eins von nur 30 römisch nummerierten Exemplaren (insgesamt 150 Exemplare) der Vorzugsausgabe, der die beiden im Text enthaltenen Originallithographien nochmals lose beiliegen. - Im Druckvermerk nummeriert und vom Autor, Übersetzer und Günther Uecker signiert. - Die russischen Texte wurden von Gennadij Ajgi im Steindruck-Atelier direkt auf Stein geschrieben und dort, zusammen mit den deutschen Übersetzungen, gedruckt.


FRONIUS - ZWEIG, Stefan.
Fragment einer Novelle. Wien, Internat. Stefan-Zweig-Gesellschaft, 1961. Gross-8°. 10 nn. Bll., mit 4 signierten Originallithographien von Hans Fronius. Originalbroschur mit illustriertem Originalschutzumschlag. € 180,00

Eins von 500 auf Zerkall-Bütten gedruckten nummerierten und vom Künstler handschriftlich signierten Exemplaren. Erschienen in einer einmaligen Auflage mit freundlicher Erlaubnis des Estate Stefan Zweig, London und des S. Fischer Verlages, Frankfurt am Main. Zweite Sonderpublikation der Internationalen Stefan-Zweig- Gesellschaft.


FRONIUS - ZWEIG, Stefan.
Die Hochzeit von Lyon. Wien, Edition Graphischer Zirkel, 1980. Gross-8°. 29 S., 1 nn Bl., mit 4 Originallithographien von Hans Fronius. Originalbroschur mit illustriertem Originalschutzumschlag.
€ 80,00

Eins von 400 nummerierten Exemplaren. Die Lithographien vom Künstler signiert. Erschienen als 13. Buchpublikation der Edition Graphischer Zirkel.


MEISTER - GRAPHIK UNSERER ZEIT.
Berlin, Deutsche Buchgemeinschaft, 1935. 4°. Mit je 1 Original-Graphik von Corinth, Kubin, Kohlhoff, Meseck, Gerbig, Scheurich, Rössner und Slevogt. Beiheft: 22 S. mit 7 Abbildungen. Originalhalbpergament-Mappe. € 720,00

Nummer 392 von 1000 nummerierten Exemplaren. - Mit signierten Lithographien von Corinth (Markgfn.v.Bayreuth, Müller 632),  Kubin (Überfall, Raabe 175a), Kohlhoff (Hengst), einer signierten Kaltnadelradierung von Meseck (Landschaft), einem Holzschnitt von Gerbig (Hühner), Lithographien von Scheurich (Dame am Fenster), Rössner (Am Wasser) und einem Holzschnitt von Max Slevogt (Don Juan, aus Rümann 71?). - Mappe minimal fleckig. Kleine Beschädigung des Leinens an der Kante des Vorderdeckels.


SEEWALD - SCHWAB, Gustav.
Die Argonauten. Dem Epos des Apollonius nacherzählt. Berlin, Propyläen, 1923. 4°. 74 S., 3 nn. Bl., mit 43 (11 ganzseitigen) Originallithographien von Richard Seewald. Privates Leinen mit Rückenschild vom Originalhalblederrücken, Kopfgoldschnitt.
€ 380,00

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. - Jentsch L 134-177. - Eins von 200 (insgesamt 300) nummerierten Exemplaren bei denen das Frontispiz und der Druckvermerk vom Künstler signiert wurden. Bei diesem Exemplar wurde eine weitere ganzseitige Lithographie signiert. - Papierbedingt minimal gebräunt.


SLEVOGT - OVIDIUS NASO, Publius.
Lehrbuch der Liebe. Deutsch von Ernst Hohenemser. Berlin, Paul Cassirer, 1921. 4°. 90 S., 2 nn. Bl., mit lithographiertem Titel und 7 Originallithographien von Max Slevogt. Originalhalbleder mit Rückentitel, goldgeprägter Deckelvignette und Fileten, Kopfgoldschnitt, (minimal angestaubt). € 640,00

Erste Ausgabe mit den Illustrationen von Max Slevogt. - 18. Druck der Pan-Presse. - Rodenberg 454, 18; Söhn 473-480. - Eins von 300 (insgesamt 320) nummerierten Exemplaren. - Sehr schönes frisches Exemplar.


AVENARIUS - KELLER, Gottfried.
Das Tanzlegendchen. Berlin, Axel Juncker, 1919. 4°. 12 nn. Bl., mit Originallithographien von Hannes M.Avenarius. Originalhalbleder mit goldgeprägtem Rückentitel und Deckeltitel, (gering beschabt). € 50,00

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. - Rodenberg S.451. - Erschien als 4. Luxusdruck der Orplidbücher. Eins von 500 nummerierten und signierten Exemplaren. - Gutes Exemplar.


SEEWALD - DEFOE, Daniel.
Robinson Crusoe. München, Goltzverlag, 1919. 4°. 4 nn. Bl., 317 S., mit 2 signierten ganzseitigen Originallithographien und 85 teils ganzseitigen Illustrationen nach Zeichnungen von (Richard) Seewald. Originalleder mit Rückentitel, Deckelprägung und Kopfgoldschnitt (etwas beschabt, Ecken leicht bestoßen, oberes etwas Gelenk eingerissen). € 900,00

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. - Jentsch 92-93; Schauer II, 114. - Eins von 80 (insgesamt 500) nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe. Mit den signierten Originallithographien, sowie einer Signatur im Druckvermerk. - Eines der frühen von Seewald (1889-1976) illustrierten Bücher. - Handeinband signiert von Frieda Thiersch. - Schnitt etwas gebräunt, sonst gutes Exemplar.


PAPAGEIEN - SOUANCÉ, Charles de.
Iconographie des Perroquets non figurés dans les publications de Levaillant et de M. Bourjot Saint-Hilaire. Avec la coopération de S.A. le prince Bonaparte et de Emile Blanchard. Paris, Bertrand, 1857. Gr.-Fol. 3 nn. Bl., mit 48 kolorierten lithographischen Tafeln mit je 1 Textblatt. Neuerer Lederband mit goldgeprägtem Titel und Rückenfileten. € 14.500,00

Erste und einzige Ausgabe, sehr selten. - Nissen IVB 887; Anker 479; Sitwell 143; Graesse Suppl. 472. - Prachtvolles, großformatiges Papageienwerk. - Das Werk sollte ursprünglich in 30 Lieferungen erscheinen, jedoch wurde die Herausgabe nach Lieferung 12 eingestellt. Die letzte Tafel (laut Erklärung Nr. 48) ist mit der Nummer 79 versehen (jedoch so richtig). Es bildet den Band 4 oder Ergänzungsband der "Histoire naturelle des Perroquets" deren ersten Bände bereits 1801-1805 von Levaillant und der dritte Band 1837-1838 von Saint-Hillaire herausgegeben wurden. - Die ersten 15 Tafeln wurden von Blanchard gezeichnet und lithographiert, die restlichen Tafeln von Daverne. - Teils leicht stockfleckig, sehr schönes Exemplar in leuchtendem Kolorit.


LOUDON, (Jane Wells).
The Ladies' Flower-Garden of Ornamental Annuals. London, W. Smith, 1840. 4°. 1 nn. Bl., XVI, , 272 S., mit 48 kolorierten lithographischen Tafeln. Maroquin der Zeit mit reicher ornamentaler Deckel- und Rückenvergoldung, Steh- und Innenkantenvergoldung, Goldschnitt, (Kapitale und Gelenke gering berieben, Ecken leicht gestaucht, kleine Fehlstelle auf Vorderdeckel). € 2.800,00

Erste Ausgabe. - Nissen BBI, 1234; Sitwell S. 66; Pritzel 5632; Stafleu-C. 5023; De Belder 221. - Sehr schönes Pflanzenwerk, das in einer Reihe mit 4 anderen Titeln erschien. - "Mrs. Loudon was the wife of John Claudius Loudon, one of the most important nineteenth-century landscape gardeners and horticultural writers. Her own works are much prized for their attractive illustrations." (De Belder 221). - Die Tafeln mit verschiedenen Arrangements von blühenden Gartenpflanzen, in schönem Kolorit. - "It is astonishing how much beauty may be displayed in a little garden... by a tasteful arrangement of annual flowers... (Vorwort). - Blatt I-IV hinter Blatt XVI eingebunden. - Leicht stockfleckig, Name und Blindstempel auf Titel. Innengelenke verstärkt.


HÖPPNER, Julius.
Die Schule der Blumenmalerei (bzw.) Anleitung zur Blumenmalerei in Wasserfarben (Aquarell-Malerei). Ausgabe B: Mittlere Ausgabe. Leipzig, Haberland, o.J. (um 1900). 4°. Mit 48 farblithographischen Tafeln. Lose in illustrierter Originalmappe mit Originalheftumschlägen, (minimal angestaubt). € 180,00

Mit dem Textheft in der dritten Auflage. - 12 Studien nach der Natur in je 4 die fortschreitende Ausführung zeigenden Blättern der 6 unterschiedlichen Farbengruppen. - Es gab noch eine Ausgabe A mit 96 Tafeln und eine kleinere Ausgabe C mit 24 Tafeln. - Enthält Maiglöckchen, Johannisblume, Kresse, Erdbeere, Glockenblume, Pfirsichblüte, Flieder, Wilde Rosen, Goldregen, Kornblume, Rose und Krokus. - Der Dresdener Zeichner und Aquarellist Julius Höppner (1839-1893) wurde vor allem als Illustrator bekannt. - Widmung auf Titel des Textheftes. - Sehr gutes Exemplar.


ENTOMOLOGIE - ECKSTEIN, Karl.
Die Schmetterlinge Deutschlands mit besonderer Berücksichtigung ihrer Biologie. 4 Teile in 1 Band. Stuttgart, K.G. Lutz, 1913-1923. 8°. Mit 64 farblithographischen Tafeln und Abbildungen im Text. Etwas späteres Halleinen, (gering beschabt, leicht lichtrandig). (Schriften des Deutschen Lehrervereins für Naturkunde, Bd. 26, 32 und 35). € 90,00

Nicht bei Nissen. - 1) Allgemeiner Teil, spezieller Teil; 1. Die Tagfalter. 2) Die Schwärmer und Spinner. 3) Die eulenartigen Falter. 4) ie Spanner und die bärenartigen Falter. - Ohne den erst 1933 erschienenen 5. Teil mit den Kleinschmetterlingen. - Papierbedingt leicht gebräunt, gues Exmplar.


ZOOLOGIE - SCHINZ, H.R.
Naturgeschichte und Abbildungen des Menschen und der Säugethiere. Nach den neuesten Entdeckungen und vorzüglichsten Originalien bearbeitet. 2. Auflage. 2 Teile in 1 Band. Zürich, Honneger, (1840). Folio. 2 nn. Bl., 131 S.; 250 S., mit 2 lithographierten Titeln und 135 lithographischen Tafeln. Halbleder der Zeit, (berieben, Ecken und Kanten etwas bestoßen, Gelenke unterlegt). € 740,00

Nissen 3673. - Der erste Teil umfasst die Menschenkunde mit ihren verschiedenen Völkern, der zweite Band dann die Säugetiere. Die schönen lithographischen Tafeln meist mit mehreren Personen- oder Tierdarstellungen auf einer Tafel, einige der Tafeln zeigen Porträts. - Seite 3-6 alt restauriert mit teilweisem Buchstabenverlust. - Etwas stock- und fingerfleckig, einige Blatt stärker betroffen, Innengelenke verstärkt, einzelne Unterstreichungen im Text. Tafel 3 in Teil 2 mit Eckabriss - minimal in die Abbildung reichend.


AFRIKA/ÄGYPTEN - ST. JOHN, James Augustus.
Oriental Album. Characters, Costumes, and Modes of Life, in the Valley of the Nile. With descriptive letter-press by James Augustus St.John. London, Madden, 1848. Imperial-Folio. 3 nn. Bl., 60 S., mit 31 getönten und handkolorierten Lithographien und zahlreichen Textholzstichen von E. Prisse D'Avesnes. Rotes Halbmaroquin der Zeit mit Rücken- und Deckeltitel, Goldschnitt, (Ecken und Kanten berieben, etwas fleckig). € 9.800,00

Erste Ausgabe, selten. - Ibrahim-Hilmy II, 205; Lipperheide MA 30; Blackmer 1357; Colas 2427; Brunet IV, 885; Graesse V, 449; Hiler 772. - Der französiche Ägyptologe und Archäologe Èmile Prisse d'Avesnes (1807-1879) trug maßgeblich zum wachsenden Interesse an der Kultur Ägyptens im 19. Jahrhundert bei. Ab 1826 verbrachte er viele Jahre in Ägypten, Syrien und dem Nahen Osten und erkundete unter dem Namen Edris Effendi, in arabische Gewänder gehüllt, das Land und seine Bewohner und führte zahlreiche archäologische Ausgrabungen im Niltal durch. Das "Oriental Album" ist eine für seine Zeit ungewöhnliche Darstellung von Charakteren, Kostümen und Lebensweisen der Bewohner des Niltals dar und wird durch einen Kommentar des renommierten Orientalisten und Ägyptologen James Augustus St. John ergänzt. - "... a fine artist and an outstandingly brilliant observer who recorded much that has since disappeared" (Blackmer). - Stellenweise etwas stockfleckig, Tafeln nicht betroffen, Text leicht gebräunt, einige kleinere Randläsuren. Tafeln im Bug an die jeweilige Textseite montiert.


HUMBOLDT - MACGILLIVRAY, W.
Alexander von Humboldt's Reisen und Forschungen. Eine gedrängte Erzählung seiner Wanderungen in den Aequinoctial-Gegenden Amerikas und im Asiatischen Rußland. Nebst einer Zusammenstellung seiner wichtigsten Untersuchungen u.s.w. Leipzig, Baumgärtner, o.J. (1832). Klein-8°. Gestochenes Porträt, XXIII, 430 S., 1 nn. Bl., mit 1 lithographischen Karte und 5 lithographischen Tafeln. Halbleder der Zeit mit leichter Rückenvergoldung und Rückentitel, (etwas beschabt und bestoßen). € 200,00

Erste deutsche Ausgabe. - Sabin 33745. - Die Karte zeigt das Gebiet des Orinoco, die Tafeln mit Darstellungen des Drachenbaums in Orotava (Teneriffa), eines Jaguars, der Luft-Vulkane in Turbaco, der Basaltfelsen von Regla sowie eines Indianerpaares aus Mechoacan. Durchgehend etwas stockfleckig und gebräunt.


HERNSHEIM, Franz.
Südsee-Erinnerungen (1875-1880). Mit einem einleitenden Vorwort von Otto Finsch. Berlin, Hofmann, (1883). 4°. IV S.1 nn. Bl.,109 S., mit 13 chromolithographischen Tafeln und zahlreichen teils ganzseitigen Textabbildungen. Goldgeprägtes Originalleinen mit Rücken- und Deckeltitel, (minimal beschabt, Kapitale gering gestaucht). € 550,00

Erste Ausgabe. - Henze 6, 31; NDB VIII, 675. - Franz Hersheim (1845-1909) zählte zusammen mit seinem Bruder Eduard zu den großen Unternehmern und Pionieren im deutschen Südseehandel. Der Schwerpunkt des Handels lag auf den Marianen und den Marshall-Inseln, speziell in Jaluit und Matupi. "Die Tätigkeit der Brüder Hernsheim trug wesentlich dazu bei, daß die von ihnen dem deutschen Handel erschlossenen Gebiete (Marshall-Inseln) 1885 unter deutsche Schutzherrschaft gestellt wurden, bzw. 1899 vom Deutschen Reich angekauft wurden (Marianen)" (NDB). - Die schönen Lithographien zeigen u.a. Landschaften, Eingeborene, Gerätschaften etc. "Ein Ahnen baldigen Vergehens weht durch die Blätter. " (Henze). - Minimal fleckig. Sehr gutes Exemplar.


SÜDAMERIKA/CHILE - PISSIS, A.
Geografía Física de la República de Chile. Text- u. Atlasband in 2 Bdn. Paris, Delagrave, 1875. 8° u. quer-4°. X S., 1 nn. Bl., 356 S.; 2 nn. Bl., m. 1 lithogr. Karte u. 22 (3 farb.) lithogr. Tafeln. Originale Halblederbände mit goldgeprägten Wappensupralibros und reicher Rückenvergoldung, (leicht beschabt und leicht fleckig, Textband stärker fleckig und berieben). € 1.500,00

Erste Ausgabe, komplett mit Text- und Atlasband selten. - Palau 227450; Henze IV, 125 ff. - Hauptwerk des in Frankreich geborenen Kartographen und Geologen Pedro Amado Pissis Marin (1812-1889), welches die Erkenntnisse seiner Reisen durch alle Teile Chiles zwischen 1848 und 1868 vereint. - "Nebst Phillipi hat Pissis gewiß den größten Anteil an der wissenschaftlichen Erschließung Chiles in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts." (Henze). - Mit einer Karte Südamerikas, Höhenprofilen, einer farbigen Tafel des Aconcaguamassivs, mehreren anderen Bergdarstellungen der Anden, die Quelle des Lontue, den Vulkan Chillan, einer farbigen Tafel des Kraters des Vulkans Antuco, Lava des Osorno, einer Darstellung eines Gletschers usw. - Der Textband geht ausführlich auf die Orthographie, Geologie, Meteorologie, Hydrographie und botanische Geographie Chiles ein. - Textband an der oberen und unteren Ecke etw. wasserfl., Name v. alter Hand auf Titel, Tafelband m. altem Bibliotheksstempel a. Titel, minimal stockfleckig.


PROUT, Samuel.
Sketches in France, Switzerland & Italy. London, Hodgson & Gaves, o.J. (1839). Imperial-Folio. Widmungsblatt, lithographierter Titel, 2 nn. Bl., mit 25 getönten lithographischen Tafeln. Halbleder der Zeit mit Rückenschild und Deckeltitel, (Rücken erneuert, Ecken und Kanten etwas bestoßen). € 2.400,00

Erste Ausgabe. - Der Druck erfolgte bei C. Hullmandel in London. - Der englische Zeichner Samuel Prout (1783-1852) wurde vor allem durch seine Motive historischer Städte Europas bekannt. Ab 1818 reiste er durch verschiedene Länder und hielt zahlreiche architektonische Details in seinen Zeichnungen fest. - Die Tafeln mit Ansichten von Tours, Chartres, Strassburg, Genf, Lausanne, Mailand, Verona, Venedig, Rom, Basel, etc. - Gering stockfleckig, Titel leicht stärker betroffen.


FRANKREICH - MONSON, (Frederick John) Lord.
Views in the Department of the Isere and the High Alps. London, Dalton, 1840. Groß-Folio. Lithographierter Titel, 2 nn. Bl., 16 S., mit 1 gestochenen Karte und 21 lithographischen Tafeln mit jeweils einem Textblatt. Halbleder des 20. Jahrhunderts mit aufmontiertem Originaldeckeltitel, (minimal fleckig). € 2.600,00

Erste und einzige Ausgabe, selten. - Abbey Travel 60. - Schönes Ansichtenwerk mit Lithographien auf aufgewalztem China von Louis Haghe nach Lord Monson. Dieser wurde durch die Schriften von Felix Neff zu einem Besuch in der Gegend inspiriert und beschreibt in seiner Einleitung die Topographie, die Sitten und Gebräuche der Region. - Text in Französisch und Englisch. - Mit der Karte von John Arrowsmith. - Mit Ansichten von Grenoble, Vizelle, Briancon, La Roche, Embrun, Arvieux u.a. - Etwas stockfleckig, einige Blätter stärker betroffen.


FRANKREICH -
Souvenir de la Basse-Bretagne. O.O. und Drucker, ca. 1860. Klein-8°. Leporello mit 25 altkolorierten Lithographien. Originalleinen mit Deckeltitel, (etwas fleckig). € 300,00

Hübsche, teilweise eiweißgehöhte Kostümdarstellungen aus Cancale, Saint-Malo, Rennes, Lorient usw. - Die einzelnen Darstellungen jeweils 13,3, x 10 darunter Beschriftung.


VENEDIG - PIVIDOR, Gio(vanni).
Vedute dei Monumenti Classici di Venezia. Haupt-Ansichten und Gebäude von Venedig. Venedig, G.G.Alter, o.J. (um 1840). Quer-4°. Kolorierter lithographischer Titel und 8 kolorierte lithographische Tafeln. Originalhalbleinen mit lithographischem Deckeltitel, (etwas berieben und leicht fleckig, Rücken restauriert). € 1.800,00

Seltenes Album mit Lithographien von Venedig. - Mit prachtvollen Ansichten von St. Marco, dem Marcusplatz, Il Molo, Santa Maria della Salute, der Riva dei Schiavoni, Arsenal, der Rialtobrücke und der Kirche Giovanni e Paolo. Jede der Tafeln mit lithographierter und kolorierter Bordüre. Ansichten jeweils 25,5 x 15, ohne die Bordüre. - Leicht stockfleckig, Vor- und Nachsatz erneuert, einige kleinere Randeinrisse.


JENA. Wöllnitz.
Lithographie mit Tonplatte von J.G. Bach nach C. Hirsch. Jena, Otto Deistung, um 1860. 26,4x32. € 350,00

Sehr gut erhaltenes Blatt mit nuancereichem Tonumfang. Wöllnitz ist heute ein Ortsteil von Jena in dem beschaulichen Pennickental. Im Hintergrund ist der Johannisberg zu sehen.


RHEIN. Schloss Stolzenfels.
The Castle of Stolzenfels. Altkolorierte Lithographie. um 1840. 30 x 37,2. € 180,00

Sehr gut erhaltenes und seltenes Blatt in einem leuchtendem Kolorit. Die Titel in Englisch und Deutsch spiegelverkehrt wie auch das Motiv. Vergleichbar mit der typischen Manier eines Guckkastenblattes.


Borussia.
Museum für Preußische Vaterlandskunde. 3 Bände. Dresden, Pietzsch und Comp., 1838-1842. 4°. Mit 3 lithographischen Titeln, 48 lithographischen Porträts und 168 lithographischen Tafeln. Originalpappbände mit Rücken- und Deckeltitel, (Rücken mit Leinen unterlegt, etwas fleckig, Ecken gestaucht). € 2.000,00

Erste und einzige Ausgabe. - Kirchner 7324; Diesch 3966; Engelmann II 789. - Komplett seltenes Ansichtenwerk, das in 72 Lieferungen erschien. - Mit Ansichten von Aachen, Berlin, Bonn, Breslau, Danzig, Erfurt, Halle, Koblenz, Köln, Königsberg, Krefeld, Magdeburg, Münster, Potsdam, Rügen, Stettin, Trier u.a. - Die Porträts zeigen u.a. Friedrich II., Hufeland, A. v. Humboldt, Kant, Königin Luise, Beethoven, Herder, von Savigny, Kopernikus. - Bande 1 und erste Hälfte von Band 2 wasserfleckig, Band 3 teils gebräunt und am Anfang am oberen Rand wasserfleckig. Alle 3 Bände stockfleckig. Namensstempel auf Innendeckeln.


SCHLESWIG-HOLSTEIN - WARNBERG, Karl.
Album Schleswig Holstein und Jütländischer-Ansichten. Seiner Majestät von Bayern Maximilian II. in tiefster Ehrfurcht gewidmet. (Regensburg, Lithographische Anstalt Niedermayr, um 1848). Quer-8°. Lithographierter Titel (Originalbroschur) 3 nn. lithographierte Bl., mit 35 getönten lithographischen Tafeln. Schlichtes Halbleder der Zeit, (etwas berieben, Ecken und Kanten leicht bestoßen). € 1.100,00

Erste und einzige Ausgabe. - Auf dem Titel findet sich noch folgende Angabe: Unterlieutenant im II Bataillon des K. B. 4-ten Inf. Regiments, Gumppenberg. - Seltene Sammlung von Ansichten aus Norddeutschland und Dänemark. - Unter den Tafeln Ansichten von Hamburg, Altona, Rendsburg, Schleswig, Flensburg, Sonderburg, Appenrade, Tondern, Husum, Friedrichstadt, Itzehoe, Glückstadt, Elmshorn, Aarhuus, Skanderborg, Veile, Kolding, u.a., sowie ein Dänisches Kriegsschiff. - Die Ansichten meist mit Personenstaffage oder Schiffen. - Name auf Vorsatz, etwas stock- und fingerfleckig.


NASSAU - ROSSEL, Karl.
Album von Nassau. Sammlung der schönsten Ansichten des Herzogthums nach Original-Aufnahmen. Erste (und einzige) Abtheilung. Wiesbaden, Roth, 1864. Quer-4°. 59 nn. Bl., mit 30 getönten Lithographien nach Michael Sachs. Schlichtes Halbleder der Zeit, Teilumschlag der Originalbroschur auf Vorderdeckel montiert, (etwas berieben, Ecken und Kanten bestoßen). € 2.200,00

Erste und einzige Ausgabe, komplett selten. - Demandt I, 89; vgl. Thieme-Becker 29, 296. - Mit Ansichten von Herborn, Arnstein, Kloster Eberbach, Eppstein, Westerburg, Höchst, Sonnenberg, Schaumburg, Weilburg, Idstein, Adolphseck, Dillenburg, Kronberg, Hadamar, Oranienstein, Usingen, Limburg, u.a. - Stockfleckig und gebräunt, die Tafeln jedoch kaum betroffen, fingerfleckig, Namensstempel (Louis Wagner) auf Innendeckel und Vorsatz.


FRANKFURT/ESCHENHEIMER TURM -
Vue Prise aux Environs de Francfort. Ansicht des Eschenheimer Turms von den Wallanlagen aus. Kolorierte Lithographie von Engelmann nach Villeneuve. Paris, um 1830. 22 x 30. € 440,00

Schöne romantische Ansicht des einzigen erhaltenen Tors der alten Befestigungsmauer in Frankfurt.


ESCHENHEIMER TURM -
Ansicht des Eschenheimer Turms. Altkolorierte getönte Lithographie von und nach Thomas Miler Richardson. London, 1837. 37 x 26,5. Gering stockfleckig.
€ 540,00

Seltenes Blatt mit breitem Rand.


JÜGEL, Carl.
Malerische Ansichten von Frankfurt am Main und dessen Umgegend. Nach der Natur gezeichnet von Radl, Delkeskamp, Goldstein u.a. Erste Lieferung (alles Erschienene). Frankfurt, C. Jügel, um 1840. Quer-Groß-Folio. Mit lithographiertem Titel und 6 Tafeln in Lithographie auf aufgewalztem China. Halb-Pergament der Zeit mit Rückenschild, (gering beschabt). € 5.000,00

Prachtvolles Album. Gezeigt werden eine Gesamtansicht der Stadt vom Westend aus, Römerberg, Untermaintor mit dem Rothschild-Palais, St.Leonhardskirche, Bibliothek und die Promenade vor dem Gallustor. - Exemplar aus dem vormaligen Besitz des Sächsischen Königs Friedrich August II. (1797-1854), der eine bedeutende Kupferstichsammlung zusammentrug. - Ex-Libris auf Innenseite des Umschlags. - Stockfleckig.


TRACHTEN -
Costumes des Environs de Francfort s M. 9 Einzeldarstellungen verschiedener Einwohner Frankfurts und der Umgebung auf einem Blatt. Lithographie von Reinermann nach Dielmann. Reinermann, 1832. 23,5 x 29. Leicht stockfleckig, Ränder leicht wasserfleckig. € 180,00

Die Darstellungen zeigen: Einwohner aus Dietzenbach; Gärtner aus Sachsenhausen, aus Fulda, Tiroler, Einwohner aus Wallau, Milchverkäuferinnen aus Seckbach, Schreiner aus Sachsenhausen und Marktfrauen aus Sachsenhausen. Die Personendarstellungen jeweils mit Gebäuden im Hintergrund.


FRANKFURT/BORNHEIM. Der Louisenhof,
Muster-Ökonomie bei Frankfurt a. M. Architekt Heinrich Burnitz in Frankfurt a.M. Getönte Lithographie. um 1875. 32 x 42,8. € 540,00

Sauberes und rares Blatt. Knickfalte in der Mitte. Der Frankfurter Architekt Heinrich Burnitz hat von der Mitte des 19.Jahrhunderts bis zu seinem Todesjahr 1880 durch seine Bauten wie den Saalbau, das Gebäude der Polytechnischen Gesellschaft, das Bankhaus de Neufville oder die Petersschule das Stadtbild seiner Heimatstadt mitgeprägt. Für den Baron M. C. von Rothschild hat er den Louisenhof in Bornheim erbaut.


GESAMTANSICHT -
Frankfurt. Souvenirblatt mit einer Gesamtansicht von Westen in der Mitte, umgeben von 12 Ansichten von Orten der Umgebung. Lithographie von Stuhl. Um 1840. 35,5 x 43. Aufgezogen aus einem zerschnittenen Exemplar zusammengesetzt. Nicht bei Slg. Cornill. € 1.400,00

Die Abbildung von Frankfurt in einer Größe von 14 x 21, die kleineren Ansichten je 7 x 10. Diese zeigen Eppstein, Königstein, Cronthal, Homburg, Bergen, Bornheim, Hanau, Offenbach, Höchst, Wiesbaden, Rödelheim und Soden. Sehr seltenes Blatt mit dieser Zusammenstellung von Orten aus Frankfurts Umgebung.


HAUPTWACHE -
View of the Zeil at Frankfurt s/M. A tribute of Respect and Gratitude to Her Royal Highness The Princess Elizabeth Landgravine of Hesse Homburg. Ansicht der Hauptwache mit der Katharinenkirche und Blick in die Zeil. Getönte Lithographie von Isabella Berceval. Um 1830. 18,7 x 24. Etwas angestaubt. Slg. Stiebel 120.
€ 850,00

Sehr selten. Elisabeth, Landgräfin zu Hessen-Homburg, lebte nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1829 abwechselnd in Bad Homburg und Frankfurt. Ihr Stadtsitz befand sich in der Großen Eschenheimer Straße - Ecke Zeil.


WUCHERER, Fritz.
Kronberg. Handsignierte Lithographie von Fritz Wucherer. 1913. 27 x 44 cm. € 480,00

Sehr gut erhaltenes Blatt. - Handsigniert unten links. - Unten rechts in der Lithographie bezeichnet: FWucherer. Gedruckt auf grauem Papier bei Werner & Winter, Auflage 75 Exemplare. Malerhauptbuch-No.291. (Weber-Mittelstaedt, L53) - Nach den Ausführungen von Andrea Weber-Mittelstaedt hat Fritz Wucherer die Zeichnungen häufig mit Hilfe eines Umdruckverfahrens auf den Lithostein oder die Aluminiumplatte übertragen, damit das Motiv seitenrichtig abgebildet ist. Vorzugsweise und angeregt durch Hans Thoma hat sich Wucherer in der lithographischen Technik ausgedrückt, mit der er sich verstärkt nach seinem Aufenthalt 1898 in Paris beschäftigt hat. Die Burg von Kronberg im Hintergrund und die Landschaft im Vordergrund sind in schnellem und sicheren Strich mit Lithokreide gezeichnet. Landschaft und Strich lassen den Einfluss der französischen Künstler von Barbizon erkennen. Fritz Wucherer wurde 1873 geboren und gehörte zu der späteren Generation der Kronberger Malerkolonie.


WUCHERER, Fritz.
KÖNIGSTEIN. - Falkensteiner Kirche. In der Lithographie signiert von Fritz Wucherer. 1936. 24 x 30. € 380,00

Sehr gut erhaltenes Blatt. - Unten rechts in der Lithographie bezeichnet: FWucherer, lith. Falkenstein i.T. Nach der Natur gezeichnet am3.4.1936. Gedruckt Siebert, Auflage 18 Exemplare. (Weber-Mittelstaedt, L115) - Vorzugsweise und angeregt durch Hans Thoma hat sich Wucherer in der lithographischen Technik ausgedrückt, mit der er sich verstärkt nach seinem Aufenthalt 1898 in Paris beschäftigt hat. Bäume und Kirche sind in einem zarten Strich mit Lithokreide gezeichnet. Das landschaftliche Motiv lässt den Einfluss der französischen Künstler von Barbizon erkennen. Fritz Wucherer wurde 1873 geboren und gehörte zu der späteren Generation der Kronberger Malerkolonie.


LEIPZIG - SCHMIDT, Hans W.
Festzug zum 450 jährigen Jubiläum der Leipziger Schützengesellschaft 28. Mai 1893. Leipzig, Schützengesellschaft, 1893. Quer-4°. Mehrteiliges, zusammengesetztes, teils ausklappbares, lithographisches Leporello (gefaltet in 63 Blatt) und ein in den Innendeckel montiertes Doppelblatt mit der Zug-Ordnung. Originalleinen, (minimal beschabt). € 200,00

Erste und einzige Ausgabe. - Seltener Festzug in historischer Reihenfolge, beginnend im 15. Jahrhundert. - An den Faltstellen leichte Abreibungen, Widmung auf erstem Blatt verso, sehr schönes Exemplar.


MILITARIA - ECKERT, H(einrich) A. u.( Dietrich MONTEN).
Das deutsche Bundesheer in characteristischen Gruppen, entworfen und gezeichnet. 22 Hefte. Würzburg u. München, Chr. Weiß, um 1840. Folio. 165 altkolorierte und montierte lithographische Uniformtafeln und 11 altkolorierte lithographische Schematafeln. Originalumschläge, in Leinenkassette, (Umschläge mit kleineren Randläsuren, Kassette etwas angestaubt). € 6.800,00

Erste und einzige Ausgabe. - Lipperheide Qc26; Colas 935. - 22 von 48 Heften eines der schönsten Uniformwerke des 19. Jahrhunderts. - Die prächtig kolorierten, teils eiweißgehöhten Lithographien in der sogenannten Prachtausgabe mit Darstellungen von Soldaten in Uniform, teilweise in Gefechtsszenen, mit Landschafts- und Stadtansichten im Hintergrund. Die Königreiche Preussen und Sachsen sind komplett vorhanden. Nachfolgend die genaue Auflistung der vorliegenden Hefte 7, 8 und 10-29: Preussen (komplett mit 41 Uniformdarstellungen und 9 Schematafeln), Mecklenburg-Schwerin (15 Tafeln), Mecklenburg-Strelitz (komplett 2 Tafeln), Sachsen (komplett 23 Tafeln), Sachsen-Weimar (komplett 3 Tafeln), Sachsen-Coburg-Gotha (1 Tafel), Anhalt-Köthen-Dessau (1 Tafel), Hessen-Kassel (12 Tafeln), Hannover (17 Tafeln), Braunschweig (komplett 14 Tafeln), Oldenburg (2 Tafeln), Hamburg-Bremen-Lübeck (7 Tafeln), Holstein-Lauenburg (10 Tafeln), Hessen-Darmstadt (6 Tafeln), Hohenzollern-Sigmaringen (komplett 1 Tafel), Bayern (7 Tafeln, inklusive 2 Schematafeln), Nassau (2 Tafeln), Frankfurt (2 Tafeln). - Minimale Randeinrisse, leicht wellig.


ORTHOPÄDIE - DELPECH, J(acques).
Die Orthomorphie in Beziehung auf den menschlichen Körper, oder anatomisch-pathologische Betrachtungen über die Ursachen, Vorbauungs- und Heilungsmittel der Hauptdeformitäten und über die wahren Grundsätze der Orthopädischen Behandlung. Aus dem Französischen übersetzt. 2 Bände und Textteil zum Atlas in 1 Band und Atlasband, zusammen in 2 Bänden. Weimar, Landes-Industrie-Comptoir, 1830. 8°. u. 4°. Mit 43 lithographischen Tafeln. Halblederband der Zeit mit leichter Rückenvergoldung, (Rücken des Atlasbandes erneuert, Kanten gering beschabt). (Chirurgische Hand-Bibliothek, Bd. 12). € 1.500,00

Erste deutsche Ausgabe, sehr selten! - Garrison/M. 4315, Wellcome II, 447; Hirsch/H. II, 216 (jeweils die franz. EA 1828); Waller 2348. - "Delpech did more than any other man towards the development of orthopaedics in France." (Garrison/M. S. 499). - Die Tafeln zeigen meist Verformungen der Wirbelsäule, sowie Darstellungen verschiedener Übungen und Apparaturen. - Textband papierbedingt gebräunt, Text- und Tafelband stockfl., Stempel auf Vorsatz des Textbandes.


MUSIK - HALBREITER, Ulrich (Hrsg.).
Sammlung auserlesener Gebirgslieder. 3 Hefte (= alles Erschienene) in 1 Band. München, Halbreiter, 1839. 4°. 12; 12; 12 nn. jeweils farbig lithographierte Bl., mit zahlreichen Illustrationen. Leinen der Zeit mit Deckeltitel, lithographierte Originalvorderumschläge eingebunden, (leicht beschabt). € 980,00

Erste Ausgabe. Selten. - Maillinger II, 4059. Pfister 1627 (irrig Pocci zugeschrieben). Rümann 628 und 1605. - "Die Lieder entsprechen der Alpenschwärmerei des Kreises um Herzog Maximilian in Bayern (1808-1888). Dieser Kreis mit z.B. Franz von Kobell (1803-1882), Ulrich Halbreiter (1812-1877) und Eugen Napoleon Neureuther (1806-1882) bewirkte – mit Blick auf den österreichischen Erzherzog Johann (1782-1859) – um 1830-1850 die erste Welle der alpenländischen Volksmusikpflege in Bayern und Deutschland. Die "hohen Herrschaften" und das städtische Bürgertum entdeckten den Volksgesang und dichteten eigene "Volkslieder" und "Gebirgslieder", erfreuten sich an ländlichen Bräuchen, Jodlern und Landlertänzen, erlernten die Zither als "typisches Alpeninstrument" und kleideten sich neu in der "Tracht" der Gebirgsbewohner." (www.volksmusik-archiv.de) - Jedes der Lieder erschien mit Text und Noten auf einem lithographierten Blatt, mit Ranken, Blüten und illustrierten Initialen, Bauernbuschen, Almerinnen, Jäger und Liebespaare darstellend, ganz im Stil der Zeit. - Die Originalumschläge mit in Gold gedruckten Lithographien auf grünem, blauem und rotem Papier. - Leicht gelockert, erster Umschlag etwas fettfleckig, sonst etwas stockfleckig, letztes Blatt etwas wasserfleckig.

NOTIZEN AUS OFFENBACH

E-Gitarren & ataivarT aL Die Fahrt von der Braubachstraße in die Nachbarstadt zum Marktplatz dauert mit der S-Bahn ungefähr 15 Minuten und nur einige Schritte entfernt liegt das Musikhaus André, das seit beinahe 250 Jahren in der Stadt am Main und seit 1923 in der Frankfurter Straße 28 ansässig ist. Hier werden Schlagzeuge, Blas-, Tasten- sowie Saiteninstrumente, elektronisches Zubehör oder sogar Tempelglocken verkauft, vermietet und auch repariert. Weiterhin kann Musikliteratur erworben werden und alte Noten, die einst im Verlag André veröffentlicht wurden - immerhin 17000 Werke! lesen wir staunend - werden für Interessierte der Fachwelt aus dem Archiv im Keller herausgesucht und kopiert. Im Geschäft entdecken wir sogleich das Porträt von Johann Anton André sowie bezeichnete Lithosteine mit seitenverkehrten Schriftzügen ataivarT aL oder grubnepmuH nov reD, die neben E-Gitarren platziert wurden und so auf die Tradition des Familienunternehmens aufmerksam machen. Hans-Jörg André, der 1992 in siebter Generation dieses übernommen hat, hält freundlicherweise für unser Foto einen dieser nicht ganz leichten Steine empor, der aus den Trümmern der im Zweiten Weltkrieg komplett zerstörten Druckerei in der Domstraße geborgen werden konnte. Wer mehr über das Musikhaus André erfahren möchte, kann den folgenden Link betätigen: Musikhaus André Auch die Stadt Offenbach pflegt das Lithografieerbe im Haus der Stadtgeschichte; im Büsingpark finden wir die Skulptur der Lithografie-Steine, auf dem uns das drei buckliche Kameel seitenverkehrt und sehr freundlich entgegenschaut, unweit des Büsing Palais, des für die Buchgestaltung so wichtigen Klingspor-Museums, des Isenburger Schlosses, des Lili-Tempels – denn Goethe hatte eine Liaison in Offenbach mit Lili Schönemann, die er im Hause André kennengelernt haben soll, selbstverständlich musizierend – und schließlich ist auch das Deutsche Ledermuseum nicht weit entfernt. Offebach, wir kommen!